Sie gehören nicht zu diesen endlichen fossilen Rohstoffen, sie sind grünen Ursprungs und wachsen immer wieder nach. Doch nur zu sagen "alles was nachwachsen kann ist nachhaltig", ist ein Trugschluss.

Insbesondere beim Wald zeigt sich auf der ganzen Erde, wie fatal eine falsch verstandene Bewertung von Rohstoffnachhaltigkeit sein kann. Nur weil Holz wieder nachwachsen kann, bedeutet dies noch lange nicht, dass der Rohstoff unbegrenzt vorhanden ist und seine Ernte ohne Folgen bleibt.

Bei dem schönen und multifunktionalen Rohstoff Holz gilt es genauer hinzuschauen, denn am Ende steht die Frage, wie der Wald heute beziehunsgweise in 30 Jahren aussieht, aus dem mein Blatt Papier, meine Verpackung, mein Gartenstuhl oder meine Holzdielen stammen? Ist es dann immer noch ein Wald?

Holz ist der beliebteste Werkstoff der Welt. Dazu kommt, dass Papier und Pappe universell eingesetzt werden können und in immer mehr Bereichen einen Beitrag zur Vermeidung von Plasik und anderen Stoffen auf fossiler Rohstoffbasis leisten. Damit sind Holz und seine Folgeprodukte ein Rohstoff der Zukunft. Dies schließt auch die recycelten Holzfasern mit ein.

Wie bei vielen Rohstoffen, muss auch bei Holz genau hingeschaut werden, denn Forstwirtschaft ist nicht gleich Forstwirtschaft. Wenn Holz einfach nur dem Wald entnommen wird oder Wälder systematisch zu reinen Holzäckern umgebaut werden, ist es schnell vorbei mit der Nachhaltigkeit. Natürliche Wälder sind eine endliche und immer noch stark schwindende Ressourcenquelle.

Allein 2014 verlor die Erde 18 Millionen Hektar Naturwald an Raubbau, Brandrodung und an die Umwandlung in landwirtschaftliche Nutzflächen. Unter den Augen findiger Waldbesitzer werden, auch hier in Mitteleuropa, Wälder weiter umgebaut, weg von einer naturnahen Waldgesellschaft hin zu mehr Produktivität bei der Holzernte. Diese Wälder bringen schneller mehr Holz, bieten gleichzeitig jedoch weniger Artenvielfalt und sind als Ökosystem nicht so leistungsfähig wie natürliche Wälder.

So gesehen ist Holz als Rohstoff nahe dem Erdöl. Über kurz oder lang werden sowohl die Ölquellen versiegt, als auch die natürlichen Wälder verschwunden sein. Holz ist dann ein Rohstoff der Zukunft, und mit viel Zukunft, wenn er aus einer verantwortungsvollen Forstwirtschaft stammt. Um zu definieren, was verantwortungsvolle Forstwirtschaft ist, haben sich Umweltverbände, Gewerkschaften, indigene Gruppen und Industrie an einen Tisch gesetzt und gemeinsam den Forest Stewardship Council (FSC) gegründet.

Seit über 20 Jahren werden durch diese sehr unterschiedlichen Akteure auf Augenhöhe Waldstandards ausgehandelt, die sicherstellen, dass der Rohstoff Holz ausreichend zur Verfügung steht und dass natürliche Wälder erhalten bleiben. FSC-zertifiziertes Holz trägt neben Recycling dazu bei, dass der Wald als natürliche Holzquelle erhalten bleibt und damit das Zeitalter des Erdöls überdauert.