Form gleich Funktion

Der Tower allein spart im Jahr bis zu 160 Tonnen CO2-Ausstoß. Es erhält eine aktive Gebäudehülle aus Glas-Photovoltaik-Modulen mit Hochleistungszellen. Aus diesem Grund weicht das Design von gängiger Standard-Architekturästhetik ab und setzt auf ein Erscheinungsbild, das die energetische Gesamtkonzeption sichtbar werden lässt. Die Photovoltaik-Fassade dient einerseits als Verschattung zur Reduzierung des solaren Wärmeeintrags und schafft andererseits eine Energie-Gebäudehülle, die über eine viertel Million kWh erneuerbaren Stroms am und durch das Gebäude selbst erzeugt.

Da die Energieerzeugung des Gebäudes über den Eigenbedarf hinausgeht, wird eine flexible Energiespeicherung in Form einer Batterie (Lithium-Ionen und Redox-Flow) in Megawattklasse eingesetzt, die die Energie on demand zur Verfügung stellt. Innerhalb von 10 Minuten kann die Batterie durch das lokale Netz ganze Stadtteile versorgen. Gerade zu Stoßzeiten am Mittag und Abend ist die Energienachfrage durch Verbraucher enorm. Die Bereitstellung dieser Energienachfrage ist mit hohem Aufwand und hohen Kosten verbunden. Die Einspeisung der Energie des Smart Green Towers aus der eigenen Batterie glättet die Lastspitzen (Peak Balance), wodurch das Netz entlastet und die Netzstabilität verbessert wird.

Die Elektrifizierung von Gebäuden trägt enorm zur Reinhaltung der Städte bei und unterstreicht das Appell von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, die Energieeffizienz als oberste Priorität für eine naturverträgliche Energiewende sieht.

Die Architektur des Smart Green Tower spiegelt den Nutzen für Mensch und Technik wider und bietet Räumlichkeiten zum Leben und Arbeiten. Die Komplexität der Themen um Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung und Stadtplanung erfordert die Zusammenarbeit interdisziplinärer Akteure aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Funktionalität kommt in unterschiedlichen Formen und Farben – das Konzept des Smart Green Building wurde bereits von anderen deutschen Städten angefragt.

Soziale Verantwortung

In der Nachhaltigkeit und im Bauen steht der Mensch im Vordergrund. Nicht nur ist die Implementierung innovativer Technologien wichtig, sondern vielmehr die Identifikation der heterogenen Bewohnerschaft zu ihrem Stadtraum und die durchgehende Barrierefreiheit. Im Smart Green Tower ist eine Vermietungsgesellschaft für die soziale Durchmischung der Bewohnerstruktur und faire Mietpreise verantwortlich. Die Bewohner finden konkrete Ansprechpartner für ihre Fragen und Probleme. Inklusion und Integration in der Nachbarschaft werden durch gemeinsame Aktionen wie Grillabende oder Zeichenaktionen gefördert.

Der Smart Green Tower ist Teil des Programmes SoNaTe vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die „Soziale Nachbarschaft und Technik“ (kurz: SoNaTe) entwickelt ein neuartiges digitales Kommunikationsnetzwerk mithilfe unterstützender Architektur, Infrastruktur und das Einbeziehen der Bewohner.

Als weiteres Highlight wird eine Aquaponik-Anlage integriert. Hierbei wird die Abwärme der Batterie genutzt, um ein Wasserbecken in einem Gewächshaus mit Nutzpflanzen aufzuheizen. Die Aufzucht von Speisefischarten und Kultivierung von Nutzpflanzen wird in einer Symbiose verbunden. Gleichzeitig wird die Batterie effizient gekühlt. Bei der Aquaponik-Anlage handelt es sich um einen geschlossenen Wasser- und Nährstoffkreislauf. Aufgrund des Gewächshaus-Charakters kann Aquaponik klima- und ortsunabhängig installiert werden. Auf diese Weise entsteht ein Upgrade des Urban Farmings.

Dieses System ist ein aktiver Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie des Gesamtkonzeptes. Betrieben und überwacht kann die Bepflanzungsanlage durch Bewohner mit Handicap, die im Smart Green Tower oder in der unmittelbaren Umgebung  wohnen. Würdige Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen werden dadurch ermöglicht.

Für die vielen Funktionen und Informationen zum Smart Green Tower gibt es eine interaktive ThingLink-Grafik die sie sich hier auf thinglink.com anschauen können.