Die Gesellschaft ist inzwischen stark sensibilisiert. Die Menschen verlangen als aufgeklärte Verbraucher, dass Hersteller und Handel Produkte und Dienstleistungen bereitstellen, die nachhaltig sind. Von daher muss das Umdenken in den Köpfen beginnen.

Zwar gibt es Licht am Ende des Tunnels, denn eine aktuelle Branchenstudie hat ergeben, dass das Kunststoffrecycling im Vergleich zu 2013 um ein Drittel zugenommen hat. Trotzdem wird immer noch mehr als die Hälfte der Kunststoffverpackungen verbrannt. Es gibt also noch viel zu tun!

Recyclingfähigkeit im Fokus

Der Fokus muss deshalb darauf gelegt werden, dass schon bei der Produkt- oder Verpackungsentwicklung die Recyclingfähigkeit berücksichtigt wird.

Möglichst ressourcenschonende Produkte zu entwickeln, kommt dabei nicht nur der Umwelt zugute, sondern kann den Unternehmen auch helfen, Kosten zu sparen. Bislang wird dieses Feld von den Industrieunternehmen aber noch nicht mit dem nötigen Engagement angegangen.

Daher fordern die Kunststoffrecycler schon lange ein „Design for Recycling“ von den Herstellern. Entsprechende Ansätze des Verpackungsgesetzes müssen in Abstimmung von Recyclern mit den Inverkehrbringern von Verpackungen umgesetzt werden.

Es muss darum gehen, dass einerseits die Funktion der jeweiligen Verpackung gewährleistet ist, aber andererseits, und das ist in der Vergangenheit nur unzureichend beachtet worden, die gebrauchten Verpackungen für ein qualitativ hochwertiges Recycling geeignet sind.

Ein erster Schritt zu einem „Design for Recycling“ könnten definierte Bewertungskriterien sein oder auch die Einführung einer Recyclingampel, um die Recyclingfähigkeit von Verpackungen zu verdeutlichen.

Verstärkt auf Recyclingprodukte setzen

Es geht aber nicht nur um Recyclingfähigkeit. Entscheidend ist, dass die aus dem Recycling generierten Materialien tatsächlich durch die verarbeitende Industrie eingesetzt werden. Auch auf diesem Gebiet gibt es noch jede Menge Nachholbedarf, obwohl Rezyklate in allen Qualitätsstufen im Markt verfügbar sind.

Es kommt deshalb darauf an, diese Rezyklate aus dem Nischendasein herauszuführen und sie als selbstverständlichen und maßgeblichen Produktionsbaustein einzusetzen, wie das im Papier- oder Glasbereich schon lange erfolgreich praktiziert wird.

Worauf sollten Unternehmen achten?

Design for Recycling: Produkte und Verpackungen so herstellen, dass sie recycelt werden können

    + zum Beispiel keine Kunststoff-Papier-Kombinationen

    + keine metallisierten Verpackungen verwenden

    + möglichst keine dunklen oder schwarzen Verpackungen verwenden

    + keine mehrlagigen Kunststofffolien verwenden

    + gut ablösbare Papieretiketten verwenden – keine unlöslichen Klebeverbindungen

    + keine Kunststoffblends einsetzen

    + sehr gut recycelbare Kunststoffe sind PE, PP, PET

– Produkte aus Recyclingkunststoff herstellen

Recyclingprodukte in der Beschaffung verwenden