Herr Burchard, welche Chancen bietet die Energiewende im privaten Haus- und Wohnungsbereich?

Indem wir als Haus- und Wohnungsbesitzer erneuerbare Energien nutzen, handeln wir in erster Linie verantwortungsbewusst im Hinblick auf die kommenden Generationen. Wir erhalten die Chance, durch den Verzicht auf die Nutzung fossiler Brennstoffe die Treibhausgase zu verringern und somit auch im Privaten einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Zudem bietet die Energiewende für den Privathaushalt eine vielversprechende Möglichkeit, sich unabhängig von Preisschwankungen von Öl und Gas zu machen. Immer mehr Haus- und Wohnungsbesitzer erkennen die unterschiedlichen Vorteile alternativer Energien und nutzen verstärkt eigens installierte Solaranlagen, zum Beispiel auch im Bereich der Warmwasserbereitung. Solare Trinkwasseranlagen gehören zu den kleinsten unter den solarthermischen Anlagen und werden vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gefördert.

Worauf ist beim Einsatz von solaren Trinkwasseranlagen zu achten?

Da es bei solarbetriebenen Trinkwasseranlagen jahreszeiten- und witterungsbedingt zu einer Unterschreitung der geforderten Mindesttemperaturen im Warmwasserbereich kommen kann, stellen sie eine besondere Herausforderung in Bezug auf die Trinkwasserqualität dar. Generell muss man wissen, dass es verschiedene Produktsysteme zur Trinkwassererwärmung gibt.

Doch nicht alle eignen sich gleichermaßen für eine Kombination mit solarthermischen Anlagen. Besonders wichtig ist es, bei der Auswahl des Systems auf die Sicherheitsanforderungen an die Trinkwasserhygiene zu achten. Gesetzliche Richtlinien fordern nämlich Mindesttemperaturen von 60 Grad Celsius am Austritt des Trinkwassererwärmers. Nur so kann der Vermehrung von Legionellen vorgebeugt werden, die sich in Temperaturbereichen von 25 bis 55 Grad verstärkt erhalten könnten.

Wie lässt sich die Trinkwasserhygiene dennoch sicherstellen?

Auf die richtige Systemwahl kommt es an. Die Aufenthaltszeit des Trinkwassers in Rohren oder Tanks des Gebäudes sollte aus hygienischer Sicht grundsätzlich immer gering sein. Daher empfiehlt sich der Einsatz von passenden Systemlösungen, die kein Warmwasser bevorraten, sondern das Wasser erst bei der Zapfung aufheizen, zum Beispiel Durchfluss-Trinkwassererwärmer. Diese lassen sich auch an regenerative Energiequellen wie Solaranlagen anschließen.

Grundsätzlich sollten bei der Planung von Solaranlagen in Kombination mit Warmwasserbereitung in den eigenen vier Wänden immer kompetente Installateure hinzugezogen werden. Nur sie sind speziell ausgebildet und können auf das Know-how der deutschen Sanitärbranche zurückgreifen. Markenhersteller bieten auch regelmäßig spezielle Schulungen für Fachplaner an. In diesem Rahmen werden den Experten stets die neuesten und effektivsten Produktlösungen zur Sicherstellung der Trinkwasserhygiene erläutert.

Welchen Beitrag leistet die deutsche Sanitärbranche in Sachen Ressourcenschutz?

Trinkwassererwärmung durch die Nutzung regenerativer Energien ist natürlich nur ein Aspekt. Die deutsche Sanitärbranche leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, indem sie umweltfreundliche, langlebige und am Ende des Wertschöpfungszyklus recycelbare Materialien verwendet. Neben gesetzlich vorgeschriebenen Zertifizierungen lassen sich Qualitätshersteller im Zeichen des Umweltschutzes darüber hinaus regelmäßig freiwillig zertifizieren und produzieren dank ausgeklügelter Fertigungsprozesse ressourcenschonend.

Sie nutzen beispielsweise kurze Transportwege und produzieren vorwiegend in Deutschland oder Nachbarländern. Das Engagement in verschiedenen Umweltorganisationen und ein kontinuierliches Energiemanagement der Betriebe spiegeln wider, dass der Ressourcenschutz bei deutschen Sanitärherstellern seit Langem in der Unternehmensphilosophie verankert ist.

Was kann jeder Einzelne von uns für eine nachhaltige Trinkwassernutzung tun?

Entgegen der weitverbreiteten Meinung bedeutet eine nachhaltige Trinkwassernutzung nicht gleich, ein extremes Wassersparverhalten an den Tag zu legen. Angesichts unserer deutschlandweit hohen Trinkwasserreserven ist dies nämlich nicht zwingend nötig und kann sich in Bezug auf die Wasserqualität sogar negativ auswirken. Denn es erfordert einen gewissen Durchfluss durch die Leitungen, um der Bildung von Biofilmen vorzubeugen.

Nachhaltigkeit in der Trinkwassernutzung bedeutet deshalb vor allem, die Trinkwasserhygiene dauerhaft sicherzustellen, damit wir nicht nur jetzt, sondern auch in Zukunft von einer einwandfreien Wasserqualität profitieren. Dies schafft jeder Einzelne von uns, indem er sich für qualitativ hochwertige Sanitärprodukte entscheidet und bewusst mit unserer kostbaren Ressource Wasser umgeht.