Deutschland, einig Energiewende-Land: Die Bevölkerung steht mit überwältigender Mehrheit hinter einer klimaschonenden, effizienten und erneuerbaren Strom- und Wärmeversorgung. Fossile und nukleare Brennstoffe haben in den Köpfen vieler Bürger längst ausgedient.

Doch wie weit ist dieser Transformationsprozess in der Realität fortgeschritten, und welche Hürden sind in der Zukunft noch zu nehmen?

Der Stromsektor als Vorreiter und Treiber der Energiewende

Vor allem im Strombereich sind große Erfolge erzielt worden, die vor 20 Jahren selbst von Experten noch kaum für möglich gehalten wurden.

Inzwischen decken Wind-, Solar- und Bioenergie, Wasserkraft und Geothermie rund ein Drittel des deutschen Stromverbrauchs. Zudem gab es insbesondere bei Windenergie- und Photovoltaikanlagen in den vergangenen Jahren enorme Kostensenkungen, was den Erneuerbaren weltweit zu einem regelrechten Boom verhalf.

Doch weiterhin sind in Deutschland zwei Drittel des Stroms konventionell, weshalb ein dynamischer weiterer Ausbau Erneuerbarer Energien unverzichtbar ist. Da Wind und Sonne als Hauptenergiequellen der künftigen Stromversorgung nicht kontinuierlich verfügbar sind, braucht es mittelfristig zudem mehr Flexibilitätsoptionen im System, etwa Netze, Speicher oder steuerbare Verbraucher.

Handlungsbedarf im Wärme- und Verkehrssektor

Noch größer sind die Herausforderungen im Wärme- und Verkehrsbereich – hier sind die fossilen Anteile am Verbrauch noch deutlich höher, die Erneuerbaren decken gerade mal rund zwölf Prozent der Wärmeversorgung und fünf Prozent des Energiebedarfs im Verkehr.

Neben Verbrauchsreduktion und effizienterer Nutzung der Energien können zur Wärmeerzeugung Solarthermie, Erd- und Umweltwärme sowie Bioenergie als klimaschonende Lösungen für Einzelheizungen wie auch für Nah- und Fernwärmenetze beitragen.

Verschmelzung der Energiesektoren im zukünftigen Versorgungssystem

Zudem kann mittels Wärmepumpen oder anderer „Power-to-Heat“-Techniken auch überschüssiger Strom aus Wind und Sonne im Wärmesektor genutzt werden. Der Einsatz von erneuerbarem Strom ist auch für den Verkehrsbereich die sinnvollste Zukunftsoption.

Einige Bereiche wie Schiffs- oder Flugverkehr werden aus heutiger Sicht schwerlich elektrifiziert werden können. Hierfür werden Biokraftstoffe, die schon bisher den größten Teil des Erneuerbaren-Anteils im Verkehr ausmachen, als klimaschonende Alternative zu fossilen Kraftstoffen zum Einsatz kommen.

Für eine nachhaltige Deckung unseres Strom-, Wärme- und Mobilitätsbedarfs stehen damit verschiedene Lösungsmöglichkeiten bereit. Sie eint, dass sie nur durch den weiteren Ausbau Erneuerbarer Energien, verbesserte Energieeffizienz und das Zusammenwachsen der Verbrauchssektoren realisiert werden können.