Ein Grund dafür ist eine kleine Anzahl schwarzer Schafe, die im öffentlichen Straßenraum illegal Container aufstellen. Für eine Tonne Altkleider werden derzeit zwischen 450 und 490 Euro von den Sortierbetrieben bezahlt. Jeder Bundesbürger wirft etwa zwölf an gebrauchten Kleidern weg, die Zeiten, in denen man Socken stopfte oder Hosen flickte, sind inzwischen längst passé.

Die Wiederverwendung von Altkleidern – pro Jahr fallen in Deutschland mehr als 750.000 Tonnen an – spart im Vergleich zur Produktion von neuer Kleidung Ressourcen wie Baumwolle und Wasser. Alleine für die Herstellung einer Tonne Baumwollfasern werden immerhin bis zu 17 Millionen Liter Wasser verbraucht.

Arbeitsplätze und professionelle Trennung

Professionell organisierte Unternehmen wie die 8 Sortierbetriebe der FWS/Boer Gruppe sortieren die Altkleider in gut dreihundert Kategorien verschiedener Qualitätsstufen. Grundsätzlich gibt es etwa folgende Faustregel: 50 Prozent der eingesammelten Altkleider werden als solche wiederverwendet, etwa 20 Prozent werden zu Putzlappen verarbeitet.

Weitere 25 Prozent  werden stofflich recycelt. Insofern tragen Sammlung, Sortierung und differenzierte Verwertung von Altkleidern zur Entlastung von Deponien bei, stärken die Kreislaufwirtschaft und schaffen Arbeitsplätze.

Umweltgerecht

Entgegen allen anderen Rohstoffen hat der Bürger jedoch bei Altkleidern eine Erwartungshaltung. Er ist sensibilisiert für den weiteren Weg seiner doch so liebgewonnenen Kleider, die nicht mehr passen oder aber modischen Belangen nicht mehr genügen. Es besteht ein emotionaler Bezug zu Bekleidung und daher möchte man auch dass seine Kleider möglichst mit einem sozialen Hintergrund weiter getragen werden.  

Die Wiederverwendung von Textilien und Bekleidung ist die reinste Form des Recyclings und deckt einen Weltweiten Bedarf. 70% der Weltbevölkerung nutzen gebrauchsfähige Bekleidung und befriedigen hiermit ein Grundbedürfnis nach günstiger, gut erhaltener, modischer Bekleidung. Die weltweiten Exporte sorgen zudem mit Handel Reparatur und Aufarbeitung für zunehmende  Arbeitsplätze.

Durch  den verlängerten Einsatz des Erstprodukts und Wiederverwendung als Bekleidung, oder aber auch dem Cradle to Cradle –Prinzip in der Um/ Aufarbeitung, werden weltweit enorme, - zunehmend wichtige Ressourcen eingespart. Die einst propagierte Zerstörung heimischer Textilindustrien in Afrika durch die Vermarktung von Altkleidern ist hinlänglich widerlegt. Der Bedarf an guterhaltener Bekleidung zur Wiederverwendung ist weltweit durch Neubekleidung sicherlich nicht zu decken.

Solange jedoch Sekundärrohstoffe teurer sind als Primärrohstoffe, beleibt ein Recycling auf der Strecke. Bei steigender Weltbevölkerung müssen Anbauflächen zukünftig allerdings für Nahrungsmittel nutzt werden. Insofern ist der wasserintensive Anbau von Baumwolle ein kommendes Problem. Dieser Aufgabe stellen sich schon einige Hersteller – denn die Zukunft der Textilproduktion liegt wesentlich im Recyceln und der Faseraufbereitung.

Das wissen auch die Hersteller von textilen Produkten. Intensiv ist man auf der Suche nach Recyclingkonzepten, denn nur durch die lückenlose Versorgung mit Rohstoffen ist eine Produktion gewährleistet.

Etablierte Verwerter wie die Boer Gruppe erarbeiten schon heute Konzepte, angefangen von der Erfassung  bis zur Verwertung. Basis dafür ist eine haushaltsnahe Erfassung mit einem angemessenen Umgang. Denn nur was trocken und sauber ist kann auch wiederverwendet werden. Altkleider sind ein sensibler Rohstoff und die Handhabung ist entscheidend für den weiteren Weg.

FWS unterhält sein 25 Jahren ein flächendeckendes Containersystem in Deutschland und Europa. In Zusammenarbeit mit Städten, Gemeinden als auch in Verbindung mit gemeinnützigen Organisationen werden in der FWS / Boer-Gruppe jährlich 100.000 Tonnen dieses kostbaren Gutes der Widerverwendung und Wiederverwertung zu geführt.