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Soziale Verantwortung

Gemeinsam gegen die soziale Ungleichheit

Foto: Sarra Gläsing

Während die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland immer weiter sinkt, steigt die Zahl der Deutschen, die unter die Armutsgrenze fallen, weiter an. Armut und die sogenannte soziale Kälte sind auch in Deutschland ein großes Thema. Und das, obwohl die Wirtschaft stark und stabil ist. Die Angst vor dem Abstieg geht gerade in der Mittelschicht um und eine soziale Ungleichheit wächst an.

Wie kann es sein, dass ein eigentlich so reiches und stabiles Land wie Deutschland eine immer größer werdende Schere zwischen Arm und Reich zulässt? Exorbitant steigende Mieten, sinkende Löhne und unsichere Jobs untermauern eine soziale Unsicherheit der Mittelschicht. Wer mehr als die Hälfte des Einkommens für die Miete ausgeben muss, um überhaupt noch eine Wohnung zu haben, orientiert sich wirtschaftlich eher nach unten als nach oben.

Alleinerziehende Eltern, die mehr als nur einen Job haben, um sich und ihre Kinder auch nur ansatzweise über die Runden zu bringen. Hinzu kommt eine wachsende Zahl an Menschen ganz ohne Unterkunft. Pfandflaschen sammeln, um sich in einer Einrichtung mal eine Dusche erlauben zu dürfen, oder das alltägliche trockene Brötchen, um irgendwas im Magen zu haben.

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Die Aufzählung von sozial und wirtschaftlich an der Grenze lebender Menschen kann immer so weitergehen. Es ist eine Gesellschaftsstruktur der Kontraste: auf der einen Seite eine der reichsten Industrienationen der Welt, auf der anderen eines der Erste-Welt-Länder mit den größten Einkommensunterschieden.

Scham vor dem Begriff „arm“

Als „arm“ gilt, wer über ein durchschnittliches Einkommen von weniger als 60 Prozent des nationalen mittleren Einkommens verfügen kann. Bei Erhebungen 2018 kam es hier zu einem Höchststand seit der Wiedervereinigung – mindestens 13,7 Millionen Menschen in Deutschland sind „arm“.

Wer da auf Ursachenforschung geht, sieht zum einen die Gesellschaftsgruppen mit hohem Armutsrisiko, zu denen Alleinerziehende, Ältere, Behinderte, aber auch Menschen mit Migrationshintergrund gehören. Doch auch in der allgemeinen Mittelschicht steigt das Risiko. Die vielfältigen Ursachen für Armut formen sich zu einem Teufelskreis, der immer mehr Menschen hineinzieht und nur wenige wieder herauslässt.

Früher galt, arm ist vor allem der, der keine Arbeit hat. Das gilt heute nicht mehr. Eine wachsende Zahl an Erwerbstätigen wird trotz geregeltem Arbeitsverhältnis arm. Der Arbeitsmarkt wächst und entwickelt sich augenscheinlich gut, doch auch der Mindestlohn ändert nichts daran, dass Niedriglöhner an der Grenze zur Armut leben.

Währenddessen sorgt der Boom auf dem Arbeitsmarkt dafür, dass sich Armut und Wirtschaft in andere Richtungen verändern und sich weiter von einander entfernen. Wohlstand und Reichtum vergrößern sich Jahr für Jahr, während die soziale Ungleichheit ebenso wächst. Dabei trägt die immer älter werdende Bevölkerung mit der immer geringer ausfallenden Rente ihr Übriges zu dieser Ungleichheit bei.

Die einzige Antwort auf den beunruhigenden Trend ist Gemeinschaft! Wer sich darauf besinnt, wieder an das Gemeinschaftsgefühl und die Solidarität zu denken, trägt viel dazu bei, unsere Gesellschaft wieder zu einen.

Denn nur gemeinsam kann soziale Ungleichheit bekämpft werden.

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