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Frank Olliger hat stets ein offenes Ohr: für all die großen und kleinen Anliegen der Dorfbewohner im SOS-Kinderdorf Saar. Als Dorfmeister ist er überall zur Stelle, wo es hakt. Neben den normalen Hausmeistertätigkeiten fährt er die Kinder zu Terminen und hilft seinen Kollegen bei Veranstaltungen im Dorf. Als stiller Held im Alltag bringt er viele Kinderaugen zum Strahlen.

Wenn der gelernte Elektromechaniker an die Umstellung von seinem früheren Produktionsbetrieb zu SOS-Kinderdorf zurückdenkt, muss er schmunzeln. „Hier ticken die Uhren anders, es dreht sich eben alles um die Kinder.“ Die Dorfmeisterei selbst sehe er als eine Berufung. Auch ohne pädagogische Tätigkeit baut Olliger eine Beziehung zu den Kindern auf. Sind viele am Anfang noch zurückhaltend, werden sie immer aufgeschlossener und wollen ihn beim Apfelkeltern für das Apfelfest oder beim Blätterkehren aushelfen. Dem 50-Jährigen macht es Freude zu sehen, wie die jungen Menschen ihren Weg finden. „Es ist eine Wahnsinnssache, was die Kinderdorfmütter, Betreuer und Erzieher alles leisten. Wie viel Mühe und Liebe sie in die jungen Menschen stecken.“

Olligers Alltag im Dorf sieht jeden Tag etwas anders aus. Er repariert, streicht, räumt Möbel um oder mäht den Rasen. Immer unterstützt von zwei bis drei Bundesfreiwilligendienstlern. Auch hilft das kleine Team bei den regelmäßigen Veranstaltungen im Dorf: von Apfelfest, über Sankt-Martins-Feiern bis hin zu Weihnachts- und Nikolaus-Festlichkeiten. Mit den Kindern kommt er dabei immer wieder in Kontakt: Sei es bei seinen zahlreichen Fahrten zu Terminen der Kinder oder wenn er sie auf dem Traktor eine kleine Runde durchs Dorf mitnimmt.

Berührende und lustige Zwischenfälle

Die Arbeit sei allerdings auch emotional eine Herausforderung, so der Mitarbeiter. Viele Erfahrungen nehme er mit nach Hause. Jedes Kind hat seine eigene Geschichte, wie die des Mädchens , das mit vier Jahren ins Kinderdorf kam. Als er das Kind auf einer Parkbank habe sitzen sehen, gab er ihr ein Biene-Maja-Bilderbuch. „Doch was dann geschah, hat mich geschockt: Sie hat versucht, die Seite größer zu machen, wie am Handy oder Tablet, weil sie offensichtlich keine Bücher kannte.“ Bald schon konnte er die positive Entwicklung des Mädchens miterleben, wie es in der Matsch-Anlage gespielt, die Kletterspinne und irgendwann auch die Kreativräume für sich entdeckte . Doch auch Lustiges erlebt Olliger. Als Bundesfreiwillige unterstützte eine Zeit lang eine junge Frau das Dorf. Ein kleiner Junge himmelte sie an, traute sich aber nicht, ihr seine Zuneigung zu gestehen. „Also bat er mich um Hilfe und so wurde ich auch noch zum Liebesbrief-Überbringer“, erinnert er sich. Und fügt lachend hinzu: „Ein Dorfmeister ist eben doch das Mädchen für alles.“

Hilfe für benachteiligte Kinder

Seit über 60 Jahren unterstützt SOS-Kinderdorf Kinder, junge Menschen und ihre Familien in schwierigen Lebenslagen. Neben den Kinderdorffamilien und Wohngruppen helfen zahlreiche Angebote Familien in schwierigen Lebenslagen. Sei es durch eine Begleitung im Alltag dank der ambulanten Hilfen, vielfältige offene Angebote für Familien und Senioren in Familienzentren oder Mehrgenerationenhäusern sowie Bildungsangebote, die Kinder und Jugendliche gezielt fördern.

Starker Zusammenhalt

Der große Zusammenhalt im Dorf und der Umgang mit den Kindern gefällt dem Dorfmeister an seiner Arbeit besonders gut. Die Dorfmeisterei mit ihren ganzen Werkzeugen und Geräten ist für sie immer ein Abenteuer. „Wenn sie auf dem Trecker mitfahren dürfen oder die handwerklich Interessierten in der Dorfmeisterei mit mir hämmern und schrauben, dann strahlen ihre Augen – und das ganz ohne Spielekonsole.“ Den Wechsel zu SOS-Kinderdorf habe Olliger keine Sekunde bereut: „Mein Vorgänger war 23 Jahre hier und diese Zahl plane auch ich vollzumachen.“

Schenken – mit Sinn und Herz

Nicht alle Kinder können unbeschwert aufwachsen. Geben Sie Ihr Glück weiter – schenken Sie jungen Menschen eine Zukunft. Auch belasteten Familien können Sie helfen: mit einer Geschenkspende oder einer Geschenkpatenschaft von SOS-Kinderdorf. So schenken Sie doppelt Glück – dem Beschenkten und Kindern in Not.

In nur drei Schritten halten Sie ihre Geschenkspende in den Händen:

1. Spendenformular ausfüllen,
2. Geschenkurkunde personalisieren und ausdrucken,
3. Glück überreichen. Wir danken Ihnen von ganzem Herzen für Ihre Unterstützung!

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SOZIALE VERANTWORTUNG

„Mein Einsatz im Jemen war herausfordernd und bewegend“, sagt Annette Werner. Die Kinderärztin von Ärzte ohne Grenzen berichtet über eine Flut, den Krieg und Definitionen, die ins Wanken gerieten:

Sieben Monate arbeitete ich im Jemen. Die letzten Wochen waren dabei besonders fordernd und berührend. Es gab starke Regenfälle und Überschwemmungen. Eines Abends wurde die Tür unserer Notaufnahme aufgestoßen: Ein Vater trug seinen achtjährigen Sohn herein.

Ich durfte den Zauber des Lebens wieder wahrnehmen!– Annette Werner

Die Eltern hatten ihn ertrinkend in den Fluten gefunden. Er war bewusstlos und stark unterkühlt. Wir begannen direkt mit der Stabilisierung: Aufwärmen, Krämpfe kontrollieren, Kreislauf stabilisieren, Atemweg sichern. Es war extrem kompliziert, doch es gelang uns. Nach zwei Stunden ging es dem Jungen besser, und wir verlegten ihn ins größere Krankenhaus nach Sanaa. Vier Tage später wurde er entlassen. Lachend und gesund. Einer meiner schönsten Momente.

Kleine medizinische Wunder

Doch der Regen war nur eine von vielen Katastrophen im Jemen: Krieg, Armut, hohe Kindersterblichkeit. 20 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Ärzte ohne Grenzen ist seit Jahren vor Ort. Durch überschwemmte Wege und anhaltende Benzinblockaden brauchten manche Patient*innen zwei Wochen, bis sie uns erreichten – viel zu lange, viel zu spät.

„Hajdan ist ein Bergdorf nahe der Front. Immer wieder hörten wir die Kampfflugzeuge“, sagt Annette Werner.
(Foto: Agnes Varraine-Leca/MSF)

Zahlreiche Kinder kamen mit schweren Infektionen und Mangelernährung in unser Krankenhaus. Sie waren teilweise so schwer erkrankt, dass die medizinische Notversorgung zu einem Drahtseilakt wurde. Wir legten all unsere Energie in diese Kinder, um jede noch so kleine Chance zu nutzen und erlebten mehr als ein Mal kleine medizinische Wunder. In diesen Stunden wurde mir immer wieder bewusst, wie unterschiedlich die Lebensbedingungen in unserer Welt doch sind.

Wenn Neugeborene lächeln

Gesundheit ist ein so wertvolles Gut. Ich bin froh, dass ich mit Ärzte ohne Grenzen, meinen Beitrag dazu leisten konnte, den Menschen an schwer erreichbaren Krisenorten zu helfen. Ich habe im Jemen viel gelernt. Zum Beispiel auch an Wunder in der harten Realität zu glauben, und den Zauber des Lebens wieder wahrnehmen zu dürfen.

JEMEN:  „Die Kindersterblichkeit im Land ist hoch, doch wir können mit einfachen Mitteln helfen“, sagt Annette Werner von Ärzte ohne Grenzen. (Foto: MSF)

Mein jemenitischer Kollege Maged fragte mich einmal, was wir in Deutschland sagen, wenn Neugeborene lächeln. Ich ratterte meine erlernte Definition herunter: „Spontanes Reflexlächeln, nicht emotional verknüpft etc. …“ Daraufhin lächelte Maged und sagte: „Also wir sagen hier, dass die Engel aus dem Himmel herunterkommen und mit den Neugeborenen spielen – und dann lächeln sie.“ So bewegend – wie mein gesamter Einsatz im Jemen.

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