Das erinnert uns daran, für das Recht auf sauberes Wasser für jedermann zu kämpfen. Es darf nicht sein, dass Großkonzerne kontrollieren, wer Zugang zu sauberem Wasser bekommt, und sich mit der Not der Menschen eine goldene Nase verdienen.

Welche Folgen hat die Wasserknappheit?

Besonders Kinder leiden darunter. Alle 90 Sekunden stirbt ein Kind an den Folgen von verunreinigtem Trinkwasser. Jedes Jahr werden also Zigtausende Mädchen und Jungen getötet. In vielen Ländern holen Familien ihr Wasser aus Tümpeln oder Kanälen. Das führt zu schweren Krankheiten wie Durchfall, Cholera oder Typhus. Die Behandlungskosten treiben viele in den Ruin.

Wie begegnen Sie der Not der Menschen?

Als Samaritan’s Purse e. V. sind wir von der Not von Menschen berührt und öffnen Türen zu einem gelingenden Leben. Das kann ganz unterschiedlich aussehen und reicht vom Engagement für die Rohingyas über ein Wiederaufbauprojekt für vertriebene Christen im Irak bis hin zur Geschenkaktion „Weihnachten im Schuhkarton“. Im Kontext der Wasserversorgung bedeutet unser Auftrag: Wir ermöglichen Menschen durch die Bereitstellung von Bio-Sand-Wasserfiltern den Zugang zu sauberem Trinkwasser. Zudem schulen wir sie in Hygienefragen und unterstützen den Bau von Latrinen. Weltweit wurden so durch unser Netzwerk bereits weit mehr als 140.000 Filter installiert.

Wie funktioniert dieser Bio-Sand-Filter?

Wir verwenden eine Mischung aus Sand- und Steinschichten und kreieren so ein Mini-Ökosystem, das 99,5 Prozent aller Keime und Erreger abtötet. Ein Bio-Sand-Filter produziert bis zu einem Liter sauberes Wasser pro Minute und versorgt so bis zu sechs Personen. Damit die Wasserfilter und Latrinen einen langfristigen Nutzen haben, wird stark auf Nachhaltigkeit geachtet. So werden beispielsweise lokale Ressourcen und Materialien genutzt, einheimische Mitarbeiter werden in den Bau und die Wartung mit eingebunden.

Wie wird die Arbeit finanziert?

Unser Projekt „Dreh den Hahn auf“ finanziert sich ausschließlich durch Privat- und Unternehmensspenden – wie zum Beispiel von der Firma Wittigsthal aus dem Erzgebirge: Mit jeder verkauften Trinkwasserstation finanziert das Unternehmen einen Bio-Sand-Wasserfilter. Die Kunden erhalten beim Kauf der eigenen Wasserstation ein Zertifikat, das über das Firmenengagement informiert. Ein praktisches Beispiel, wie eine Firma zum Samariter werden kann.

Welche Ideen gibt es noch für kreatives Engagement von Unternehmen?

Sie können Ihre Mitarbeiter einladen, die Centbeträge ihres Monatslohns zu spenden. So kann ein mittelständischer Betrieb in einem Jahr schnell ein Dutzend Familien den Zugang zu sauberem Wasser ermöglichen. Informieren Sie in Rechnungen oder Newslettern über das Projekt. Und verzichten Sie gerne zum Weihnachtsfest zugunsten einer Spende auf Kundengeschenke – das kommt bei vielen besser an als der zehnte Jahreskalender mit Firmenbranding.  Gerne arbeiten wir mit Unternehmen zusammen an einer Spendenaktion, die zum jeweiligen Partner passt.

Und als Privatperson …

… kann ich natürlich selbst spenden und meinen Arbeitgeber einladen, sich ebenfalls zu beteiligen.

Woher weiß ich, dass meine Spende ankommt?

Wir tragen unter anderem das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen und sind Mitglied der Initiative Transparente Zivilgesellschaft. Das bedeutet: Wir informieren in unserem Jahresbericht und im Web transparent über die Verwendung der Spenden.

Was hebt sie dabei von anderen Organisationen, die sich in diesem Bereich ebenfalls engagieren, ab?

Im Wesentlichen ist es wohl unsere inhaltliche Ausrichtung: Wir haben den ganzen Menschen im Blick, nicht nur die offensichtlichen Nöte. Das schließt die seelsorgerliche Zuwendung mit ein, dort, wo sie gefragt ist. Und wir kommunizieren selbstbewusst und einladend, dass wir im Auftrag von Jesus Christus unterwegs sind. Wir eröffnen nicht nur Zugang zu sauberem Trinkwasser, sondern laden dazu ein, den kennenzulernen, der sich als das „lebendige Wasser“ bezeichnet und Hoffnung für ein Leben mit Perspektive schenkt.