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Innovation und Prävention für eine nachhaltige Tiergesundheit

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Ferkelimpfung über die intradermale Route. Foto: Hipra
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Ferkelimpfung über die intradermale Route. Foto: Hipra

Die Impfung selbst kann jedoch auch ein belastendes Ereignis darstellen. Dies ist der Grund, warum neben dem Schutz durch den Impfstoff auch die Applikationsart vermehrt in den Fokus rückt. Neben der klassischen, nadelbasierten Impfung in den Muskel gewinnt in den letzten Jahren die sogenannte „intradermale Impfung“, also eine Verabreichung des Impfstoffs in die Haut, zunehmend an Bedeutung. Die Idee hinter dieser Technik ist jedoch nicht neu. Die Ursprünge der intradermalen Impfung gehen dabei auf die Erfindung der Impfung selbst zurück. Ende des 18. Jahrhunderts immunisierte Edward Jenner erstmals einen achtjährigen Jungen mit Kuhpocken, um ihn gegen die humanen Pocken zu schützen. Dies tat Jenner, indem er dem Jungen infektiöses Material in die angeritzte Haut rieb. Jenner „impfte“ seinen Patienten in die Haut, also intradermal. Eine Impfung in die Haut ist sehr wirksam, da die Haut als das größte Immunorgan darauf ausgelegt ist, den Körper gegen Erreger zu schützen und wirksame Immunantworten auszubilden.

Besonders in der Schweinehaltung macht man sich das Prinzip der intradermalen Impfung nun zunutze. Hierbei kommen moderne Applikatoren zum Einsatz, mit deren Hilfe Impfstoffe durch einen definierten Druck gezielt in die Haut verabreicht werden (siehe Grafik). Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass bei der intradermalen Impfung keine Nadel mehr benötigt wird. Auf diese Weise ist die Impfung weniger invasiv, hygienischer und führt zu weniger Stress und Schmerzen beim Tier. Insgesamt handelt es sich bei der intradermalen Impfung um ein innovatives und schonendes Verfahren, welches eine sichere Art der Impfung sowohl für das Tier als auch für den Anwender darstellt.

Doch nicht nur in der Schweinehaltung sind in den vergangenen Jahren Innovationen erzielt worden. Im Bereich der Wiederkäuergesundheit wurden zum Beispiel Impfstoffe gegen Euterentzündungen, die sogenannte Mastitis, entwickelt. Diese sehr schmerzhafte, in der Regel durch Bakterien verursachte Erkrankung führt als eine der häufigsten Erkrankungen der Milchkuh nicht nur zu einem intensiven Einsatz von Antibiotika, sondern beeinträchtigt das Wohlergehen der Tiere in einem nicht unerheblichen Maß. Durch die vorbeugende Impfung gegen drei der wichtigsten Erreger der Euterentzündung (Escherichia coli, Streptococcus uberis und Staphylococcus aureus) wird nicht nur das Tier, sondern auch unsere Umwelt wirksam geschützt.

Impfstoff-Applikation in die Haut. Die Dermis repräsentiert einen exzellenten Applikationsort für Impfstoffe mit einer Vielzahl von anwesenden Dendritischen Zellen, Lymphgefäßen und Blutgefäßen.

Moderne Impfstoffe können dazu beitragen, Tiere gesund zu erhalten und somit die notwendigen Behandlungen zu reduzieren. Besonders in der heutigen Zeit, in der der Einsatz von Antibiotika stetig reduziert werden soll, um die Bildung von Resistenzen zu verringern, kommt den Impfstoffen eine Schlüsselrolle zu. Der Einsatz von Impfstoffen auf landwirtschaftlichen Betrieben hilft nicht nur dabei, Antibiotikamengen zu reduzieren, sondern auch, unnötiges Leid der Tiere zu verhindern.

HIPRA ist ein forschendes Pharmaunternehmen, das sich auf präventive Lösungen in der Tiergesundheit spezialisiert hat. Mit mehr als einem halben Jahrhundert an Erfahrung sind wir schon immer ein Vorreiter des Wandels gewesen. HIPRA steht mit ihren Werten „Exzellenz, Optimismus und Glaubwürdigkeit“ für eine fortwährende Innovation mit dem Ziel, Lösungen zur Verbesserung der Gesundheit von Mensch und Tier zu entwickeln und auf diese Weise Verantwortung für die Gesellschaft und unsere Umwelt zu übernehmen. Dies wurde durch den kürzlich neu hinzugekommenen Geschäftsbereich Humangesundheit (Human Health) und der Entwicklung eines Covid-19-Impfstoffs eindrucksvoll bewiesen.

Die Zukunft liegt in der Prävention – diese Vision prägt unser Denken und Handeln bei HIPRA.

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Ein Ansatz für Tierwohl mit Breitenwirkung

Viele Umfragen zeigen: Tierwohl ist Verbrauchern wichtig. Auch im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung ist von mehr Tierwohl die Rede. Zeit, einmal einen Blick auf den Stand der Dinge und die Herausforderungen zu werfen. Dazu sprachen wir mit Dr. Alexander Hinrichs und Robert Römer von Deutschlands größtem Tierwohl Programm.

Robert Römer 

Geschäftsführer Initiative Tierwohl

Dr. Alexander Hinrichs

Geschäftsführer Initiative Tierwohl / QS

Alle wollen mehr Tierwohl. Wo liegt eigentlich das Problem?

Dr. Alexander Hinrichs: Wenn wir Dinge verändern wollen und die Tierhalter höhere Tierwohl-Standards erfüllen sollen, dann ist das aufwendiger, und dafür müssen die Tierhalter mehr Geld bekommen. Verbraucher aber können oder wollen derzeit nicht so viel bezahlen, wie eine vollständig andere Tierhaltung kosten würde. Dies ist sicherlich eine große Herausforderung. Daneben ermöglicht es das derzeitige Bau- und Immissionsrecht häufig auch nicht, die Ställe unter Tierwohlaspekten so umzubauen, wie es von vielen gewünscht ist.

Robert Römer: Dazu kommen noch fachliche Fragen und Zielkonflikte. Zum Beispiel ist ungeklärt, wie der perfekte Stall eigentlich sein sollte und oft auch, was wirklich das Beste für das Tier wäre. Zielkonflikte bestehen meistens zwischen Umweltschutz und Tierwohl: Was gut für das Tier sein kann, hat manchmal eine schlechtere Klimabilanz.

Was müsste geschehen, damit dauerhaft mehr Tierwohl in die Ställe kommt?

Dr. Alexander Hinrichs: Es gibt zwei Ansätze, die sich unterscheiden. Es gibt den Ansatz des „großen Schrittes“. Hier steht die Idee des perfekten Stalls am Anfang. Dann wird geschaut, wie die Landwirte diese Idee realisieren können. Dieser Ansatz hat eine grundsätzliche Schwäche: Er berücksichtigt nicht die Frage, ob die Landwirte das alles überhaupt leisten können bzw. wie es finanziert werden soll und ob es bereits die rechtlichen Rahmenbedingungen dafür gibt. So ist auch nachvollziehbar, dass Tierwohl-Programme mit so einem Ansatz bislang keine nennenswerten Marktanteile erreicht haben.

Dann gibt es den anderen Ansatz, den z. B. die Initiative Tierwohl verfolgt – er beginnt beim realen Stall. Wir schauen uns an, wo die Landwirte heute stehen und welche Schritte in Richtung mehr Tierwohl realistisch möglich sind. Dadurch ist es uns gelungen, einen Ansatz für mehr Tierwohl zu etablieren, der breitenwirksam ist: Über 70 Prozent des in Deutschland geschlachteten Geflügels und über 1/3 der deutschen Schweine profitieren von den Maßnahmen, die Landwirte für ihre Teilnahme an der Initiative umsetzen.

Vor diesem Hintergrund braucht es eine klare, langfristige Strategie mit definierten Entwicklungsschritten und einen langen Atem. Dann können wir gemeinsam mehr Tierwohl in die Ställe bringen – und zwar nicht nur in wenige, sondern eben in viele, vielleicht sogar in alle Ställe.

Was kann Politik tun? Was kann die Wirtschaft tun?

Hinrichs: Eine große Herausforderung sind die immer noch unterschiedlichen Anforderungen an die Tierhalter im Europäischen Binnenmarkt. Hier könnte die Politik sicherlich für mehr Einheitlichkeit sorgen. Auch sollte die Politik Druck aufbauen auf Branchen, die sich bislang nicht ausreichend für das Tierwohl engagieren. Die Gastronomie beispielsweise könnte mehr tun. Die Initiative Tierwohl bietet längst Lösungen an.

Gastronomiebetriebe können also an der Initiative teilnehmen?

Hinrichs: Ja, das gilt vorerst für Großbetriebe und Ketten. Aber hier bieten wir die Teilnahme schon seit einiger Zeit an. Und mit dean&david konnten wir bereits vor mehr als einem Jahr den ersten Teilnehmer ins Boot holen.

Zurück zur Frage: was die Politik tun könnte, wissen wir. Was kann die Wirtschaft?

Hinrichs: Bei allen Plänen für staatliche Kennzeichnungs- und Tierwohlprogramme muss die Politik berücksichtigen, dass es bereits erfolgreiche Programme im Markt gibt. Das reicht von den Bio-Programmen bis hin zur Initiative Tierwohl. Es ist wichtig, dass deren Erfolge nicht gefährdet werden. Ganz im Gegenteil: Die Politik sollte den Ausbau der bereits existierenden Programme flankieren und auf deren Erfolgen aufbauen.

Die Wirtschaft hat hier bereits einiges geleistet. Mit der Haltungsform-Kennzeichnung des Handels etwa werden in weit über 20.000 Filialen des Lebensmitteleinzelhandels in Deutschland über 90 Prozent der einschlägigen Produkte mit Haltungsform versehen. Das betrifft Fleisch und Fleischwaren von Hähnchen, Puten, Enten, Schweinen, Rindern und Kaninchen. 

Von der Wirtschaft entwickelte Lösungen haben einfach den Vorteil, dass sie pragmatisch beim Status Quo ansetzen und von hier aus die nächsten Schritte angehen können. Dadurch können Lösungen wie die Initiative Tierwohl oder die Haltungsform-Kennzeichnung entstehen, die in die Breite wirken und dort mehr Tierwohl schaffen.

Apropos Breitenwirkung bei Initiative Tierwohl und Haltungsform-Kennzeichnung: Wie ist hier denn der Stand der Dinge?

Robert Römer: Die Initiative Tierwohl ist in diesem Jahr weiter gewachsen. Inzwischen machen über 10.000 landwirtschaftliche Betriebe mit. Darunter ungefähr 8.000 Schweinehalter mit jährlich 14 Millionen Ferkeln und über 20 Millionen Mastschweinen sowie 2.400 Geflügelhalter mit über 600 Millionen Hähnchen und Puten. Dadurch entfaltet die Initiative eine enorme Breitenwirkung. Es ist eine große Leistung der Landwirte, dies mitzutragen. Das gilt umso mehr, als die Maßnahmen der Landwirte durchschnittlich zweimal pro Jahr überprüft werden. Immerhin haben wir seit dem Start der Initiative im Jahr 2015 bereits um die 70.000 Audits durchgeführt.

Was sind die Pläne für die nahe Zukunft?

Römer: Wir werden die Haltungsform-Kennzeichnung auf Milch und Milchprodukte ausweiten. Bereits im Januar 2022 wird es so weit sein. Für die Initiative Tierwohl steht ein großer Schritt bevor. Bislang haben wir Hähnchen, Puten, Enten und Schweine im Programm. 2022 wird es darüber hinaus eine Initiative Tierwohl für Rinder geben. Ähnlich wie das bei Schwein und Geflügel geschehen ist, wird sich dadurch der Anteil der Ware in der Haltungsform-Stufe 2 erhöhen. 

Was können Verbraucher tun, denen Tierwohl wichtig ist?

Römer: Anhand der Haltungsform-Kennzeichnung können Verbraucher schnell erkennen, wie hoch das Tierwohl-Niveau bei der Haltung der Tiere war, deren Produkte sie einkaufen. Von der Stufe 1 bis zur Stufe 4 haben Verbraucher volle Transparenz. Diese Information sollten sie bei der Einkaufsentscheidung nutzen. Dank der Initiative Tierwohl können viele Verbraucher in den Märkten von Aldi Süd und Nord, der Bünting-Gruppe, bei dean&david, EDEKA, HelloFresh, Kaufland, Lidl, Netto Marken-Discount, Penny und REWE ein breites Angebot finden. Andere Händler und Gastronomen machen dagegen nicht mit. Auch das muss einmal klar gesagt werden.

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