Auch wenn Einweg-Verpackungen recycelt werden, ist eins klar: Für jedes Getränk muss eine neue Dose produziert werden. Und die wird nach wenigen Schlucken zu Abfall. Die Gewinnung von Aluminium ist nicht nur sehr energieintensiv, es entsteht auch das ätzende Abfallprodukt Rotschlamm.

Nachhaltigkeit geht eindeutig anders. Zum Beispiel mit größeren, aber dennoch verbraucherfreundlichen Gebinden. Doch hier stellt sich die Frage: Einweg oder Mehrweg, PET oder Glas? Welches Material hat die beste Ökobilanz und bietet gleichzeitig die meisten Vorteile für Konsumenten?

Bessere Ökobilanz

Studien zufolge haben Glasmehrwegflaschen klare ökologische Vorteile und erzielen eine wesentlich bessere Ökobilanz. Mit der Ökobilanz werden die Umweltauswirkungen von Produkten bewertet. Sie berücksichtigt Faktoren wie CO2-Emissionen, Materialinput sowie Abfallaufkommen. Klares Ergebnis: Die Glasmehrwegflasche schneidet in allen Szenarien besser ab als die PET-Einwegflasche. Der Energie- und Ressourcenverbrauch für Rücktransport und Reinigung ist bei Mehrwegflaschen geringer als der zusätzliche Herstellungsaufwand für Einwegflaschen.

Klarer Sieg also für Glasmehrwegflaschen. Wenn ein Unternehmen zusätzlich noch lokal abfüllt, verstärkt es den positiven Umwelt-Effekt. Denn durch kurze effiziente Transportwege kann der CO2-Ausstoß weiter gesenkt werden. So wird der vermeintliche Vorteil, den Plastik-und Aluminiumverpackungen durch ihr geringeres Gewicht besitzen, ausgeglichen. Dazu kommt eine wesentlich geringere Lebensdauer der PET-Flaschen gegenüber Glas.

Sie können nur rund 20 Mal wiederbefüllt werden im Gegensatz zu 60 Umläufen bei den Glasflaschen. Mehr Umläufe bedeuten auch eine geringere Belastung für die Umwelt. Glasmehrwegflaschen sind somit bis zu sieben Jahre im Einsatz – das spart natürlich Energie und Ressourcen. Die Abfüllanlagen bieten weitere Möglichkeiten die Ökobilanz zu verbessern, etwa durch gezielte Wasser- und Energieeinsparungen sowie durch den Einsatz regenerativer Energien.

Mehr Gesundheit und Geschmack

Zudem sind Glasmehrwegflaschen zu 100 Prozent recyclebar und können nicht als Mikroteile in Umwelt und Nahrungskette landen. Studien belegen, dass sich Mikroplastikpartikel bereits in den Getränken selbst befinden. Kunststoffverpackungen geben diese ab, sodass sie direkt vom Verbraucher aufgenommen werden.

Welche gesundheitlichen Auswirkungen Mikroplastik für den Menschen hat, ist bislang jedoch noch nicht hinreichend erforscht. Bekannt ist allerdings, dass Getränke aus Glas auch einfach besser schmecken – denn Geschmack wird in Glasbehältern nicht durch Gasaustausch verfälscht und Kohlensäure bleibt länger im Getränk. Eben gut – innen wie außen.