Um was genau geht es bei „Die Bambusschule“?

Die Bambusschule e.V. ist ein gemeinnütziger Verein nach deutschem Recht, der sich seit 2006 für die Verbesserung Bildungssituation und Gesundheitsversorgung in Nordlaos einsetzt. Wir arbeiten ausschließlich ehrenamtlich und sind politisch und weltanschaulich unabhängig!

Um die Bildungssituation und Gesundheitsversorgung im Muang Ngoi Distrikt nachhaltig zu verbessern, initiiert, finanziert und realisiert die Bambusschule verschiedene Projekte und schafft somit neue Rahmenbedingungen und Chancen für die lokale Bevölkerung in diesen Bereichen.

Alle Projekte werden eng mit der Schuladministration, den Gemeinderäten und Elternvertretern abgestimmt und Baumaßnahmen im möglichen Rahmen durch die Dorfbevölkerung selbst ausgeführt. Dieser unmittelbare und partizipative Ansatz der Zusammenarbeit auf allen Ebenen hat zu einer hohen Akzeptanz sowohl bei den laotischen Behörden als auch der Bevölkerung in der Projektregion geführt.

Wie arbeiten Sie?

Die Bambusschule arbeitet ausschließlich mit professionellen Volontären aus verschiedenen Fachrichtungen und beschäftigt keine hauptamtlichen Angestellten. Somit sind alle Mitarbeiter auf ehrenamtlicher Basis beschäftigt. Die kontinuierlichen besetzten Stellen des General Managers und Field Managers in Laos, erhalten eine Aufwandsentschädigung für den Lebensunterhalt auf landesüblichem Niveau.

Weiter möchten wir an dieser Stelle deutlich machen, dass die Bambusschule keine Volontäre ausbeutet! Entgegen gängiger Praxis mancher lokaler Organisation werden Unterkunft, Visakosten, Transport und Verpflegung der Volontäre im Projektgebiet von der Bambusschule gedeckt und es werden keine Gebühren oder ähnliches gegenüber den Volontären der Bambusschule erhoben. Unser Verein hat sehr gute Erfahrungen mit dem Einsatz von Volontären gemacht und möchte diesen Bereich auch weiter ausbauen.

Was hat es mit der Wasserfilterkampagne auf sich?

Eines der immer noch grundlegendsten und dringendsten Probleme für die Bewohner der abgelegenen Dörfer ist die Wasserversorgung. Auch im Jahre 2015 haben nur etwa 60 Prozent der ländlichen laotischen Bevölkerung Zugang zu sauberem Wasser. So elementar das Problem ist, so komplex sind seine Auswirkungen. Wasser wird aus Flüssen oder nahliegenden Quellen geschöpft und nur selten ausreichend abgekocht.

Das verunreinigte Wasser wird in allen Lebensbereichen verwendet; als Trinkwasser, zum Kochen, zum Waschen und auch zur Reinigung von Neugeborenen. Insbesondere Letzteres wirkt sich negativ auf die in Laos extrem hohe Kindersterblichkeitsrate sowie die Erkrankung von Neugeborenen aus. Auf diese Weise haben verschiedenste Bakterien, Keime und Parasiten leichtes Spiel und viele Dorfbewohner und insbesondere Kinder leiden regelmäßig unter Hauterkrankungen, Durchfall und Magen-Darminfektionen.

Die hiermit häufig verbundene krankheitsbedingte Abwesenheit von Schülern, Arbeitsausfälle auf den Feldern und im Anschluss hohen Kosten für die medizinische Behandlung stellen die einkommensschwachen Familien vor große Schwierigkeiten. Schon in der Vergangenheit hat die Bambusschule mehrere Schulen sowie ein gesamtes Dorf mit Keramik-Wasserfiltern ausgestattet, und zwar mit großem Erfolg.

Eine kürzlich durchgeführte Evaluationsstudie zum Wirkungsverhalten der Bambusschulprojekte in den ländlichen Dörfern des Muang Ngoi Distrikt, hat insbesondere zwei Ergebnisse hervorgebracht. Zum Einen, dass die von der Bambusschule bereitgestellten Wasserfilter in hohem Masse genutzt und wertgeschätzt werden und zu einer substantiellen Verbesserung der Gesundheit der Schüler und der Dorfbewohner geführt hat. 

Zum anderen hat sich gezeigt, dass es seitens der Bewohner weiterer Dörfer einen hohen Bedarf und eine hohe Nachfrage nach diesen Wasserfiltern gibt. Aus diesem aktuellen Anlass und basierend auf unseren durchweg positiven Erfahrungen, hat die Bambusschule dieses Jahr weitere 7 Dörfer mit Keramik-Wasserfiltern ausgestattet.

Von dieser Maßnahme haben bislang über 451 Haushalte inklusive Schulen profitiert und es wurde Zugang zu sauberem Wasser ermöglicht. Vorteil dieser Keramik-Filter ist die simple Bedienung, lange Nutzungsdauer (nach 3 Jahren muss nur das Keramikstück ausgetaucht werden), sowie die organische und umweltfreundliche Reinigung des Wassers. Hinzu kommt ein nicht unwichtiger ökologischer Aspekt: Die Filter werden in Laos hergestellt.

Dadurch, dass die Dorfbewohner den Ständer jeweils in Eigenleistung nach genauen Angaben erstellt haben, erzählen wir eine Einbindung der Dorfbevölkerung in die Maßnahme und erhöhen die Wertschätzung des jeweils eigenen Wasserfilter.

Wie wird die Wasserfilterkampagne genau umgesetzt?

Die Umsetzung der Wasserfilter Kampagne besteht aus mehreren Prozessen: Zunächst wird eine Evaluierung durchgeführt, um die Dringlichkeit der betroffenen Dörfern zu ermitteln. Nachdem ein Überblick über die Anzahl die Haushalte gewonnen wurde, erhielten die Familien genaue Anleitung zum Bau des Filterständers.

Danach erfolgte die Distribuieren der Wasserfilter durch die Volontäre an die Dorfbewohner. Diese wurde sodann im Rahmen eines Workshops in den Gebrauch des Filters und seiner Wartung eingewiesen und dieses wurde mit ihnen trainiert.

Planen Sie noch weitere Projekte?

Unser Ziel ist es in Zukunft alle Dörfer in unserem Projektgebiet mit Wasserfilter auszustatten.  In der Tat plant die Bambusschule weitere Projekte.

Welche?

Zusätzlich arbeitet die Bambusschule daraufhin die Bildung in Nong Khiaw auszubauen. Die Bambusschule arbeitet daraufhin dieses Jahr ein Vocational Training Center in Nong Khiaw fuer Frauen aus der Umgebung zu eröffnen mit dem Ziel Kleidung selbst nähen zu können, zum Beispiel Schuluniformen. Hierzu sollen zunächst externe Lehrkräfte eingesetzt werden: mittelfristig sollen aber Laotinen in die Lage versetzt werden diese Aufgabe selbst zu Übernehmen.

So möchte die Bambuschule den Frauen eine Möglichkeit eröffnen durch eigenständige Tätigkeiten zum Familienunterhalt beizutragen.
Ein ganz wichtiger Aspekt in der Tätigkeit der Bambusschule besteht darin Volontäre aus medizinischen Berufen in den örtlichen Krankenhäusern und Gesundheitsstationen einzusetzen und dort die einheimischen Fachkräfte in medizinischen Tätigkeiten und insbesondere Hygiene fortlaufend zu trainieren.

Wie kann man „Die Bambusschule“ unterstützen?

Die Bambusschule freut sich über jede finanzielle Unterstützung, für die Spendenquittung ausgestellt werden. Dazu gibt es die Möglichkeit Mitglied oder Fördere der Bambusschule zu werden. Förderer (Sponsor) kann jeder werden, der den Verein  mit Geld, Sachmitteln oder Arbeitsleistungen unterstützt.