Erstmals wurden neben den Kerntätigkeiten Sammlung und Transport sowie Behandlung und Verwertung von Abfällen auch die verbundenen Sektoren Technik für die Abfallwirtschaft sowie der Handel mit Abfällen untersucht.

Die Kreislaufwirtschaft ist heute ein komplexer Wirtschaftsbereich geworden

Die Studie zeigt deutlich, dass die Branche mit der reinen Müllabfuhr und Straßenreinigung vergangener Jahre und Jahrzehnte immer weniger zu tun hat. Der Paradigmenwechsel, Abfall nicht mehr nur als unvermeidbare Begleiterscheinung moderner Konsumgesellschaften, sondern als potenzielle und werthaltige Ressource zu sehen, führte zu massiven Weiterentwicklungen in der immer noch jungen Querschnittsbranche.

Die Kreislaufwirtschaft ist heute ein komplexer Wirtschaftsbereich geworden, dem bei der Bewältigung europäischer und globaler Herausforderungen wie Umwelt-, Klima-, Ressourcenschutz und Energiewende eine Schlüsselrolle zukommt.

So wird davon ausgegangen, dass allein durch eine konsequente Arbeitsteilung und gemeinsame europäische Kreislaufwirtschaftspolitik bereits mehr als zehn Prozent der bis 2030 angestrebten CO2-Reduktionsziele erreicht werden können. Die dafür notwendige Technik ist bereits heute vorhanden.

Das vermutlich größte Potenzial liegt dabei in der Abkehr der Deponierung von unbehandelten Siedlungsabfällen: Der Großteil der Emissionen von CO2-Äquivalenten in diesem Bereich wird durch austretendes Deponiegas verursacht. Mit dem Deponierungsverbot unbehandelter Siedlungsabfälle 2005 in Deutschland sank der Anteil an der Deponierung auf unter ein Prozent.

Kreislaufwirtschaft in Deutschland

Zum Vergleich: In Lettland liegt er heute über 90 Prozent, in Rumänien und Griechenland über 80 Prozent. Da Gase vor Grenzen nicht haltmachen, kann dieses Problem für Europa nur gemeinsam gelöst werden. Bis zum Aufbau entsprechender Infrastruktur in den betroffenen Ländern ist es daher ökologisch und ökonomisch sinnvoll, bereits vorhandene Kapazitäten in weiter fortgeschrittenen Ländern zu nutzen, um so schnell wie möglich die Deponierungsquote und damit die Emissionen zu reduzieren.

Die Unternehmen der Kreislaufwirtschaft sind gut aufgestellt.

Dass Innovationen und Investitionen ein Mindestmaß an Planungssicherheit benötigen, ist kein Geheimnis. Der Gesetzgeber sollte deshalb auf ein stabiles, regulatorisches und wettbewerbliches Umfeld achten. Hier gilt es, einen praktikablen Weg zu finden, der sowohl die Erreichung normativer politischer und ökologischer Ziele befördert als auch die richtigen Impulse setzt, um Forschung, Investitionen und Wachstum zu fördern.

Beunruhigend ist in diesem Zusammenhang die zunehmende Verstaatlichung im Bereich der Kreislaufwirtschaft. Wer die privaten Unternehmen aus der Branche drängt, der würgt den Innovationsmotor der Branche ab.

Die Unternehmen der Kreislaufwirtschaft sind gut aufgestellt. Sie beweisen jeden Tag aufs Neue, dass sie bereit und fähig sind, Verantwortung für eine effiziente Verwertung von Abfällen zu übernehmen und sich dem Wettbewerb um die beste Lösung zu stellen.

Im Interesse der gemeinsamen Kreislaufwirtschaftspolitik gilt es jetzt, den erreichten Vorsprung durch bereits bewährte Konzepte auf Gesamteuropa zu übertragen.