Doch wie jedes Lebensmittel kann Trinkwasser verderben – etwa durch die Verunreinigung mit Bakterien. Eine einwandfreie Qualität zu sichern, hat daher oberste Priorität. Was viele nicht wissen: Die strengen Kontrollen von deutschem Wasser enden am Hausanschluss. Ab hier ist der Eigentümer für die Sicherstellung der Trinkwasserhygiene verantwortlich.

Hahn – für viele Deutsche eine Selbstverständlichkeit. Doch das Bewusstsein für den erfrischenden Durstlöscher ist in Deutschland noch ausbaufähig. Eine repräsentative GfK-Studie im Auftrag der Nachhaltigkeitsinitiative Blue Responsibility belegt: Gerade einmal ein Viertel der Deutschen schätzt die Kosten für einen Liter Leitungswasser (0,2 Cent) richtig ein.

Die Mehrzahl der Befragten rechnet mit einem höheren Preis. Ausgeprägt ist hingegen das Bewusstsein für Wassersparen. Obwohl in Deutschland lediglich 17 Prozent der verfügbaren Wasserressourcen genutzt werden, zählt die Bundesrepublik im internationalen Vergleich mit 120 Liter durchschnittlichem Verbrauch pro Kopf und Tag zur Spitze der Wassersparnationen.

Was vorbildlich klingt und in Ländern mit Wasserknappheit richtig ist, kann hierzulande die Trinkwasserhygiene gefährden. „Wasser muss fließen“, erklärt Wolfgang Burchard von Blue Responsibility. Werden die Rohrleitungen nicht ausreichend durchgespült, erhöht sich das Verkeimungsrisiko. Wassersparen um jeden Preis ist daher nicht sinnvoll.

„Das heißt natürlich nicht, dass man sofort das Wasser beim Zähneputzen laufen lassen sollte. Wichtig ist eine gesunde Balance zwischen mutwilliger Verschwendung und blindem Aktionismus“, rät Burchard. In zahlreichen deutschen Markenarmaturen sind bereits werksseitig Wassersparlösungen wie Mengenregler verbaut. So wird bei jeder Nutzung Wasser ohne Komfortverlust eingespart.

Es gilt: Trinkwasserhygiene vor Wassersparen

Trinkwasser aus deutschen Wasserwerken hat eine gute bis sehr gute Qualität. Doch die Kontrolle endet am Wasserzähler des Hauses. Ab hier ist jeder Hauseigentümer oder Vermieter selbst für den Erhalt der Trinkwasserqualität zuständig. Dabei lauern die Hauptrisikofaktoren in den Hausleitungen – also zwischen Wasserzähler und Entnahmestelle.

Negativ beeinflusst wird die Wasserqualität zum Beispiel durch Stagnation, überdimensionierte Rohrleitungen oder Warmwasserbereiter, falsche Temperaturhaltung oder ungeeignete Materialien.

Besonders wichtig ist es, dass Trinkwasserinstallationen entsprechend den allgemein anerkannten Regeln der Technik von Fachfirmen geplant und errichtet sowie regelmäßig gewartet werden. Dasselbe gilt für Reparaturen und Veränderungen an der Hausinstallation. Zudem sollten Verbraucher kein Wasser trinken, das länger als vier Stunden in einer Leitung gestanden hat.

„Wer auf Fachfirmen und Qualitätsprodukte setzt, trägt zum Trinkwasserschutz und zu mehr Nachhaltigkeit bei. Denn für die deutsche Sanitärindustrie sind umweltschonende Produktionsprozesse, geprüfte Sicherheit, die Auswahl geeigneter Werkstoffe und der Einsatz wassersparender Technologien selbstverständlich“, resümiert Burchard.