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SOZIALE VERANTWORTUNG

Mehr Leben auf dem Mittelmeer retten

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Foto: Kenny Karpov
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Die Pflicht zur Seenotrettung ist tief in der maritimen Tradition verankert. Jedem Menschen in Seenot Hilfe zu leisten und ihn an einen sicheren Ort zu bringen, ist im See- und Völkerrecht festgeschriebene gesetzliche Pflicht. Sie bildet den Grundsatz der Arbeit von SOS MEDITERRANEE Deutschland.

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Täglich verlassen viele Menschen ihre Heimat, doch die wenigsten treffen diese schwere Entscheidung freiwillig. Es sind vielmehr die Zwänge von Verfolgung und Diskriminierung, von Diktatur und Krieg, von Armut und Perspektivlosigkeit und der Klimakrise, die sie dazu treiben.

In der Hoffnung auf ein besseres Leben sehen die Menschen keinen anderen Ausweg als auf seeuntauglichen Booten die gefährliche Überfahrt übers Mittelmeer zu wagen – eine der tödlichsten Fluchtroute der Welt.

Seit Beginn dieses Jahres ist im Schnitt alle sechs Stunden ein Mensch im zentralen Mittelmeer ertrunken. Die humanitäre Krise an Europas Außengrenzen spitzt sich zu, jedes weitere Rettungsschiff wird dringend gebraucht! Denn inmitten von Festsetzungen und anderen Blockadeversuchen durch europäische Staaten ist Vielfalt unsere Antwort. Daher wird SOS MEDITERRANEE DEUTSCHLAND eigene Wege gehen und den europäischen, zivilen Seenotrettungs-Verbundes SOS MEDITERRANEE INTERNATIONAL 2022 verlassen – um mit einem eigenen Schiff mehr Leben auf dem Mittelmeer zu retten.

Dass Menschen wissentlich dem Ertrinken überlassen werden, dürfen wir niemals akzeptieren. Menschen in Seenot zu retten ist eine Pflicht, die in der maritimen Tradition fest verankert ist – und der Europa im Mittelmeer nicht nachkommt. SOS MEDITERRANEE Deutschland geht nun eigene Wege und finanziert und betreibt das neue Schiff eigenständig. Sie ist mit der jahrelangen Erfahrung dafür bestens aufgestellt. Ich begrüße diesen Schritt sehr und unterstütze das Projekt von ganzem Herzen.

Dr. Klaus VogelKapitän und Gründer von SOS MEDITERRANEE

Mit unserem Schiff vom Typ “Fast Support and Intervention Vessel” wollen wir ein eigenes schnelles und wendiges Schiff betreiben. Diese Schiffe sind für dringende Nachschublieferungen und den Transport von Einsatzkräften gebaut und eignen sich hervorragend für die Seenotrettung. Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 30 Knoten können wir mit diesem Schiff kostbare Zeit gewinnen, um Menschen in Seenot zu Hilfe zu kommen.

Helfen Sie uns jetzt ein weiteres Rettungsschiff in den Einsatz zu bringen, um mehr Leben zu retten. Unterstützen Sie uns mit Ihrer Spende. www.sosmediterranee.de/mehr-leben-retten

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Das Lächeln der Neugeborenen

„Mein Einsatz im Jemen war herausfordernd und bewegend“, sagt Annette Werner. Die Kinderärztin von Ärzte ohne Grenzen berichtet über eine Flut, den Krieg und Definitionen, die ins Wanken gerieten:

Sieben Monate arbeitete ich im Jemen. Die letzten Wochen waren dabei besonders fordernd und berührend. Es gab starke Regenfälle und Überschwemmungen. Eines Abends wurde die Tür unserer Notaufnahme aufgestoßen: Ein Vater trug seinen achtjährigen Sohn herein.

Ich durfte den Zauber des Lebens wieder wahrnehmen!– Annette Werner

Die Eltern hatten ihn ertrinkend in den Fluten gefunden. Er war bewusstlos und stark unterkühlt. Wir begannen direkt mit der Stabilisierung: Aufwärmen, Krämpfe kontrollieren, Kreislauf stabilisieren, Atemweg sichern. Es war extrem kompliziert, doch es gelang uns. Nach zwei Stunden ging es dem Jungen besser, und wir verlegten ihn ins größere Krankenhaus nach Sanaa. Vier Tage später wurde er entlassen. Lachend und gesund. Einer meiner schönsten Momente.

Kleine medizinische Wunder

Doch der Regen war nur eine von vielen Katastrophen im Jemen: Krieg, Armut, hohe Kindersterblichkeit. 20 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Ärzte ohne Grenzen ist seit Jahren vor Ort. Durch überschwemmte Wege und anhaltende Benzinblockaden brauchten manche Patient*innen zwei Wochen, bis sie uns erreichten – viel zu lange, viel zu spät.

„Hajdan ist ein Bergdorf nahe der Front. Immer wieder hörten wir die Kampfflugzeuge“, sagt Annette Werner.
(Foto: Agnes Varraine-Leca/MSF)

Zahlreiche Kinder kamen mit schweren Infektionen und Mangelernährung in unser Krankenhaus. Sie waren teilweise so schwer erkrankt, dass die medizinische Notversorgung zu einem Drahtseilakt wurde. Wir legten all unsere Energie in diese Kinder, um jede noch so kleine Chance zu nutzen und erlebten mehr als ein Mal kleine medizinische Wunder. In diesen Stunden wurde mir immer wieder bewusst, wie unterschiedlich die Lebensbedingungen in unserer Welt doch sind.

Wenn Neugeborene lächeln

Gesundheit ist ein so wertvolles Gut. Ich bin froh, dass ich mit Ärzte ohne Grenzen, meinen Beitrag dazu leisten konnte, den Menschen an schwer erreichbaren Krisenorten zu helfen. Ich habe im Jemen viel gelernt. Zum Beispiel auch an Wunder in der harten Realität zu glauben, und den Zauber des Lebens wieder wahrnehmen zu dürfen.

JEMEN:  „Die Kindersterblichkeit im Land ist hoch, doch wir können mit einfachen Mitteln helfen“, sagt Annette Werner von Ärzte ohne Grenzen. (Foto: MSF)

Mein jemenitischer Kollege Maged fragte mich einmal, was wir in Deutschland sagen, wenn Neugeborene lächeln. Ich ratterte meine erlernte Definition herunter: „Spontanes Reflexlächeln, nicht emotional verknüpft etc. …“ Daraufhin lächelte Maged und sagte: „Also wir sagen hier, dass die Engel aus dem Himmel herunterkommen und mit den Neugeborenen spielen – und dann lächeln sie.“ So bewegend – wie mein gesamter Einsatz im Jemen.

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