Herr und Frau Reichenberg, was haben Versicherungen mit Umweltschutz zu tun?

Versicherungen können einen wichtigen Beitrag zur »Nachhaltigen Entwicklung« leisten. Erstens haben Versicherungen Zugang zu allen Privat-, wie Firmenkunden, da Versicherungsbedarf immer vorhanden ist. Dieser Bedarf kann zur nachhaltigen Lenkung durch risikogerechte Prämiengestaltung und Schadenregulierung im Sinne der Nachhaltigkeit eingesetzt werden.

Zweitens können Versicherungen die Ziele einer nachhaltigen Entwicklung (SDGs) über ihren Geschäftsbetrieb unterstützen. Als institutionelle Investoren (Versicherungen sind Kapitalsammelbecken, da sie viel Kapital zur Sicherung ihrer Leistungsversprechen vorhalten müssen) können Versicherungsgesellschaften Umwelt- und Sozial-Engagement zeigen.

Denn es ist nicht unerheblich, ob das Solvenzkapital der Versicherungsgesellschaften negativ, also z.B. in Bereichen der Rüstung, der grünen Gentechnik, der ausbeuterischen Kinderarbeit, der Tabakindustrie oder positiv z.B. im sozialen Wohnungsbau, in erneuerbaren Energien, der ökologischen Landwirtschaft, u.a. angelegt ist. Weiterhin sollten Versicherungsgesellschaften ihren ökologischen Fußabdruck so klein als möglich halten. Damit verbunden sind z.B. der Verzicht auf Inlandsflüge und die Klimafreundlichstellung unvermeidbarer CO2-Emissionen.

Wie kamen Sie auf die Idee Greensurance®?

Das Klima ändert sich und damit unsere Welt! Generationengerechtes Leben und Wirtschaften ist die Voraussetzung für eine friedvolle und lebenswerte Zukunft. Mit Greensurance® und der Greensurance Stiftung Für Mensch und Umwelt wollen wir einen Beitrag für die große Transformation einer nachhaltigen Entwicklung leisten. Wir glauben daran, dass nachhaltig lebende oder wirtschaftende Kunden verantwortungsvoller gegenüber Mensch und Umwelt sind.

Das belohnen wir mit Ökopunkten und mit greensFAIR® ESG-Zusatzbedingungen, die die Stiftung entwickelt hat. Die Gründung von Greensurance® und der Stiftung im Jahr 2012 war die logische Konsequenz unserer eigenen Einstellung und unserer Handlungen, die wir stetig im Sinne der Nachhaltigkeit weiter entwickeln. Ein weiter so wie bisher im »Versicherungsbusiness as usual« kam für uns nicht mehr in Frage.

Wie können Versicherungsprodukte überhaupt nachhaltig bzw. klimafreundlich sein?

Ein einfaches Beispiel macht dies deutlich. In der Hausrat- und Wohngebäudeversicherung wird Schadenersatz nur nach gleicher »Art und Güte« geleistet. Ist die alte Ölheizung von einem Schaden (z.B. Feuer- oder Elementarschaden) betroffen, wird eben diese wieder ersetzt. Innovative nachhaltige Versicherungsprodukte leisten darüber hinaus. ESGberater, Fachberater für nachhaltiges Versicherungswesen© (ein Weiterbildungsangebot der Greensurance Stiftung) helfen Geschädigten, einen nachhaltigen Schadenersatz zu erhalten.

Ziel ist nicht eine Ölheizung zu erneuern, sondern eine Heizung zu installieren mit beispielsweise Kraft-Wärme-Kopplung, solarem Pufferspeicher und solarthermischer Wärmeerzeugung. Versicherer haben viele Möglichkeiten, gesteuert durch ihre Versicherungsangebote und Schadenzahlungen, auf Nachhaltigkeit zu setzen. Weiterhin belohnt Greensurance® die Klimafreundlichstellung von unvermeidbaren CO2 durch das Ökopunktesystem. Kunden können sich unter www.greensfair.de klimafreundlich stellen.

Wird Nachhaltigkeit für Unternehmen bald ein absolutes „Must-Have“, um überhaupt konkurrenzfähig zu bleiben– oder auf absehbare Zeit eher ein schickes „Can-Do“ bleiben?

Bezogen auf die Versicherungswirtschaft ist die Zeit der Freiwilligkeit vorbei. Regularien zur  Implementierung von Nachhaltigkeit, die seit 2002 durch eine Transparenzoffensive hätten greifen müssen, wurden durch die Versicherungswirtschaft nur unzureichend umgesetzt. Mit dem EU-Aktionsplan »Finanzierung nachhaltigen Wachstums« vom 08. März 2018 wird sich die Finanzbranche auf gesetzliche Regularien einstellen müssen, die nicht mehr die Grundlage der Freiwilligkeit haben.

Um es Verbrauchern zu ermöglichen, nachhaltige Finanzprodukte einfach zu identifizieren, soll ein EU-Umweltzeichen für nachhaltige Finanzprodukte nach Vorbild des EU-BIO-Siegels entwickelt werden. Weiterhin sind große Unternehmen, Versicherungen und Banken seit 01.01.2017 durch das CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz dazu verpflichtet, Nachhaltigkeitsberichte mit Nachhaltigkeitskennzahlen zu veröffentlichen. Somit wird es Nachhaltigkeitsrankings geben, über die die Verbraucher Entscheidungen im Sinne ihrer eigenen Einstellung treffen können. Wichtig wird in Zukunft vermehrt sein, nachhaltige Unternehmen von denen zu unterscheiden, die »Greenwashing« betreiben. Greensurance® und insbesondere die Greensurance Stiftung wird Verbraucher dabei unterstützen.

Information

Greensurance®
Für Mensch und Umwelt

UG (haftungsbeschränkt)
Kaltenmoserstraße 10
82362 Weilheim i. OB

www.greensurance.de