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Soziale Verantwortung

Für den guten Swag

Photo: Viva con Agua

Ein engagiertes Leben ist ein erfülltes Leben. Gleichzeitig sollen Aktivismus und Engagement Spaß machen, um positiven gesellschaftlichen Wandel nicht mit dem erhobenen Zeigefinger herbeizuführen. Viva con Agua nennt diesen Ansatz „All Profit“, denn alle sollen etwas vom Engagement haben: Von den Engagierten selbst, bis zu den Menschen die durch die Wasserprojekte von Viva con Agua unterstützt werden. Dieser Gedanke überzeugt. Immer mehr Menschen setzen sich für die Vision „Wasser für alle“ ein. Was motiviert diese Menschen soziale Verantwortung zu übernehmen?

Jule Dohrmann

Ehrenamt, soziales Engagement, Freiwilligenarbeit. Begriffe, die mir zum ersten Mal in amerikanischen Serien begegneten, meist für College-Bewerbungen oder die Optimierung des Lebenslaufs. Aber darum soll es hier nicht gehen. Dies ist kein Plädoyer für Altruismus, sondern eine Liebeserklärung an alle Menschen, die soziale Verantwortung übernehmen. Die sich mit ihren Mitmenschen und für die Umwelt einsetzen, die laut sind und nicht nachgeben. Die Welt ist nicht gerecht, Ressourcen sind nicht fair verteilt und jeden Tag fliehen Millionen Menschen vor Krieg und Armut. Ich kann meine Augen nicht mehr davor verschließen, ich kann meine Empathie nicht abschalten, ich kann nicht zusehen, wenn Ungerechtigkeit ignoriert wird, und ich kann nicht darauf warten, dass sich etwas ändert, während ich selbst nichts verändere.

Seit zehn Jahren gibt es das Menschenrecht auf Wasser. Aber die bloße Existenz dieses Menschenrechts bedeutet nicht, dass dies auch für jeden Menschen auf der Welt Realität ist. Viva con Agua hat mir gezeigt, dass ich etwas verändern kann, ohne den moralischen Zeigefinger zu erheben, dass ich andere Menschen mit Freude und Spaß für ein existenzielles Menschenrecht begeistern kann. Durch Musik, Kunst und Sport werden besondere Verbindungen mit Menschen weltweit geschaffen, und zusammen können wir so die Vision „Wasser für alle“ unterstützen. Dies ist eine Liebeserklärung an alle Menschen, die sich zusammen mit mir für den Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanitäranlagen einsetzen, die Viva con Agua unterstützen und sich auch in Pandemiezeiten nicht unterkriegen lassen, die mit Freude und Energie diesen Verein unterstützen und nicht aufgeben, bis der letzte Brunnen gebohrt und das letzte Klo gebaut ist.

Mogli

Was bedeutet soziale Verantwortung für mich? Die Politik und die Bildungssysteme überall auf dem Planeten versäumen es, uns über den wahren Zustand der Welt aufzuklären. Sie scheitern daran, Stigmata zu überwinden, unsere Diversität zu repräsentieren und die Menschheit zu vereinen.
Viele Menschen beziehen ihre Nachrichten ausschließlich über soziale Medien. Das bedeutet, dass sie in hohem Maße durch Algorithmen gefiltert werden. Die Dokumentation „The Social Dilemma“ hat kürzlich wieder einmal die kollektive Aufmerksamkeit darauf gelenkt, wie wir alle in unseren eigenen Blasen stecken. COVID-19 hat uns den realen Kontakt genommen und uns noch mehr isoliert.

Kunst kann die fehlende Verbindung sein, eine Brücke zwischen diesen Blasen, denn jeder konsumiert Kunst. Künstler haben die Möglichkeit, übergreifend Informationen zu verbreiten. Deswegen steckt meine Message in allem, was ich tue.
Warum mache ich Kunst? Weil ich Angst überwinden will – meine eigene und die der anderen. Ich glaube, dass Angst die Wurzel alles Bösen in der Welt ist. Jede falsche Entscheidung, jeder Krieg lässt sich auf jemanden zurückführen, der Angst hatte. Ich versuche, mutig zu sein, indem ich mich verletzlich mache, in meiner Kunst und auf allen meinen Plattformen. Verletzlichkeit kreiert Empathie und Verbindung – und das braucht unsere Welt. Ich spüre die Verantwortung, nicht nur künstlerisch tätig zu sein, sondern auch über Themen zu sprechen, die mir wichtig sind: Menschenrechte, Gleichberechtigung, (Female) Empowerment, Klimawandel, Homophobie, Rassismus, Nachhaltigkeit. Ich bin in vielerlei Hinsicht privilegiert, also versuche ich, mein Privileg und meine Plattform zu nutzen, um Grenzen zu verschieben.

Roger Reckless

Soziale Verantwortung bedeutet für mich in erster Linie eine Erkenntnis. Die Erkenntnis, dass man mit seinen Handlungen in seinem Rahmen tatsächlich Dinge verändern kann und dafür auch Verantwortung trägt. Große Veränderungen in der Welt beginnen im kleinen Kreis. Es ist wie der Stein, der ins Wasser geworfen wird. Eine punktuelle Aktion kann weite Kreise ziehen. Das bedeutet auch, zu begreifen, dass man Teil von etwas Größerem ist. Man ist Teil einer Gesellschaft und kann einen Beitrag leisten, damit sich diese als Gemeinschaft betrachtet. Gesellschaft würde ich in diesem Zusammenhang sogar als die globale Gesellschaft der Menschheit verstehen. In dem Moment, in dem ich mich als Teil von allem begreife, werde ich meinem eigenen Verhalten noch mehr Gewicht beimessen.

Wer soziale Verantwortung übernimmt, hat verstanden, dass das eigene Verhalten und die eigene Einstellung die Gemeinschaft beeinflusst und dass die soziale Verantwortung darin besteht, diesen Einfluss positiv gestalten und die Gemeinschaft weiterbringen zu wollen. Das schließt den Erhalt und den achtsamen Umgang mit unserer Umwelt ein, da sie die Existenz der Gemeinschaft erst ermöglicht.
All das bedeutet Arbeit – und individuellen Einsatz, denn diese Erkenntnis ist noch lange nicht so weit verbreitet, wie sie sein sollte. Ich bin bereit dafür. Ich arbeite stetig an mir selbst, um der Verantwortung gerecht zu werden, die diese Erkenntnis mit sich bringt. Und ich nutze meine Kunst in all ihren Ausprägungen dazu, sie sichtbar zu machen.

Anna Grebhahn

Ich engagiere mich, weil ich Verantwortung übernehmen möchte für meine Generation und alle, die nach mir leben. Mir erscheint eine nachhaltige Entwicklung und somit intra- und intergenerationale Gerechtigkeit als das Wichtigste, an dem wir hier auf der Welt gemeinsam arbeiten können. Und hey – wir leben doch alle gemeinsam hier! Also sollten wir uns auch umeinander sorgen und versuchen, Gerechtigkeit zu schaffen, mindestens in Bezug auf grundlegende Rechte wie den Zugang zu Wasser und Sanitäranlagen. Insbesondere der Zugang zu Wasser ist schließlich die Grundlage für das Leben an sich. Soziale Verantwortung zu übernehmen, bedeutet für mich persönlich, auf mehr Gerechtigkeit hinzuarbeiten. Und wisst ihr was? Bei Viva con Agua macht das auch noch richtig viel Spaß, weil wir Aktivismus mit den schönsten Dingen im Leben wie Musik, Kunst oder Sport verbinden.

Mika Eckhardt

Für mich sind viele elementare Dinge absolut selbstverständlich: Wasser kommt aus dem Hahn, wenn ich mal muss, gehe ich ein paar Meter auf die nächste Toilette und danach wasche ich mir die Hände. Mit Seife. Weil das aber nicht überall auf unserer Erde so ist, spüre ich die Verantwortung, mein Privileg zu nutzen und mich für eine Veränderung einzusetzen. Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der die Menschen nicht nur ihr eigenes Wohl vor Augen haben und in der soziales Engagement ein genauso alltägliches Phänomen wie Erwerbsarbeit ist. Auf dem Weg dahin halte ich es für wichtig, dass alle, die dasselbe Ideal einer gerechten Weltgemeinschaft verfolgen, mit gutem Beispiel vorangehen.

Viva con Agua bietet mir die Möglichkeit, dieses Engagement freudvoll auszuleben, indem beispielsweise das Spendensammeln nicht durch Bilder von Leid und Armut geprägt ist, sondern von der positiven Energie von Festivals und Konzerten. Ich kann also Aktionen, die mit viel Spaß und guter Stimmung verbunden sind, mit dem Engagement für eine bessere Zukunft verknüpfen. Außerdem steht hinter Viva con Agua ein riesiges Netzwerk an inspirierenden Menschen und Organisationen. Teil dieses Netzwerks zu sein, bedeutet auch, dass ich überall in Deutschland und Umgebung, aber auch beispielsweise in Uganda, Nepal oder Malawi Menschen kennenlernen kann, die dieselben Werte und Ziele verfolgen.

Für eine Welt ohne Durst

Viva con Agua setzt sich für den Zugang zu sauberem Trinkwasser und – in Zeiten von Corona besonders wichtig – für Hygienemaßnahmen für alle Menschen ein.

Wer schon einmal bei einer Aktion von Viva con Agua dabei war, merkt schnell: Dieser gemeinnützige Verein und sein internationales Netzwerk stecken voller guter Laune, voller motivierter und engagierter Menschen, voller Musik und Leidenschaft. Auf über 200 Musikfestivals und etlichen Konzerten ziehen ehrenamtliche Supporter mit ihren Tonnen und Fahnen los und sammeln Spenden in Form von Becherpfand. Die Ehrenamtlichen organisieren Floßrennen, Tischtennisturniere oder Flohmärkte, es gibt Sofakonzerte, Kunstausstellungen und Sportevents. Die Aktionen sind so bunt wie die Organisation selbst, denn Viva con Agua verfolgt einen besonderen Ansatz: Engagement soll Spaß bringen – und jeder soll von seinem Engagement profitieren können.
Bei all der Lebensfreude, die Viva con Agua ausstrahlt, steht eine Sache stets im Mittelpunkt: Wasser. Der Grundgedanke WASSER FÜR ALLE – ALLE FÜR WASSER begleitet die Arbeit von Viva con Agua seit der Gründung im Jahr 2006 bei allen Projekten und Aktionen. Durch die auf freudvolle Weise gesammelten Spenden konnten bisher bereits drei Millionen Menschen in den Projektgebieten (z. B. in Uganda, Mosambik, Nepal, Indien oder Äthiopien) erreicht werden. Es profitieren also alle: diejenigen, die sich engagieren, genauso wie die Menschen in den Projektländern, deren Lebens- situation sich durch den Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitärer Grundversorgung deutlich verbessert. Viva con Agua bezeichnet sich deshalb selbst als ALL-Profit-Organisation. Doch die Ausbreitung der Corona-Pandemie ist aktuell nicht nur für uns eine extreme Herausforderung. Gerade in anderen Teilen der Erde können die Folgen von COVID-19 die Gewährleistung des Menschenrechts auf Wasser gefährden. Deshalb ist in dieser aktuellen Notsituation Prävention wichtig. Wasser-, Sanitär- und Hygienemaßnahmen können helfen, Menschen in Ländern wie Nepal oder Uganda gesund zu halten, sie zu schützen und dadurch die lokalen Gesundheitssysteme zu unterstützen.

Aktuell haben weltweit 579 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und rund zwei Milliarden Menschen leben ohne sanitäre Grundversorgung. Diese Menschen will Viva con Agua erreichen – und nutzt dafür die universellen Sprachen Musik, Kunst und Sport. In Deutschland genauso wie in den Projektländern.

Viva con Agua und sein internationales Netzwerk profitieren vom Engagement vieler Unterstützer. Wer sich einbringen will, kann das auf verschiedene Weise tun. Dank der ausgegliederten Social-Business-Unternehmen Viva con Agua Wasser GmbH, Goldeimer gGmbH und die Viva con Agua Arts gGmbH ist es jedem möglich, die Vision WASSER FÜR ALLE – ALLE FÜR WASSER im Alltag mit dem Kauf von sozialem Mineralwasser, sozialem Klopapier oder Kunstwerken zu supporten. Zudem kann sich jeder im Pool der Ehrenamtlichen registrieren, bei Konzerten oder Festivals dabei sein, Fördermitglied werden oder eine eigene Spendenaktion aufziehen. Die Möglichkeiten, sich im Viva-con-Agua-Kosmos zu engagieren, sind quasi unbegrenzt – be part of the family!

Spendenkonto

Empfänger: Viva con Agua
IBAN: DE58 2005 0550 12681 351 81 BIC: HASPDEHHXXX

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