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Home » WIE WOLLEN WIR LEBEN » Wird diese Krankheit für immer ausgerottet?
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Entzündete Augen, Schmerzen beim Blinzeln und am Ende Blindheit. Die Augenkrankheit Trachom bedroht weltweit fast 100 Millionen Menschen. Doch bis 2030 will die Christoffel-Blindenmission (CBM) diese Infektionskrankheit ausrotten – zusammen mit der Weltgesundheitsorganisation.

Butajira/Äthiopien. „Es juckt, es sticht, und ich muss mir dauernd die Augen reiben“, sagt Mekiya. Die 40-Jährige hat sich mit der Augenkrankheit Trachom angesteckt. Rasend schnell wird die bakterielle Infektion von Mensch zu Mensch übertragen. Die Ärmsten der Armen sind ihr ausgeliefert.

Es beginnt mit Fliegen, die sich in die Augenwinkel setzen. Sie übertragen einen Erreger, der eine Entzündung hervorruft. Bei Fortschreiten der Krankheit ziehen sich die Lider nach innen und die Wimpern kratzen über die Hornhaut wie Sandpapier. Jedes Blinzeln verursacht unerträgliche Schmerzen, zugleich trübt sich die Hornhaut. Wenn Mekiya nicht bald behandelt wird, erblindet sie.

Ein simpler Eingriff rettet Augenlicht

Im Falle der dreifachen Mutter kommt es zum Glück nicht so weit, denn vorher wird ihre Nachbarin Nurmete Selamo auf ihr Leiden aufmerksam: Selamo ist selbst Hausfrau und Mutter – und sie hat sich kürzlich in einem CBM-geförderten Projekt ausbilden lassen. Nun kann sie Trachom erkennen. „Mekiya braucht eine Augenlid-Operation“, erklärt Selamo. „Die Krankheit ist weit fortgeschritten, sie befindet sich im Endstadium.“ – „Trachomatöse Trichiasis“ nennen Augenärzte das.

Einige Tage später wird Mekiya operiert: Es ist ein simpler Eingriff unter örtlicher Betäubung, der wenige Minuten dauert. Schon kurz danach ist die Patientin schmerzfrei. Sie hatte großes Glück, dass sie gefunden wurde. Viele Betroffene leben in entlegenen Gebieten, in denen es keine Ärzte gibt. Zugleich können sich diese Menschen die Fahrtkosten für den Weg ins Krankenhaus nicht leisten. In solchen Regionen fördert die CBM die Fortbildung von Einwohnerinnen und Einwohnern der Dörfer: Sie lernen, Augenerkrankungen zu erkennen und erfahren, welche Augenklinik für sie zuständig ist, – und an wen sie sich wenden können, wenn jemand zu arm für die Behandlung ist.

Sauberes Wasser ist der beste Schutz

Neben der Früherkennung von Trachom spielt sauberes Wasser eine Schlüsselrolle im Kampf gegen die Krankheit. Denn, so erklärt Nurmete Selamo: „Trachom verbreitet sich, weil sauberes Wasser fehlt und sich die Menschen nicht waschen können.“ Auch Mekiya kann davon nur träumen. Arme Familien wie ihre laufen täglich kilometerweit bis zum nächsten Brunnen. Es gibt zu wenige davon und viele schöpfen das Wasser aus Tümpeln.

Deswegen baut die CBM mit ihren Partnern vor Ort Brunnen – auch in Mekiyas Dorf im äthiopischen Distrikt Butajira. Bis zu 600 Personen bekommen pro Brunnen Zugang zu sauberem Wasser.

Neue, barrierefreie Brunnen stellen sicher, dass die Menschen Zugang zu sauberem Wasser bekommen.

Zudem verteilt die CBM Medikamente, um die Infektion zu stoppen: Im Frühstadium hilft schon ein Antibiotikum, damit wird Trachom im Keim erstickt. Die Erkrankten werden von den unerträglichen Schmerzen befreit.

Der Maßnahmen-Mix trägt seit Jahren Früchte: In rund 30 Ländern gilt Trachom als ausgerottet. Bis 2030 soll das Leiden weltweit beendet werden. Dafür kämpft die CBM gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation. Das gemeinsame Ziel: Die Krankheit für immer besiegen.

CBM Initiative TRACHOM-FREI 2030

Trachom ist eine bakterielle Augenerkrankung, die auch in Deutschland einst ein Problem war. Sie ist noch immer für Blindheit und Sehbehinderung bei fast 1,9 Millionen Menschen weltweit verantwortlich. Doch zum Welttag der Vernachlässigten Tropenkrankheiten am 30. Januar dieses Jahres verkündete die Christoffel-Blindenmission (CBM): Bis 2030 soll Trachom kein Risiko mehr sein – weltweit. Gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation will sie die Infektionskrankheit endgültig besiegen. Erfolge konnten in den vergangenen Jahren schon gefeiert werden: In rund 30 Ländern ist Trachom kein endemisches Problem mehr.

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