Mit seinem Mehrweg- und Recyclingsystem verfolgt Sonett das Ziel, Verpackungen möglichst lange im Kreislauf zu halten und wertvolle Ressourcen zu schonen. Im Interview spricht Geschäftsführerin Rebecca Kramer über die Entstehung des Projekts, bisherige Erfolge und die nächsten Schritte.

Rebecca Kramer
Geschäftsführung Sonett GmbH
Wie kam Sonett auf die Idee, ein Mehrweg- und Recycling-System zu entwickeln?
Sonett wurde 1977 aus Sorge und Verantwortung für das „Wasser als Träger alles Lebendigen“ gegründet. Dazu gehört neben unseren konsequent ökologischen Inhaltsstoffen gleicherweise die Nachhaltigkeit der Verpackungen. Unsere Bemühungen um alternative Bio-Kunststoffe zeigen bisher, dass diese für die Verpackung von Wasch- und Reinigungsmitteln nicht geeignet sind. Seit jeher bieten wir zu unseren Kleingebinden Nachfüllflaschen und -kanister an. Im Zuge des Aufkommens der neuen Unverpackt-Bewegung kam vor ca. 7 Jahren die Frage auf, Leerkanister zurückzunehmen und wieder zu befüllen. Bis zu 80 % der zurückgenommenen Kanister können so erneut genutzt werden. Kanister, die nicht wieder befüllt werden können, werden geschreddert und neuen Sonett Flaschen mit einem Anteil von bis zu 50 % zugemischt.
Im nächsten Schritt haben wir unseren Bioläden angeboten, auch leere Kleingebinde von den Kund*innen zurückzunehmen. Dafür haben wir die Sonett Sammelboxen konzipiert, so dass wir unseren Kund*innen damit ein Wiederbefüll-System als auch ein Sonett-eigenes PE-Recycling-System anbieten können.
Wie funktioniert die Rückgabe und was passiert mit dem Kunststoff?
Die leeren Sonett Gebinde werden über den Bio-Großhandel oder über Mehrwegkartons von den Bio- und Unverpacktläden an uns retourniert, sortiert, gereinigt und entweder wieder befüllt oder mit einem Rezyklat-Anteil von bis zu 50 % neuen Flaschen beigemischt.
Warum will Sonett nur eigenes PE-Material im Kreislauf führen?
Weil wir nur so wissen, was in den Flaschen vorher enthalten war. So können wir uns sicher sein, dass unsere Verpackungen keine unerwünschten Reststoffe, wie z.B. synthetische Duftstoffe enthalten. Deshalb kommt für uns nur eigenes PE-Material in Frage.
Welche Erfolge konnten seit dem Start 2019 erzielt werden, wie viel Kunststoff konnte durch das Rückgabesystem eingespart werden?
Wir haben die Rücknahme 2019 zusammen mit damals 20 Unverpackt-Läden als kleines Pilotprojekt gestartet. Mittlerweile haben wir deutschlandweit etwa 640 Sammelboxen ausgegeben. Auch unsere Großhändler in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden sind inzwischen Teil des Mehrweg- und Recycling-Systems und helfen bei der Rückführung.
In 2025 konnten durch die beiden Kreisläufe „Mehrweg“ und „Recycling“ 34,6 t Kunststoff eingespart werden – Tendenz steigend. Bis zu 80 % der Kanister können wieder befüllt werden, was nicht nur eine enorme Kunststoff-Einsparung, sondern zugleich auch eine erhebliche CO2-Reduzierung bedeutet.
Um ein realistisches Bild in Bezug auf die Rückholung der Gebinde und den Klimaschutz zu gewinnen, haben wir 2021 eine Studie beauftragt, die dabei nicht nur CO2, sondern alle relevanten Klimagase mit einbezieht und in CO2-äquivalente umrechnet. Das wird auf unserer Homepage ausführlich erläutert.
Wie geht es weiter mit dem Projekt – Ziele?
Nachdem dieses Projekt nun eine eigenständige Abteilung geworden ist und die Prozesse Mehrweg und Recycling gut ineinandergreifen, wollen wir im nächsten Schritt den Bereich Recycling weiter ausbauen. Um aus gebrauchten Sonett Gebinden neue zu machen, muss das Material geschreddert, gewaschen, getrocknet und vermahlen werden. Bisher lassen wir die geschredderten Flakes noch extern waschen, sind aber intensiv daran, eine eigene Flakes-Waschanlage zu entwickeln, so dass auch hier jeglicher Eintrag von Fremdstoffen ausgeschlossen ist. Wir sehen noch erhebliches Potenzial, die Rücknahme von Leergebinden auszuweiten, um noch sehr viel mehr wertvolles Polyethylen einsparen zu können.
Sonett Anwender*innen können eine Sammelbox für die Rückgabe nutzen. Wo findet man diese?
Die Sammelboxen finden sich im deutschen und niederländischen Biofachhandel – allerdings noch längst nicht flächendeckend. Sollte sich in Ihrem Geschäft vor Ort keine Sonett Sammelbox befinden, dürfen Sie sich gerne mit Angabe Ihrer PLZ an unsere Kund*innenberatung wenden.
Sie möchten mehr erfahren?
Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website: