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Soziale Verantwortung

„Influencer sind wir alle!“

Victorias Patenschwein Tinkerbell im Tierheim Berlin (Fotos: Privat)

Ich habe jetzt auch mal diese vegane Wurst gekauft und du hast Recht, die schmeckt fast wie die Leberwurst, die ich schon immer esse. Hat nur weniger Fett und ist gesünder.“, entgegnete mir mein Opa neulich am Esstisch.

Mein Opa isst nun also auch mal die vegane Wurst, weil sie ihm genauso schmeckt und für ihn ein gesundheitliches Plus hat. Thema war die besagte vegane Wurst einige Monate zuvor und wurde damals noch vehement abgelehnt. Veganismus ist oftmals noch ein schwieriges Thema. Vegane Ernährung wird mit Mangelerscheinungen, geschmacklosen Tofu-Klumpen und Körnern gleichgesetzt. Aber die Zeiten sind definitiv vorbei – spätestens seit mein Opa sich genüsslich die vegane Leberwurst auf seine Stulle schmiert. Und damit ist er nicht alleine. Letztes Jahr lag der Absatz veganer Produkte weit höher als in den Jahren davor. Im Jahr 2019 wurden 1,22 Milliarden Euro Umsatz mit veganen und vegetarischen Lebensmitteln erzielt. Zum Vergleich waren es 2017 noch rund 736 Millionen Euro. Auch die Zahl der Veganer:innen steigt stetig. Laut aktuellen Studien leben in Deutschland zwischen 1,13 und 2,6 Millionen Menschen vegan. Zum Vergleich: Noch 2008 gaben bei der Nationalen Verzehrsstudie II weniger als 80.000 Menschen an, sich vegan zu ernähren.

Veganismus hat angesichts des Klimawandelns, steigender Bevölkerungszahlen und anderen Faktoren eine unbedingte Daseinsberechtigung. Denn häufig können pflanzliche Lebensmittel ressourcenschonender produziert werden, sparen CO2 und Wasser ein. Es ist übrigens ein moderner Mythos, dass für den Tofu Burger Regenwälder abgeholzt werden. Denn tatsächlich landet das meiste weltweit angebaute Soja in den Futtertrögen. 70 bis 75 Prozent der weltweiten Sojaernte sind für die industriellen Fleischproduktion bestimmt. Tatsächlich stammen die Sojabohnen für den menschlichen Verzehr überwiegend aus Europa und Kanada und für das Tofuwürstchen wird somit kein Regenwald abgeholzt.

„Aber wenn du jetzt nur noch diese Wurst isst, musst du aufpassen, dass du keine Mangelerscheinungen bekommst“, feixt meine Oma lachend Richtung Opa. Ein Thema, mit dem Veganer:innen sich immer wieder konfrontiert sehen und das man durchaus (unabhängig der eigenen Diät) immer Ernst nehmen sollte. Tatsächlich ist es so, dass über die vegane Ernährung oftmals nicht genug Vitamin B12 aufgenommen wird. Dieses kann man aber sehr leicht supplementieren. Das ist dann aber häufig das Totschlagargument gegen den Veganismus – Stichwort: unnatürlich! Eigentlich könnten wir B12 über Obst und Gemüse aufnehmen, denn die Böden waren mal voll mit den Bakterien, die B12 produzieren. Durch ausgelaugte Böden und einer sterileren Umwelt können wir B12 aber nicht mehr über diesen natürlichen Weg bekommen. Das gilt übrigens für Tiere genauso, denn das B12, das man über Fleisch zu sich nimmt, wird häufig auch einfach supplementiert.

„Übrigens, die Schwarzwälder Kirschtorte eben war auch vegan!“, überrascht meine Mutter den halben Tisch. „Das glaube ich nicht!“, entgegnet mein Opa schon fast entsetzt. „Hättest du das vorher gesagt, hätte ich wohl nicht probiert. Die war aber echt lecker. Machst du die nochmal?“ Essgewohnheiten sind letztlich auch nur Gewohnheiten. Häufig spielen unsere Gedanken und Emotionen dabei eine wichtige Rolle. Im Bezug auf pflanzliche Kost muss man sich vielleicht manchmal überraschen lassen, auch mal etwas Neues ausprobieren und andere Wege einschlagen. Denn das Schöne dabei ist, vegane Ernährung tut wirklich niemandem weh – weder Tier, noch Mensch. 

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