Wenn wir so weitermachen wie bisher, dann bräuchte der Mensch im Jahr 2030 zwei Erden, um den Bedarf an Nahrung, Wasser und Energie zu decken. Die Bedürfnisse von bald über acht Milliarden Menschen werden im Jahr 2050 nur gestillt werden können, wenn wir mit unseren Ressourcen schonender umgehen – und sie wiederverwerten.

Der Wandel zu ökologischem Wirtschaften ist deshalb nicht nur eine moralische Aufgabe. Er ist eine Investition in den Wohlstand der Zukunft. Und Deutschland kann bei dieser Entwicklung weltweit eine Vorreiterrolle einnehmen.

Viele deutsche Unternehmen – und vor allem viele Mittelständler – haben sich auf Technologien spezialisiert, die die Umwelt schonen und wirtschaftlich erfolgreich sind. Umwelt- und Effizienztechnologien sind heute in beinahe allen Branchen zu Hause: dem Maschinen- und Anlagenbau, der Automobilindustrie, der chemischen Industrie und der Elektroindustrie. Das ist wichtig für unseren Wirtschaftsstandort. Letztlich geht es darum, die Pfeiler unserer Wirtschaft ökologischer zu machen.

Das wiederum zieht positive ökonomische Effekte nach sich: Die Deutsche Materialeffizienzagentur hat herausgefunden, dass produzierende kleine und mittlere Unternehmen im Schnitt mehr als 200.000 Euro pro Jahr einsparen können, wenn sie effizienter mit ihren Materialien umgehen. Dafür sind oft keine großen Investitionen notwendig. In der Regel amortisieren sich die Umstellungen innerhalb weniger Jahre.

Mittelständische Prägung, Innovationskraft und Gründungsorientierung kennzeichnen viele deutsche Unternehmen in diesem Bereich. Auch die GreenTech-Unternehmen punkten mit den Tugenden des deutschen Mittelstands, für den Deutschland bekannt ist.

Die weltweit steigende Nachfrage nach „grünen“ Produkten, Verfahren und Dienstleistungen kommt uns hierzulande ganz besonders zugute. In den „grünen“ Leitmärkten sind deutsche Unternehmen hervorragend aufgestellt.

Diese Leitmärkte sorgen für „grünes“ Wachstum, nicht zuletzt durch die beachtlichen Export-Perspektiven. Das globale Marktvolumen betrug im Jahr 2013 rund 2,5 Billionen Euro und wird bis 2025 auf mehr als 5 Billionen Euro zulegen. Der Weltmarktanteil von „Green-Tech made in Germany“ beträgt derzeit rund 14 Prozent.

Das Wachstum der „grünen Märkte“ kommt auch dem Klimaschutz zugute. Deutschland geht Schritt für Schritt den Wandel hin zu klimafreundlichen Technologien. Das erfährt international viel Anerkennung. Mit dem „Aktionsprogramm Klimaschutz 2020“ hat die Bundesregierung Ende letzten Jahres ein umfangreiches Klimaschutzprogramm verabschiedet.

Wir haben für alle relevanten Sektoren – von der Energieerzeugung über Verkehr und Landwirtschaft bis hin zur Dämmung von Gebäuden – zusätzliche Maßnahmen beschlossen, die unsere Emissionen deutlich reduzieren werden.

Die Behauptung, Klimaschutz schade der Wirtschaft, ist dabei längst widerlegt. Zwischen 1990 und 2014 sind die Treibhausgas-Emissionen um 27 Prozent gesunken, während die Wirtschaft um 39 Prozent gewachsen ist. Mehr Wohlstand bedeutet also nicht zwingend mehr Klimagase, weniger Umweltschutz oder höheren Ressourceneinsatz.

Das Gegenteil ist der Fall: Zukünftig können nur noch solche Ökonomiemodelle erfolgreich sein, die die Belastungsgrenzen unserer Erde ernst nehmen.