Reinigungsmittel unterliegen einer ständigen Weiterentwicklung. In haushaltsüblichen Reinigern werden üblicherweise waschaktive Substanzen wie Tenside eingesetzt.

Relativ neu ist hingegen der Ansatz, gezielt „reinigende Bakterien“ zur Beseitigung beziehungsweise zur Entfernung unerwünschter Substanzen auf Oberflächen zu nutzen.

Der wesentliche Vorteil von mikrobiologischen Reinigungsmitteln gegenüber konventionellen Produkten liegt in der hohen Anwender- und Umweltfreundlichkeit

Vor etwa sechs Jahren waren deren Reinigungseffekte noch wenig erforscht. Inzwischen hat sich der Wissensstand jedoch erweitert und mittlerweile gibt es alleine in Deutschland gut ein halbes Dutzend Hersteller, welche sich auf sogenannte mikrobiologische Reinigungsmittel spezialisiert haben. Die erhältlichen Produkte haben sich zwischenzeitlich für viele Einsatzgebiete einen guten Ruf erworben.

Der wesentliche Vorteil von mikrobiologischen Reinigungsmitteln gegenüber konventionellen Produkten liegt in der hohen Anwender- und Umweltfreundlichkeit, da sie meist keine Gefahrstoffe enthalten. In einigen Bereichen sind auch einmalige Reinigungseffekte zu beobachten, die konventionelle Reiniger nicht schaffen. Dazu gehören die Verhinderung von Schmutzaufbau und die Aufhellung von Fliesenfugen.

So ist es beispielsweise unumstritten, dass mikrobiologische Reinigungsmittel bei organischen Verschmutzungen (unter anderem Eiweiße, Fette, Kohlenhydrate) sehr gute Reinigungsergebnisse erzielen. Dies liegt darin begründet, dass die Enzyme, welche die Bakterien in Abhängigkeit von den auftretenden Verschmutzungen produzieren, vor allem organische Schmutzbestandteile verwerten können.

Die Bakterien „fressen“ also die Verschmutzung auf, anstatt diese – wie normale Reiniger – nur zu entfernen. Auf dieser Wirkungsweise basiert auch die häufig ausgelobte Eigenschaft, in Sanitärräumen unangenehme Gerüche nachhaltig zu beseitigen.

Biologische Reiniger bestehen aber nicht nur aus Wasser und Bakterien. Verschiedene Bakterienstämme mit unterschiedlichen Schmutzvorlieben werden gezielt mit Tensiden kombiniert. Hierdurch wird gewährleistet, dass die Bakterien auch nahe genug an den Schmutz gelangen können, um diesen abzubauen. Die eingesetzten Bakterienarten sind dabei ausnahmslos solche, die sogenannte Dauerformen (Sporen) bilden können.

Das bedeutet, dass sich die Bakterien bei extremen äußeren Einflüssen einkapseln und bei besseren Bedingungen wieder aktiv werden können. Dass dabei ausschließlich nicht krankheitserregende Organismen verwendet werden, ist selbstverständlich.