Lange Zeit galt ein Büroarbeitsplatz per se als gesundheits- und umweltschonend. Doch diese Einstellung hat sich geändert. Allein die enorme Zahl von 18 Millionen in Büros arbeitenden Menschen zeigt, dass durch Büroarbeit in einem erheblichen Ausmaß Ressourcen und Energien verbraucht werden. Dies geschieht unter anderem durch Ausstattung und den Betrieb von Bürogebäuden, die Mobilität zum Arbeitsplatz und die Produktion und Nutzung von Büromaterialien und -geräten.

Der Bedarf nach innovativen, zukunftsorientierten und umweltfreundlichen Lösungen für die Büroarbeit ist daher sehr hoch. Ein an ökologischen, ökonomischen und sozialen Zielen ausgerichtetes Arbeits- und Bürokonzept wird als "Green Office" bezeichnet. Hierunter versteht man aufeinander abgestimmte Maßnahmen aus den Bereichen umweltfreundliche Gebäude- und Raumgestaltung, nachhaltige Beschaffung von Büromaterialien und -produkten sowie nachhaltiges Nutzerverhalten.

Was kann nun jeder einzelne tun, um sein Büro ein wenig „grüner“ zu machen? Auch wenn nicht alle Büroarbeiter Einfluss auf eine nachhaltige Beschaffung haben, kommt gerade einem nachhaltigen Verhalten am Arbeitsplatz ein hoher Stellenwert auf dem Weg zum „Green Office“ zu. Wir nennen einfache Tipps, die jeder an seinem Arbeitsplatz umsetzen kann:

  • Licht aus: Bei jedem Verlassen des Büros, sei es am Feierabend, bei der Pause oder für ein Meeting, sollten Sie das Licht ausschalten.
  • Abschalten: Nach Dienstschluss und am Wochenende sollten Geräte komplett abgeschaltet werden. Eine abschaltbare Steckerleiste ist hierfür hilfreich.
  • Schlafpausen für den Computer: Stellen Sie Computer und Bildschirm so ein, dass diese bei Nichtnutzung nach einer bestimmten Zeit in den Schlafmodus gehen.
  • Umweltfreundlich drucken: Drucken Sie Duplex und stellen Sie den Drucker so ein, dass standardmäßig mit – in der Regel vorinstallierten – Öko-Druckeinstellungen und beidseitig gedruckt wird.
  • Richtig entsorgen: Leere Tintenpatronen und Tonerkartuschen gehören nicht in den Müll und sollten fachgerecht entsorgt oder gar wiederverwendet/recycelt werden. Generell gilt auch in Büros: Abfälle und Wertstoffe trennen!
  • Fahrrad statt Auto: Verzichten Sie auf Ihrem Arbeitsweg auf das Auto. Nutzen Sie das Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel. Wenn dies nicht möglich ist, bilden Sie Fahrgemeinschaften zur Arbeit.

Um auf die Möglichkeiten eines schonenden Umgangs mit Ressourcen im Büroalltag und auf Umweltaspekte bei der Beschaffung von Büroartikeln und der Ausstattung von Büroräumen aufmerksam zu machen, organisiert der Bundesdeutsche Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M.) e. V. seit 2008 jährlich den Wettbewerb „Büro & Umwelt“ für Unternehmen sowie öffentliche Einrichtungen.

Dabei zeigen die Teilnehmer immer wieder beeindruckende Beispiele für die praktische Umsetzung nachhaltiger Arbeits- und Bürokonzepte auf. Aktuell wurde der Fokus inhaltlich um soziale Komponenten erweitert und der Wettbewerb erstmals explizit als Wettbewerb für Nachhaltige Beschaffung ausgelobt.

Wer sich von den vorbildlichen Leistungen der diesjährigen Preisträger selbst überzeugen oder allgemein zum Thema „Nachhaltigkeit im Büro“ informieren möchte, kann dies bei einer Fachtagung tun, die im Rahmen der Paperworld-Messe am 31. Januar 2017 in Frankfurt stattfinden wird.

Bei diesem „Sustainable Office Day“ liefern Fachvorträge zum Thema und anschauliche Praxisbeispiele ehemaliger Wettbewerbsteilnehmer wichtige Impulse für nachhaltiges Handeln im Büro. Im Rahmen der Veranstaltung wird auch der Wettbewerb „Büro & Umwelt“ 2017 offiziell gestartet. Interessierte Teilnehmer sind willkommen.

Informationen

Weitere Informationen finden Sie unter buero-und-umwelt.de.