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NACHHALTIG BAUEN UND WOHNEN

Baumittelstand als Treiber der Klimawende

Foto: Terdsak L via Shutterstock

Kaum ein Thema hat die politische und öffentliche Debatte in den letzten Monaten so sehr bestimmt wie der Umwelt- und Klimaschutz. Einigkeit besteht darüber, dass Ökologie und Ökonomie in einem sozialverträglichen Maß zusammengedacht werden müssen.

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Felix Pakleppa

Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe  

Daraus ergeben sich auch für die mittelständische Bauwirtschaft in Deutschland neue Perspektiven und neue Herausforderungen. Wir müssen uns fragen, welchen Beitrag die Baubranche leisten kann und muss. Nicht zuletzt auch deswegen, weil in der öffentlichen Debatte der Gebäudesektor nur unzulänglich hinsichtlich Kosten und Nutzen für den Klimaschutz beleuchtet wurde.

Wie also kann sich die Baubranche so entwickeln, dass die Belange des Klimaschutzes stärker berücksichtigt werden können?

Dafür braucht es an erster Stelle ein Mindset, das den Schutz unseres natürlichen Lebensraumes und unserer Umwelt als gleichberechtigtes Ziel neben bezahlbarem Wohnraum und sozialem Unternehmertum begreift. So, wie wir mit beiden Beinen auf dem Fundament der sozialen Marktwirtschaft stehen, braucht es für die Baubranche der Zukunft eine strukturelle Sensibilität für klimagerechtes Handeln bei der Errichtung von Gebäuden und Infrastrukturprojekten.

Es ist zweitens wichtig, den Zusammenhang des technisch Machbaren und des wirtschaftlich Tragbaren zu sehen. Untersuchungen zeigen, dass beispielsweise die Verschärfung von energetischen Standards nicht im gleichen Maße zu Einsparpotenzialen des Energieverbrauchs führt. Während die Kosten für die Einhaltung eines höheren energetischen Anforderungsniveaus fast exponentiell ansteigen, verringert sich der Endenergieverbrauch in vergleichsweise geringem Umfang.

Unser natürlicher Lebensraum muss geschützt werden.

Die dritte Schraube, an der gedreht werden muss, ist der politische Rahmen. Dabei ist vor allem die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung wichtig. Nach Untersuchungen der dena (Deutsche Energie-Agentur) liegt allein durch dieses Instrument das Potenzial zur Reduktion von Treibhausgasemissionen bis 2030 bei knapp 3,4 Millionen Tonnen, womit es zu den mit Abstand wirkungsvollsten Maßnahmen gehört. Hier ist der Gesetzgeber in der Pflicht, endlich etwas für die Einführung der steuerlichen Sanierungsförderung zu tun. Gleiches gilt für die Frage, wie und in welcher Art der Ausstoß von CO2 bepreist werden kann. Kleine und mittelständische Betriebe dürfen daher nicht unkalkulierbar belastet werden. Ein aufkommensneutraler, unbürokratischer und sozialverträglicher Weg, CO2 zu bepreisen, ist daher unerlässlich.

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