Home » SOZIALE VERANTWORTUNG » Lasst uns übers Machen sprechen
Anzeige
SOZIALE VERANTWORTUNG

Lasst uns übers Machen sprechen

Sponsored by
Foto: Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW)
Sponsored by
Foto: Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW)

Über 2 Millionen Einsatzstunden – so viel Zeit haben Helferinnen und Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) in der Flutkatastrophe vom 14. Juli in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz geleistet. Sie pumpten Keller mit speziellen Geräten aus, räumten tonnenweise Schutt und Schlamm von den Straßen. Sie errichteten zahlreiche Brücken, bereiteten Trinkwasser auf und versorgten ganze Dörfer mit Strom – und das alles in ihrer Freizeit.

Flutkatastrophe – wird noch immer aufgeräumt und wiederaufgebaut. Besonders im Ahrtal sind die angerichteten Schäden massiv. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer des THW reisten aus der gesamten Republik an. Frauen und Männer, die nicht sagen „hätte“, „könnte“, „müsste“ – sondern sie haben, können, machen. Die Zahlen sprechen für sich:

Über 2,3 Mio. Einsatzstunden seit der Flut.
Rund 15.000 Einsatzkräfte.
Millionen Liter Trinkwasser produziert.
Unzählige Haushalte mit Strom versorgt.
Viele Kilometer Infrastruktur wiederaufgebaut.
Zahlreiche Brücken und Stege errichtet.
Tonnenweise Schlamm und Trümmer beseitigt.

Ehrenamt in Zeiten des Klimawandels

Es sind Einsätze wie dieser, welche die Bedeutsamkeit des THW für die Bevölkerung aufzeichnen. Naturkatastrophen werden immer häufiger – auch bei uns zu Lande. Jahrhundertfluten reißen durch das Ahrtal, Tornados wüten in Hamburg. Die Konsequenzen des Klimawandels sind spürbar für uns alle.

Gerade jetzt ist es wichtiger denn je, einen kompetenten Partner in Sachen Katastrophenschutz zur Seite zu haben. Das THW ist auf alle Eventualitäten und Einsatzlagen vorbereitet. Wenn Flüsse über die Ufer treten, wenn Bäume auf Straßen stürzen, wenn Stürme Gebäude in die Knie zwingen – die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sind fachlich ausgebildet und bereit. Auf ihr Durchhaltevermögen und ihren Einsatz ist in fordernden Zeiten immer Verlass.

Anzeige


Helfen will gelernt sein

Das THW ist ein richtiges Allroundtalent in Sachen Katastrophenschutz. Alles, was die Helferinnen und Helfer wissen müssen, lernen sie in der Grundausbildung. Darunter fällt auch der Umgang mit technischem Gerät – Trennschleifer, Kettensäge, Presslufthammer – sowie das richtige Verhalten in gefährlichen Einsatzsituationen.

Die Grundausbildung findet für gewöhnlich abends unter der Woche oder am Wochenende statt. Das Engagement im THW soll schließlich mit einem Vollzeit-Job vereinbar sein.

Stirbt das Ehrenamt aus?

Doch ehrenamtliche Tätigkeiten wie das Engagement im THW verlangen nicht nur Zeit, sondern auch Herzblut und Energie – ein zu hoher Preis?

Besonders den jüngeren Generationen wird oft vorgeworfen, sie seien unsozial und selbstsüchtig: Generation Z schaue den ganzen Tag nur Clips auf Tik Tok; Millenials seien arbeitsscheu und faul – dabei engagieren sich immer mehr junge Menschen im THW.

Nicht liken – machen!

Seit dem vergangenen Jahr melden sich immer mehr junge Erwachsene zwischen 18 und 27 Jahren für ein Ehrenamt im THW. Die meisten von ihnen kommen frisch aus der Lehre oder suchen nach einem Ausgleich zum Studium. In den Ortsverbänden – den regionalen Niederlassungen des THW – finden sie Anschluss: Gleichgesinnte, die sich für Technik interessieren und Spaß daran haben, anderen zu helfen.

Im THW tauschen sie das Büro gegen den Stegebau, das Pausenbrot gegen Spanngurte, das Feierabendbier gegen den Trennschleifer. Das Engagement im THW bietet Abwechslung: Einfach mal den Kopf frei machen – und Gutes tun.

Verantwortung übernehmen

Für viele von ihnen ist das Engagement im THW ein Beitrag zum Zusammenhalt der Gesellschaft. Sich ehrenamtlich zu engagieren bedeutet, soziale Verantwortung zu übernehmen. Das ist es schließlich, was die 80.000 Helferinnen und Helfer des THW ausmacht: Der Wunsch zu helfen. Sich zu engagieren, einzusetzen, mit anzupacken.

Doch das heißt nicht, dass die Helferinnen und Helfer nicht auch vom THW profitieren können. Im THW gewinnen sie wertvolles Know-how zum Thema Katastrophenschutz – und das völlig kostenfrei. Außerdem erwerben sie persönliche Soft Skills: Je nach persönlichem Interesse können Weiterbildungen in Sachen Arbeitssicherheit, Didaktik oder Presse- und Öffentlichkeitsarbeit belegt werden.

Deine Zeit ist jetzt.

Du möchtest mitmachen? Bei unseren rund 80.000 Helferinnen und Helfern bist du in bester Gesellschaft. Mehr Infos rund ums ehrenamtliche Engagement im THW findest du auf jetzt.thw.de

Anzeige
Nächster Artikel
Home » SOZIALE VERANTWORTUNG » Lasst uns übers Machen sprechen
Anzeige
SOZIALE VERANTWORTUNG

Das Lächeln der Neugeborenen

„Mein Einsatz im Jemen war herausfordernd und bewegend“, sagt Annette Werner. Die Kinderärztin von Ärzte ohne Grenzen berichtet über eine Flut, den Krieg und Definitionen, die ins Wanken gerieten:

Sieben Monate arbeitete ich im Jemen. Die letzten Wochen waren dabei besonders fordernd und berührend. Es gab starke Regenfälle und Überschwemmungen. Eines Abends wurde die Tür unserer Notaufnahme aufgestoßen: Ein Vater trug seinen achtjährigen Sohn herein.

Ich durfte den Zauber des Lebens wieder wahrnehmen!– Annette Werner

Die Eltern hatten ihn ertrinkend in den Fluten gefunden. Er war bewusstlos und stark unterkühlt. Wir begannen direkt mit der Stabilisierung: Aufwärmen, Krämpfe kontrollieren, Kreislauf stabilisieren, Atemweg sichern. Es war extrem kompliziert, doch es gelang uns. Nach zwei Stunden ging es dem Jungen besser, und wir verlegten ihn ins größere Krankenhaus nach Sanaa. Vier Tage später wurde er entlassen. Lachend und gesund. Einer meiner schönsten Momente.

Kleine medizinische Wunder

Doch der Regen war nur eine von vielen Katastrophen im Jemen: Krieg, Armut, hohe Kindersterblichkeit. 20 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Ärzte ohne Grenzen ist seit Jahren vor Ort. Durch überschwemmte Wege und anhaltende Benzinblockaden brauchten manche Patient*innen zwei Wochen, bis sie uns erreichten – viel zu lange, viel zu spät.

„Hajdan ist ein Bergdorf nahe der Front. Immer wieder hörten wir die Kampfflugzeuge“, sagt Annette Werner.
(Foto: Agnes Varraine-Leca/MSF)

Zahlreiche Kinder kamen mit schweren Infektionen und Mangelernährung in unser Krankenhaus. Sie waren teilweise so schwer erkrankt, dass die medizinische Notversorgung zu einem Drahtseilakt wurde. Wir legten all unsere Energie in diese Kinder, um jede noch so kleine Chance zu nutzen und erlebten mehr als ein Mal kleine medizinische Wunder. In diesen Stunden wurde mir immer wieder bewusst, wie unterschiedlich die Lebensbedingungen in unserer Welt doch sind.

Wenn Neugeborene lächeln

Gesundheit ist ein so wertvolles Gut. Ich bin froh, dass ich mit Ärzte ohne Grenzen, meinen Beitrag dazu leisten konnte, den Menschen an schwer erreichbaren Krisenorten zu helfen. Ich habe im Jemen viel gelernt. Zum Beispiel auch an Wunder in der harten Realität zu glauben, und den Zauber des Lebens wieder wahrnehmen zu dürfen.

JEMEN:  „Die Kindersterblichkeit im Land ist hoch, doch wir können mit einfachen Mitteln helfen“, sagt Annette Werner von Ärzte ohne Grenzen. (Foto: MSF)

Mein jemenitischer Kollege Maged fragte mich einmal, was wir in Deutschland sagen, wenn Neugeborene lächeln. Ich ratterte meine erlernte Definition herunter: „Spontanes Reflexlächeln, nicht emotional verknüpft etc. …“ Daraufhin lächelte Maged und sagte: „Also wir sagen hier, dass die Engel aus dem Himmel herunterkommen und mit den Neugeborenen spielen – und dann lächeln sie.“ So bewegend – wie mein gesamter Einsatz im Jemen.

Nächster Artikel