Altglas sollte man nicht vor acht Uhr morgens in den Container werfen – sonst ärgert man die Nachbarn –, Altpapier gehört in das dazu vorgesehene Behältnis – die Deutschen sind ein Volk des Mülltrennens. Spätestens seit der Einführung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes im Jahr 2005 ist dies auch gesetzlich geregelt.

Bei vielen Abfällen handelt es sich nämlich gar nicht um Abfälle, sondern um wichtige Rohstoffe, die zurück in den Wirtschaftskreislauf gebracht werden sollen. Jährlich produzieren Menschen in Deutschland rund 360 Millionen Tonnen Abfall, rund 45 Millionen Tonnen werden davon thermisch behandelt. Etwa 40 Prozent davon stammen aus normalen Haushalten, den größeren Rest steuern Produktion und Gewerbe bei.

Deponierung verboten

Eine reine Deponierung von Abfällen ist seit 2005 nicht mehr möglich, sämtliche Abfallstoffe müssen vor der Lagerung behandelt werden: sei es durch kalte Abfallbehandlungstechniken oder durch die thermische Abfallverwertung.  

Klimaschutz

Während noch vor einigen Jahren ein heftiger Glaubenskampf zwischen Befürwortern und Gegnern thermischer Behandlung von Abfällen ausgetragen wurde, scheinen sich die Fronten inzwischen beruhigt zu haben. Es gibt eine Reihe von plausiblen Gründen, die für den Betrieb dieser Anlagen sprechen. Dazu zählt auch der Klimaschutz, denn vor allem die Verbrennung biologischer Abfälle trägt dazu bei, das gefährliche Methangas zu vermeiden.

In den Jahren zwischen 1990 und 2010 konnten durch diese Art der Abfallverwertung rund 1,2 Millionen Tonnen Methanemissionen eingespart werden, das sind umgerechnet 30 Millionen Tonnen CO2. Damit haben diese Anlagen etwa zu zehn Prozent dazu beigetragen, die Klimaschutzziele der Bundesrepublik zu erreichen.

Zurück in den Kreislauf

Auch die Diskussion um die Emissionen von Müllverbrennungsanlagen ist verebbt. Das liegt unter anderem daran, dass sämtliche Anlagen über eine sehr effiziente Rauchgasreinigung verfügen, die Filterstäube und andere gasförmige Partikel nachhaltig herausfiltert. Durch die hohen Temperaturen, mit denen der Abfall behandelt wird, spielen auch Dioxin- oder Schwermetallemissionen keine Rolle mehr.

Und selbst aus den Schlacken, die nach der thermischen Behandlung übrig bleiben, können heutzutage – einer aktuellen Studie zufolge - über 92 Prozent des Metalls, das sich im Abfall befindet, gesichert werden und einem neuen Wirtschaftszyklus zur Verfügung gestellt werden.

Schon früh wurde die anfallende Energie in den Anlagen genutzt, um Haushalte mit Wärme zu versorgen. Durch die in Deutschland beschlossene Energiewende erzeugen Müllverbrennungsanlagen im Rahmen der Kraft-Wärme-Kopplung neben Wärme und Prozessdampf auch Strom.

Während Sonne und Wind wetterabhängig sind, gehören thermische Abfallbehandlungsanlagen, in denen Strom erzeugt wird, zur Grundlast, liefern also die zu, die Tag und Nacht regelmäßig benötigt wird. Die rund achtzig Anlagen in Deutschland liefern inzwischen den Strom für etwa drei Millionen Menschen.