Er ist so groß wie Indien und besteht ausschließlich aus Müll. Während der Plastikabfall an der Wasseroberfläche sichtbar ist, gibt es kaum Zahlen dazu, wie viel Müll bereits in den Tiefen der Meere liegt. Wissenschaftler gehen davon aus, dass 70% des gesamten Plastikmülls im Meer, auf den Meeresboden sinkt und unsichtbar bleibt. (1)

2010 wurden 275 Millionen Tonnen Plastikmüll in 192 Ländern dieser Welt generiert. Davon landen zwischen 4,8 und 12,7 Millionen Tonnen Plastikmüll jedes Jahr in unseren Weltmeeren, also ca. 2-5% unserer Plastikabfälle. (2) Nach einer Hochrechnung sollten 2013 bereits ca. 250.000 Tonnen Plastik in unseren Ozeanen treiben. (3)  2050 soll der Plastikmüll im Meer mehr wiegen als alle Fischschwärme zusammengenommen. (4)

Quelle: http://de.whales.org/themen/weniger-plastik-ist-meer

Nur die Spitze des Eisbergs

Diese Zahlen und Fakten stehen ebenfalls dafür, wie wenig uns die Auswirkungen des eigenen, alltäglichen Handelns bewusst sind. Angeleitet durch das Ocean Conservancy werden jedes Jahr weltweit Sammelaktionen an Stränden und Flüssen durchgeführt. Hier wird akribisch Buch über die die Häufigkeit der einzelnen Teile geführt, die aufgelesen werden. (5)

Zigarettenstummel, Plastikflaschen sowie Verpackungen von Lebensmitteln, Plastiktüten und Kaffee-To-Go-Becher gehören zu den bekannteren Übeltätern.

In jüngster Vergangenheit wurde in Deutschland medial auf Plastiktüten als einen großen Verursacher vor Verschmutzung von Weltmeeren hingewiesen und erfreulicherweise auch erste entsprechende Konsequenzen daraus gezogen. Dass Plastikhalme jedoch mengenmäßig auf gleicher Ebene zu verzeichnen sind; darüber scheint in Deutschland noch kein ausreichendes Bewusstsein zu bestehen. 

Der Plastikstrohhalm als Sinnbild der Plastikmüll-Problematik

Quelle: https://oceanconservancy.org/wp-content/uploads/2017/06/Top10.jpg

Jedes 7. Teil, dass an Stränden oder Flüssen gefunden wird, ist ein Plastikstrohhalm . (6)

Weltweit werden ca. 3 Milliarden Plastik Strohhalme pro Tag weggeschmissen. In Deutschland allein entstehen so schätzungsweise 28.000 Tonnen Plastikmüll im Jahr. Unvorstellbar, dass durch einen Artikel, der nur 1g wiegt, so viel Müll produziert wird.

Mit dem Plastikstrohhalm verhält sich so, wie mit der gesamten Plastikmüll-Problematik: Es ist uns in der Regel weder sonderlich bewusst, noch sehen wir hier eine Notwendigkeit den eigenen Alltag anzupassen. Dabei wäre es einfach beim nächsten Barbesuch mit der Bestellung eines Longdrinks oder eines Saftes zu sagen: “Ich möchte keinen Strohhalm in mein Getränk bitte”. In der Hoffnung, dass der Kellner die Informationen an den Barkeeper gibt, zu dessen Routine es gehört, in jeden Drink 1-2 Plastik Strohhalme zu stecken.

Über Verbote und Alternativen

 Ein Großteil der Trinkhalme werden vor allem in der Gastronomie verwendet.

Seattle verbietet ab 2018 den Einsatz von Plastikstrohhalmen in allen Bertrieben, die Essen oder Trinken verkaufen. Eine Reihe der ansässigen Betriebe verwenden schon jetzt ökologischere Alternativen aus anderen Materialien oder schränken die Nutzung komplett ein.

Viele Menschen können oder wollen nicht auf die Verwendung von Trinkhalmen verzichten. So ist der Gebrauch von Trinkhalmen für körperlich eingeschränkte Menschen oder sehr junge Menschen eine Erleichterung beim Trinken. Im Cocktail-Kontext ermöglicht es der Trinkhalm, dass die groben Zutaten nicht mitgetrunken werden.

Ökologische Alternativen zum Plastikstrohhalm: Ein Beispiel aus Berlin

“Damit eine Alternative angenommen wird, muss sie attraktiver sein, als das, was sie ersetzt.”

Das dachten sich Sebastian Müller und Hannah Cheney, als sie 2017 HALM gründeten. Alles begann mit einem Besuch der Insel Koh Phayam in Thailand im Jahr 2015. Während sie mit ihren Freunden das Inselleben genossen, bemerkten sie, dass auf Koh Phayam sehr viel Plastik aus dem Indischen Ozean angeschwemmt wurde. Kurzerhand beschlossen sie, ein Beach Clean-up zu machen - und sammelten dabei ca. fünfundzwanzig 150 Liter Säcke voll mit Plastikmüll. Davon war fast jedes zweite Teil ein Plastik Strohhalm. Nachdem sie sich mit den Zahlen und Fakten beschäftigen, war ihnen klar: Wir müssen dagegen etwas tun! Die Idee zu HALM war geboren.

Bereits 35 Gastronomie-Betriebe in Deutschland haben die Alternative zu Plastik Strohhalmen im täglichen Einsatz. Die Trinkhalme aus Glas sind aus sehr bruchfestem SCHOTT®-Spezialglas aus Deutschland, leicht in der Spülmaschine zu reinigen, komplett geschmacksneutral und frei von Weichmachern wie BPA. “Die Betriebe sparen nicht nur bis zu 50.000 Plastik Trinkhalme ein pro Jahr, es zahlt sich auch finanziell für sie aus. Auch bieten sie damit Ihren Kunden ein neues Geschmackserlebnis.”

Mit Ihrer Philosophie wollen die HALM-Gründer ein Vorbild für andere Unternehmen darstellen. Von der Verpackung bis zur Plakat-Kampagne legen die Gründer sehr viel Wert auf mineralölfreie und nachhaltige Materialien sowie kurze Produktionswege innerhalb Deutschlands gelegt. Das Ziel von HALM ist es, ist ein rundum nachhaltiges Produkt anzubieten. Mehr Informationen dazu finden Sie auf www.halm.com.