Allein in Deutschland gibt es inzwischen rund acht Millionen Vegetarier und eine Million Veganer. Eine ganze Generation definiert ihr Sein ganz bewusst über den eigenen Konsum. Viele Menschen verbinden ihre Ernährung und Lebensweise heute mit ethisch-moralischem und sozialem Verhalten.

Nur die wenigsten Verbraucher, die im Supermarkt an der Fleischtheke stehen, kennen die Realität der heutigen Lebensmittelindustrie und wissen, unter welch schockierenden Umständen viele Rinder, Schweine und Hühner leben müssen. Der Appetit würde ihnen schnell vergehen.

Die globale Industrie produziert jährlich 308 Millionen Tonnen Fleisch - mit verheerenden Auswirkungen für Tiere, Umwelt und Mensch. Allein in Deutschland sterben schon heute jährlich etwa 750 Millionen Tiere, weltweit sind es 60 Milliarden – Meeresbewohner nicht eingerechnet. Allein in Brasilien hat die Landwirtschaft bereits 80 Prozent des Regenwaldes abgeholzt, nur um neue Weideflächen zu erschließen. Verschwinden die Wälder, verlieren unzählige Tiere ihren Lebensraum und Menschen ihre Erwerbsquelle. Schätzungen einiger Experten zufolge sterben täglich 70 Arten aus.

Zudem hat die Fleischproduktion heute eine solche Dimensionen erreicht, dass die Tiere mit den Menschen um die gleiche Nahrung konkurrieren: So bedarf es zum Beispiel 13 Kilogramm Getreide und 30 Kilogramm Heu, um ein Kilogramm Rindfleisch zu produzieren. Von dieser Menge Getreide würden deutlich mehr Menschen satt werden als von dem einen Kilogramm Fleisch.
Auch auf das globale Klima haben die Ernährungsgewohnheiten der Menschheit einen großen Einfluss. Mit Methan-Emissionen aus der Tierhaltung, Dünger sowie Lachgas-Emissionen aus landwirtschaftlich genutzten Böden stößt der Agrarsektor mehr Treibhausgase aus als der gesamte Verkehrsbereich.

Wer seine Ernährung erfolgreich umstellen möchte, für den reichen zunächst schon so kleine Schritte aus wie einmal in der Woche oder im Monat vegan zu kochen. Der eigene ökologische Fußabdruck in Bezug auf die Nahrung verbessert sich mit jeder kleinen Veränderung. Und das Motto, das über allem steht, ist dabei klar: Was für den Menschen nur eine Mahlzeit ist, ist für das Tier die Existenz.