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Kreislaufwirtschaft funktioniert nur, wenn wir gemeinsam Verantwortung übernehmen.

Alexander Goldberg…

…ist seit 2005 für die stiftung ear tätig. Seit 2010 führt er sie als Vorstand. „Fairer Wettbewerb für die Marktteilnehmenden in Deutschland ist eines der Leitbilder unserer Aufgabenerfüllung. Dazu gehört es, ein möglichst einheitliches Verständnis der europäischen Rechtsvorschriften in den Mitgliedsstaaten herzustellen.“

Das alte Handy liegt seit Jahren in der Schublade. Der Haartrockner funktioniert nicht mehr und landet erst einmal im Keller. Die elektrische Zahnbürste kommt in den Restmüll. Solche Entscheidungen werden jeden Tag getroffen – oft ganz nebenbei. Doch sie sind nur ein einzelner Bestandteil der gesamten Wertschöpfungskette. Damit aus einem ausgedienten Elektrogerät neue Rohstoffe werden, braucht es einfache Rückgabemöglichkeiten, funktionierende Sammelsysteme und Unternehmen, die Verantwortung für ihre Produkte übernehmen. Erst wenn all diese Bausteine gut und sinnvoll zusammenspielen, kann Kreislaufwirtschaft tatsächlich wirksam realisiert werden.

Besonders gut lässt sich das an Elektro-Altgeräten beobachten

In ihnen stecken wertvolle Rohstoffe und Metalle, wie Gold, Kupfer oder Seltene Erden. Gleichzeitig enthalten viele Geräte Batterien oder Schadstoffe, die bei falscher Entsorgung zum Risiko werden können.

Damit die Rohstoffe in der zirkulären Wertschöpfung erhalten bleiben und die Geräte sicher entsorgt werden können, wächst das Netz an Rückgabemöglichkeiten stetig. Neben den lokalen Wertstoff höfen können kleine Elektro-Altgeräte inzwischen auch in vielen Supermärkten und im Handel kostenlos zurückgegeben werden. Heute begegnet uns Kreislaufwirtschaft an Orten, an denen wir sie früher nicht erwartet hätten.

So müssen seit dem 1. Juli 2026 auch Kioske, Tankstellen und andere Verkaufsstellen von E-Zigaretten oder elektronischen Tabakerhitzern, ausgediente Geräte kostenlos zurücknehmen – unabhängig vom Neukauf. Gerade bei Vapes ist die richtige Entsorgung besonders wichtig. Sie enthalten Lithium-Ionen-Batterien, die bei falscher Entsorgung Brände in Müllfahrzeugen sowie Entsorgungs- und Recyclinganlagen auslösen können. Daher gehören sie niemals in den Restmüll! Kreislaufwirtschaft manifestiert sich damit längst nicht mehr nur auf dem Wertstoffhof oder in Recyclinganlagen. Sie beginnt deutlich vor der Schublade und vor der Supermarktkasse.

So viele Rückgabewege, wie noch nie

Erweiterte Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility – EPR) wurde für den Bereich des Elektro- und Elektronikgesetzes bereits in den sogenannten “Nullerjahren“ EU-weit eingeführt und in nationales Recht überführt. Sie verpflichtet Unternehmen, ganzheitliche Produktverantwortung zu übernehmen. Dazu gehört vor allem nach dem Produktgebrauch, Rücknahme- und Recyclingsystem zu finanzieren, mitzugestalten, damit ausgediente Geräte gesammelt, Rohstoffe zurückgewonnen und Umweltbelastungen vermieden werden können. Die Möglichkeiten, Altgeräte kostenfrei zurückzugeben, wurden konsequent erweitert. Durch die jüngsten Gesetzesnovellen des ElektroG stehen im Markt so viele Rückgabewege wie noch nie zur Verfügung, was die Pflichten für Hersteller und Handel weiter verschärft hat. Oder aus Verbraucherperspektive: Es gab noch nie so viele Rückgabemöglichkeiten oder Rückgabestellen für Elektroschrott wie derzeit.

Was wir heute etwa bei Elektro-Altgeräten erleben, dokumentiert das Leitprinzip der ganzheitlichen Produktverantwortung in der Kreislaufwirtschaft, das konsequent vorangetrieben wird. Schritt für Schritt wurde und wird dieses Prinzip auf weitere Produktströme ausgeweitet.

Am Ende zählt die Entscheidung im Alltag

So gut durchdacht Rückgabesysteme auch sind – sie können ihre Wirkung nur entfalten, wenn wir sie aktiv nutzen. Das beste Sammelsystem hilft nicht, wenn der alte Haartrockner im Keller verschwindet oder die elektrische Zahnbürste im Restmüll landet. Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft lebt deshalb von vielen kleinen Entscheidungen im Alltag, die jeder von uns trifft. Verbraucherinnen und Verbraucher entscheiden, ob sie Produkte länger nutzen, weitergeben, reparieren (lassen) oder eben richtig zurückgeben.

Aus dem alten
Haartrockner im Keller
kann nur dann Zukunft
werden, wenn die darin
enthaltenen Rohstoff e ihren
Weg zurück in den Kreislauf
fi nden. Es liegt an uns.

Nur wenn alle Beteiligten bewusst und engagiert ihren Beitrag leisten, bleiben wertvolle Rohstoffe im Kreislauf. Wer selbst aktiv werden möchte, findet rund um den International E-Waste Day am 14. Oktober zahlreiche Mitmachaktionen im Rahmen der bundesweiten Aktionswochen „Jeder Stecker zählt! Deutschland sammelt E-Schrott“.

Kommunen, Unternehmen, Entsorgungsakteure und viele weitere Partner zeigen dort, wie einfach richtige E-Schrott-Entsorgung sein kann. Denn aus dem alten Haartrockner im Keller kann nur dann Zukunft werden, wenn die darin enthaltenen Rohstoffe ihren Weg zurück in den Kreislauf finden. Es liegt an uns.

Hier sehen Sie direkt auf der Karte, wo Sie Ihren e-Schrott entsorgen können:

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