Deutschland ist Europameister beim Verpackungsabfall

Kein Land in Europa verursacht mehr Verpackungsabfall als Deutschland. 213 kg sind es bei uns pro Kopf und Jahr – 20 Prozent mehr als im europäischen Durchschnitt. Zum Vergleich: In Frankreich sind es 185 kg, in Österreich 150 kg und in Schweden  109 kg.

Bei uns läuft etwas gewaltig schief. Die Menge an Verpackungsmüll wächst seit 2009 unaufhaltsam und hat sich allein bei Kunststoffverpackungen in den letzten Jahren um ein Drittel erhöht. Grund für die Verpackungsflut in Deutschland sind unnötige Einwegprodukte, wie zum Beispiel Plastikflaschen, Plastiktüten, Coffee to go-Becher oder Kaffeekapseln.

Umweltschutz fängt schon vor dem Recycling an

Die nackten Zahlen verdeutlichen das Ausmaß der Verschwendung: Pro Jahr werden in Deutschland mehr als 17 Mrd. Einweg-Plastikflaschen, 6,1 Mrd. Plastiktüten, 2,8 Mrd. Coffee to go-Becher und rund 3 Mrd. Kaffeekapseln verbraucht. 

Auch von unseren Lebensmitteln schmeißen wir viel zu viel weg. Pro Jahr fallen 53 kg Bioabfall pro Kopf an. Darin enthalten sind viele Lebensmittel, die schlichtweg zu viel gekauft wurden.

Deckel auf und weg damit? So einfach ist es nicht, denn bereits heute verbrauchen wir 1,5 Mal mehr Ressourcen als die Erde regenerieren kann.

Ressourcenschutz fängt vor dem Recycling an

Umweltschutz fängt schon vor dem Recycling an: Wenn wir Abfälle von vornherein vermeiden, schonen wir Rohstoffe, sparen Energie ein und vermeiden Treibhausgase.

76 Plastiktüten verbraucht jeder Deutsche pro Jahr.

Mit wiederverwendbaren Produkten wie Mehrwegflaschen, Tragetaschen, Joghurtgläsern, Mehrweg-Kaffeekapseln oder dem Griff zu unverpacktem Obst kann jeder zum Umweltschützer werden. Hier gilt: Die Summer macht´s! Wenn jeder Abfälle vermeidet, trägt es in der Gesamtrechnung erheblich zum Umweltschutz bei.

Jeder kann Abfälle vermeiden

Fast die Hälfte der in Deutschland angebotenen Getränke wird noch immer in Mehrwegflaschen angeboten. Eine Mehrwegflasche für Mineralwasser oder Bier kann bis zu 50 Mal wiederbefüllt werden. Durch die konsequente Nutzung von Mehrwegflaschen könnten im Vergleich zu Einweg-Plastikflaschen jedes Jahr bis zu 500.000 Tonnen Kunststoff eingespart werden. Das entspricht dem Gewicht von mehr als 140.000 Elefanten. 

Bevor ein kaputtes Gerät in der Tonne landet, lohnt es sich, über eine Reparatur nachzudenken

Obst und Gemüse wird in Deutschland immer häufiger verpackt – mittlerweile rund 63 Prozent. Durch den Griff zu unverpacktem Obst und Gemüse könnten jährlichen 90.000 Tonnen Verpackungsabfall eingespart werden.

76 Plastiktüten verbraucht jeder Deutsche pro Jahr. Das muss nicht sein. Stoffbeutel, Fahrradtaschen, Rucksäcke, Klappkisten oder Körbe sind praktische und umweltschonende Alternativen.

Auch Kaffee kann problemlos ohne Wegwerfkapseln und Pappbecher konsumiert werden. Für Kapselmaschinen gibt es Mehrwegkapseln aus Stahl und auch für den Coffee to go gibt es praktische Mehrwegbecher. In manchen Geschäften erhält man einen Rabatt, wenn man sich seinen eigenen Mehrwegbecher wieder befüllen lässt.

Lust auf Picknick? Immer gern. Aber dann ohne Einweggeschirr aus Pappe oder Plastik. Das schont die Umwelt – und Abwaschen ist deutlich günstiger als Einweg-Geschirr neu herzustellen.

Bevor ein kaputtes Gerät in der Tonne landet, lohnt es sich, über eine Reparatur nachzudenken. Es gibt mittlerweile zahlreiche Repair-Cafés, in denen man, mit fachlicher Unterstützung, seine Elektrogeräte selber wieder zum Laufen bringen kann.

Ob zu Hause, im Büro, im Betrieb, in der Schule oder unterwegs: Jeder kann mit einfachen Mitteln wertvolle Ressourcen schonen.