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Klimawandel – so können sich Unternehmen engagieren

Herr Oldeland, Herr Brübach, der Klimawandel ist mit #FridaysForFuture und Greta Thunberg in die öffentliche Diskussion zurückgekehrt. Ist das Thema wieder aktuell?

Oldeland: Das Thema war immer aktuell. So beeindruckend und notwendig ich den Protest der Schülerinnen und Schüler finde: Ich glaube, dass noch weitere Aspekte das öffentliche Interesse befördert haben. Da ist zum einen der heiße und trockene Sommer, der den lange beschworenen Klimawandel fühlbar gemacht hat. Zum anderen nehmen die Menschen die zunehmende Abkehr vom Multilateralismus in der Politik wahr, wodurch auch die in Paris vereinbarten Klimaschutzziele in Gefahr geraten. Die Politik verspielt hier zunehmend das Vertrauen der Menschen – gerade bei der Frage der Bewältigung des Klimawandels.

Brübach: Auch Deutschland wird seine Klimaschutzziele für das Jahr 2020 krachend verfehlen – Ergebnis einer wenig ambitionierten und wenig wirksamen Klimapolitik. Bei der Energiewende hakt es. Weder beim Netzausbau noch bei den erneuerbaren Energien geht es voran wie eigentlich nötig. Die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung ist immer noch nicht auf den Weg gebracht. Im Bereich Verkehr sind die CO2-Emissionen seit 1990 sogar angestiegen. Elektroautos sind weit von nennenswerten Zulassungszahlen entfernt und eine umfassende Verkehrswende ist nicht in Sicht. Ein Tempolimit auf Autobahnen widerspricht angeblich dem gesunden Menschenverstand. So kann Klimaschutz nicht vorankommen!

Was können Unternehmen tun?

Oldeland: B.A.U.M. versteht sich unter anderem als starke Stimme klimaengagierter Unternehmen. Daher haben wir im Herbst 2018 mit dem Deutschen Klima-Konsortium (DKK) als Partner die Plattform „Wirtschaft pro Klima“ neu aufgelegt. Von den hier versammelten Unternehmen soll ein starkes Signal an die Politik ausgehen. Gleichzeitig sollen die klimaengagierten Unternehmen vernetzt und dabei unterstützt werden, Klimaneutralität zu erreichen. Weitere interessierte Unternehmen sind willkommen.

Klimaneutralität – was heißt das für die Unternehmen?

Brübach: EU-Klimakommissar Miguel Arias Cañete hat im Rahmen der Weltklimakonferenz in Kattowitz eine Strategie vorgeschlagen, wie Europa als erste Volkswirtschaft der Welt bis 2050 klimaneutral wird. Dieser Anspruch wird auch an die Privatwirtschaft gestellt und lässt sich durchaus erreichen: durch ständige Reduktion von Emissionen und durch Kompensationsleistungen für Emissionen, die derzeit noch nicht vermeidbar sind. Dafür werden die nicht vermiedenen Emissionen erfasst und durch Unterstützung entsprechender Klimaschutzprojekte an anderer Stelle eingespart. Das ist kein „Ablasshandel“, wie oft geschimpft wird, sondern durchaus zulässig. Klimawandel ist ein globales Problem und muss auch global gelöst werden: Wo die Emissionen gespart werden, ist nicht relevant.

Oldeland: Entscheidend ist, dass in die richtigen Klimaschutzprojekte investiert wird, denn die Projekte unterscheiden sich sehr in Anspruch und Qualität. Es gibt Siegel und Zertifizierungssysteme, die entsprechende Anforderungen sicherstellen. Aufgabe von B.A.U.M. ist es auch, die Unternehmen auf dem Weg zur Klimaneutralität und bei der Auswahl geeigneter Klimaschutzprojekte zu unterstützen.

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