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Afrika: Fahrräder als Entwicklungsmotor

Sieben Kilometer. Das ist die Entfernung zwischen Alenis Dorf und ihrer Schule. Die 16-Jährige lebt mit ihrer Familie in Ntchisi, einer Gemeinde im ländlichen Malawi. Busse oder andere Transportmittel gibt es nicht und darum bedeutete für sie der Schulweg bislang jeden Morgen fast drei Stunden Fußmarsch – und nachmittags wieder zurück. Nach stundenlangem Laufen kommen Schulkinder häufig zu spät und bereits erschöpft im Unterricht an. „Manchmal gab es Tage“, erinnert sich Aleni, „da konnte ich nicht zur Schule gehen, weil ich zu müde vom Vortag war.“

Inzwischen hat sich Alenis Leben verändert – dank eines einfachen Fahrrads. Über das Bildungsprogramm BEEP (Bicycles for Educational Empowerment Program) der internationalen Hilfsorganisation World Bicycle Relief erhalten Schülerinnen und Schüler ein Buffalo-Fahrrad, das speziell für den Einsatz in ländlichen Regionen entwickelt wurde und besonders robust ist. Weil sie im Bildungsbereich meist stärker benachteiligt sind, gehen 70 Prozent der Räder immer an Mädchen.

Beim Erhalt der Räder unterschreiben die Kinder und ihre Eltern einen Vertrag, in dem sie sich verpflichten, das Rad für den Weg zur Schule einzusetzen. Erst wenn sie die Schule abschließen, gehört es ihnen. So brechen vor allem weniger Mädchen die Schule ab, die Anzahl früher Schwangerschaften geht zurück. Im Rahmen des Bildungsprogramms werden zudem lokale Fahrradmechaniker ausgebildet, die dafür sorgen, dass die Räder in Stand gehalten werden.

Mit ihren Freundinnen kann Aleni nun jeden Tag zur Schule radeln, kommt pünktlich und hat mehr Zeit zum Lernen und für andere Aktivitäten. „Und ich habe jetzt bessere Noten“, freut sich Aleni. Mit einem Fahrrad besuchen Kinder regelmäßiger die Schule, schulische Leistungen steigern sich messbar.

Ein Fahrrad: Familien und ganze Dorfgemeinschaften profitieren

Kleinstunternehmer und Bauern haben das stabile Fahrrad ebenfalls als verlässliches Transportmittel für sich entdeckt. Über den Social Business Bereich der Hilfsorganisation können die Räder käuflich erworben werden. Esawo beispielsweise nutzt das Buffalo-Fahrrad, um seine Kinder zur Schule zu bringen. Manchmal dient es aber auch als Taxi, um erkrankte Dorfnachbarn zur nächsten Krankenstation zu fahren. Hauptsächlich transportiert der Milchbauer mit dem Rad jedoch die Milch seiner Kühe zur örtlichen Molkerei.

„Früher habe ich die Milch zu Fuß hingebracht und manchmal wurde sie sauer. Das war sehr entmutigend“, sagt Esawo. Auf dem Gepäckträger seines Fahrrads kann er bis zu 100 Kilogramm transportieren und ist fast doppelt so schnell. „Ich kann jetzt deutlich mehr Milch verkaufen“, freut sich der Familienvater, denn das bedeutet auch: Mehr Einkommen für die Familie.

Mobile Gesundheitsversorgung

Leider haben nicht alle das Glück einen Nachbarn wie Esawo zu haben, der Dorfbewohner zur Krankenstation radeln kann. Im ländlichen Malawi haben viele Menschen aufgrund großer Distanzen kaum Zugang zu Gesundheitsversorgung. Um diese Menschen kümmern sich ehrenamtliche Krankenpflegerinnen wie Esther. Sie kennt die Mitglieder ihrer Gemeinde unweit der Grenze zu Sambia gut. Weit verstreut leben sie und darum ist die junge Frau sehr froh, dass sie die weiten Strecken dank Fahrrad inzwischen schneller zurücklegen kann. Fast doppelt so viele Familien kann sie damit medizinisch versorgen und in Sachen Familienplanung beraten. „Familienplanung ist wichtig“, sagt Esther, „denn sie hilft Entwicklung zu steuern. Ich sehe wie unsere Gemeinde voran kommt und sich positiv entwickelt.“

Auch Aleni möchte Krankenschwester werden und den Menschen in ihrem Dorf helfen. Dass sie dafür fleißig lernen muss, ist der Schülerin bewusst. Mit ihrem Fahrrad kann Aleni nun ihren Zukunftsplänen entgegen radeln.

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