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Soziale Verantwortung

Wärme durch Gemeinschaft als Mittel gegen soziale Kälte und Pandemiesorgen

Photo: Dmytro Zinkevych via Shutterstock

Es wird immer kälter in Deutschland, aber muss es auch so bleiben? Wer bei dieser Formulierung nur an den einkehrenden Winter denkt, übersieht eines der größten Probleme unserer Gesellschaft: die soziale Kälte. Während der graue, nasskalte, dunkle November ohnehin schon auf die Gemüter der Menschen schlägt und Auslöser von Novemberdepressionen werden kann, kommt durch Lockdown-Maßnahmen und seit Monaten andauernde Kontaktbeschränkungen ein weiterer Aspekt zum Thema Einsamkeit hinzu. Doch kalt war es in Deutschland schon vor der Pandemie.


Das öffentliche Leben ist lahmgelegt, viele Menschen sind gezwungen, in ihren vier Wänden zu bleiben und sich abzuschotten, um eine Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Während im Sommer zumindest Treffen im Freien meist in irgendeiner Form noch erlaubt waren, wird es nun bei kälteren und ungemütlicheren Bedingungen immer schwerer, soziale Kontakte aufrechtzuerhalten.

Doch nicht erst die anhaltende Pandemie hat in Deutschland für immer weiter ansteigende Einsamkeit, soziale Kälte und Ungerechtigkeit gesorgt. Seit Jahren geht die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander. Trotz internationaler Bewegungen für Gerechtigkeit und Feminismus und gegen Rassismus werden Frauen, ethnische Minderheiten und sozialschwache Gesellschaftsgruppen benachteiligt und teilweise vergessen.

In einem Land, in dem noch immer 25 Prozent der Beschäftigen Mindestlohn erhalten, Frauen für die gleiche Arbeit oft noch immer weniger verdienen oder Menschen mit Behinderung am Arbeitsmarkt noch immer benachteiligt werden, muss man auch heute noch von einer Gesellschaftsstruktur der Kontraste sprechen.

Allein und einsam durch die Pandemie

Gerade die aktuelle Pandemie durch SARS-CoV-2 hat aufgezeigt, wie wenig auf essenzielle Teile der Gesellschaft geachtet wird. Medizinisches Personal wie Pflegekräfte sind ein Rückgrat der aktuellen Virusbekämpfung. Sie pflegen die Alten, stellen sich in erster Linie dem Virus und isolieren sich aus Schutz von ihrer Familie. Und trotzdem ist die Vergütung und Überlastung von Pflegekräften noch immer mangelhaft. Pflegende Angehörige werden kaum unterstützt, und ohnehin werden immer mehr ältere Menschen in die Altersarmut gedrängt. So sitzen nun in ganz Deutschland Menschen isoliert von der Außenwelt, allein mit ihren finanziellen und zwischenmenschlichen Sorgen in ihren Wohnungen oder ihren Zimmern im Pflegeheim. Selbst medizinische Dienste werden aktuell nur selten persönlich ausgeübt. Alleinerziehende, die nach wie vor oftmals finanziell deutlich schlechter dastehen als Menschen, die in einer Familienform leben, haben durch geschlossene Schulen und Kitas kaum Zeit, Geld zu verdienen, ohne die Erziehung ihrer Kinder zu vernachlässigen.

Gemeinschaft durch Ehrenamt

Die Kontaktbeschränkungen sorgen somit in weiten Teilen der Bevölkerung für eine Potenzierung der ohnehin anhaltenden sozialen Ungerechtigkeiten. Einsamkeit verbreitet sich und isoliert Menschen nicht nur körperlich, sondern auch psychisch. Um diese Herausforderungen so gut es geht zu überstehen, braucht es ehrenamtliches Engagement.

In vielen kleinen Ortsverbänden, von Privatpersonen oder den großen Verbänden gibt es dafür glücklicherweise immer mehr Angebote, einsame Menschen zu betreuen, überlastete Familien oder Alleinerziehende zu unterstützen und gemeinsam einen Weg durch die Krise zu finden.

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