In Beckum landen die Holzabfälle auf dem 2012 neu errichteten Baubetriebshof, auf dem eine Hackschnitzelheizung daraus klimafreundlich Raumwärme und Warmwasser erzeugt. Für die Stromversorgung des Gebäudes ist außerdem eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach installiert worden. Mit beiden Maßnahmen haben die Beckumer erreicht, dass ihr Betriebshof ohne fossile Energieträger auskommt.

Erneuerbare schützen das Klima und die Umwelt

Der Beckumer Verwertungsansatz hat Vorbildcharakter und macht deutlich, dass die Umstellung der Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien klimafreundlich ist und zum Ressourcenschutz beitragen kann. Denn: Je mehr Erneuerbare eingesetzt werden, desto weniger fossile Energieträger sind notwendig und desto weniger wirken sich Kohle, Öl und Gas negativ auf unser Klima, die Luft- und Wasserqualität aus.

Der Blick auf die Treibhausgasbilanz macht es deutlich: Erneuerbare Energien sind den fossilen Mitbewerbern dabei klar überlegen. Wird zum Beispiel ein Ölkessel gegen eine Holzpelletheizung ausgetauscht, reduziert sich der Treib-hausgasausstoß im Schnitt auf ein Zehntel, nämlich von 314 auf 32 Gramm CO2 je Kilowattstunde.

Probleme und Chancen der Bioenergie

Bioenergie hat für den Ressourcenschutz großes Potenzial, gleichzeitig gibt es auch Kritik. Denn Ressourcenschutz umfasst sämtliche Maßnahmen, welche die Vielfalt und die Qualität der natürlichen Lebensgrundlagen bewahren helfen.

Je mehr Erneuerbare eingesetzt werden, desto weniger fossile Energieträger sind notwendig und desto weniger wirken sich Kohle, Öl und Gas negativ auf unser Klima, die Luft- und Wasserqualität aus.

Kritiker sehen die Bioenergie dabei im Spannungsfeld von begrenzten Anbauflächen, Ernährungssicherung sowie dem Schutz von Böden, Wasser und Artenvielfalt.

So wird zum Beispiel die Bioenergie mit einer „Vermaisung der Landschaft“ in Verbindung gebracht. Dabei können Monokulturen zu Bodenerosionen führen. Die Erneuerbare-Energien-Branche setzt deshalb auf Optimierung im Sinne der Nachhaltigkeit: Biogasanlagen verwenden immer häufiger auch Gräser, Wildpflanzen, Gülle und andere Reststoffe, um Biogas für die Strom- und Wärmeerzeugung zu produzieren.

Biogasbauern, die solche Wildpflanzenmischungen anbauen, bringen mehr Artenvielfalt ins Feld und reduzieren gleichzeitig das Pflügen und Düngen, weil Wildpflanzen in der Regel mehrjährig sind.

Außerdem benötigen sie keine Pflanzenschutzmittel, wodurch das Grundwasser geschont wird. Im Vordergrund steht für sie der nachhaltige Anbau der Flächen, die Biomasse für verschiedenste Verwendungszwecke zur Verfügung stellen. Das beinhaltet maßgeblich, verschiedene Pflanzenarten zugleich oder in Fruchtfolge auf einem Acker zu haben.

Beim Einsatz von Bioenergie für die Energiewende wie für alle anderen Anwendungsfelder von der Nahrungsmittelproduktion bis hin zur stofflichen Nutzung ist die Nachhaltigkeit immer wieder Prüfstein: Wie und wo wurde die Biomasse angebaut, wann ist sie klima- und umweltfreundlich und welche Potenziale birgt sie in Bezug auf Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz?

Mit dem Klimavertrag von Paris im Dezember 2015 wurde nicht weniger als die Dekarbonisierung der Weltwirtschaft beschlossen. In der Konsequenz bedeutet das, die Energiewirtschaft beschleunigt umzubauen, weg von Kohle und Öl, hin zu erneuerbaren Energien.

Bei dieser Entwicklung spielt – wie das Beispiel Beckum zeigt – die nachhaltige, umweltfreundliche und effiziente Nutzung von Bioenergie eine entscheidende Rolle für den Schutz von Klima und Ressourcen.