Eines ihrer zentralen Elemente, Stahl, lässt sich im permanenten Wertstoffkreislauf vollständig recyceln – und weist auf diese Weise den Weg in die „Null-Abfall-Wirtschaft“.

Konkret in Zahlen bedeutet das: Der Einsatz einer Tonne Stahlschrott spart zum Beispiel bei der Rohstahlproduktion CO2-Emissionen in gleicher Höhe ein. Allein in Deutschland werden jährlich circa 20 Millionen Tonnen Stahlschrott recycelt.

Reduce, Reuse, Recyle

Gerade dem Sektor Bau – mit einem Volumen auf Höhe der deutschen Staatsausgaben – kommt bei den ehrgeizigen Zielen für mehr Nachhaltigkeit besondere Bedeutung zu. Das Motto der Stahlindustrie lässt sich dabei mit der Formel 3R zusammenfassen. Diese steht für Reduce, Reuse und Recycle. Zu Deutsch: Reduzieren, Wiederverwenden und Recyceln.

Beim Reduzieren können die Bauplaner die Baustoffe dank Stahl besonders effizient einsetzen, da er über eine hohe Tragfähigkeit verfügt und schlanke Konstruktionen ermöglicht. Bei der Wiederverwendung sorgen wiederum genormte Stahlträger für eine erneute Nutzung. Sogar ganze Baukonstruktionen lassen sich abbauen – und an anderer Stelle wieder aufbauen.

Beim Recyceln gelten die natürlichen metallurgischen Eigenschaften des Stahls genauso wie sein modularer Aufbau und seine leicht löslichen Verbindungen unter anderem als wichtige Vorteile. Und zwar für jedes entsorgte Stahlprodukt– von der Rasierklinge bis zum Auto.

Hohe Sammelrate

Hinzu kommt, dass zum Beispiel die Sammelrate von Konstruktionsstahl, also Träger und Grobbleche, bei Fertigung und Rückbau im deutschen Bauwesen 99 Prozent beträgt. Diese Zahl teilt sich auf in 88 Prozent hochwertiges Recycling: Einschmelzen im Elektroofen und Hochofen und Verarbeitung zu neuem gleich- oder höherwertigem Stahl. Sowie 11 Prozent Wiederverwendung: Erneute Nutzung der Bauteile in gleicher oder ähnlicher Funktion. Belegt hat diese Zahlen ein Bericht von Prof. Dr.-Ing. Manfred Helmus vom Lehr- und Forschungsgebiet „Baubetrieb und Bauwirtschaft“ an der Bergischen Universität Wuppertal.

Eine große Rolle spielt außerdem das digitale Bauen.

„Es ist allgemein bekannt, dass Stahl im Bauwesen der Weltmeister beim Recyceln ist“, sagt Dr. Bernhard Hauke, Verbandsgeschäftsführer bei bauforumstahl. „Dies können wir nun mit den Fakten des Berichts auch untermauern. Das Bauen mit Stahl ist ein bedeutendes Fundament für den Klimaschutz, die Schonung von Rohstoffen und bedeutet für die Umwelt einen echten Mehrwert.“

Aufgrund des auch nach Rückbau eines Gebäudes noch hohen Wertes von bereits genutzten Stahlprodukten und Stahlschrott hat sich in Deutschland deshalb eine Wirtschaft etabliert, die den industriellen Kreislauf der Stahlindustrie mit immer neuem einheimischem Schrott in Gang hält. Diese Kreislaufwirtschaft dient der Abfallvermeidung und ist ressourcen- und energieeffizient. Stahlschrott ist heute ein wertvoller Sekundärrohstoff, der zudem im eigenen Land vorhanden ist.

Digitales Bauen

Aber natürlich denkt die Branche noch weiter: Zusätzliche Potenziale, die es in Zukunft auszuschöpfen gilt, liegen im Bereich neuer Stahlqualitäten, -produkte und -systeme sowie der Stahlbauweise selbst. Aspekte wie die Gewichtsminimierung von Bauteilen sowie Rückbau und Erweiterbarkeit von Gebäuden werden wichtiger werden, ebenso wie der modulare Aufbau von Bauten und leicht lösbare Baustoffverbünde. Das Bauen mit Stahl hat auch aufgrund der industriellen Vorfertigung der Bauelemente hier einen klaren Vorsprung gegenüber anderen Bauweisen.

Eine große Rolle spielt außerdem das digitale Bauen: Die Digitalisierung verstärkt diese Vorteile des Stahlbaus weiter. BIM-orientierte (Building Information Modeling) Planungsprozesse sind im Stahlbau schon lange üblich und können nun endlich mit anderen Baugewerken verknüpft werden. Neue, vollautomatische Trägerschweißanlagen sind beispielsweise ein großer Schritt in Richtung Industrie 4.0 und bedeuten enorme wirtschaftliche Vorteile. Im digitalen Bauwerksmodell wird der Wertstoff Stahl von der Planung bis zum Rückbau erfasst – beste Voraussetzungen für die Kreislaufwirtschaft.