Wie wirkt sich unser Verhalten in puncto Kleidung und Mode auf unsere Umwelt aus?

Die Modeindustrie treibt den Konsum in die Höhe. Sie beansprucht blind endliche Ressourcen, bietet aber kaum qualitätserhaltende Lösungen für ausrangierte Textilien. Dadurch produziert sie Unmengen von Abfall, der allein innerhalb der letzten zehn Jahre um mehr als 40 Prozent anstieg.

Sie entwickeln Recyclingmode: Darunter verstehen viele gebrauchte Kleidung, die wiederverwertet wird.

Mit Design for Circularity gehen wir weiter. Wir erschaffen Produkte, die für das Wiederverwenden und Recycling designt sind. Jedes der langlebigen Kleidungsstücke dient nach Wiederverwendung am Ende seines Produktlebens als Ressource für Neues.

Die Textilien sind recyclingfähig und werden durch qualitätserhaltendes Closed-Loop-Recycling zu neuen Textilfasern regeneriert. Einige sind außerdem biodegradable und können auch durch Kompostierung als Nährstoff in den biologischen Kreislauf zurückgeführt werden. Das Ziel ist: Kein Abfall und keine neuen Ressourcen durch sortenreine Materialwahl mit gesunden Inhaltsstoffen. So wird der Wert des Materials voll ausgeschöpft und bleibt unendlich erhalten.

Ina Budde, Recycling-BuddeIna Budde: kreiert nachhaltige Mode mit Weitblick. Foto: Ina Budde

 

Wodurch finden Sie geeignete Partner?

Seit 2015 setze ich mit Design for Circularity – einer nachhaltigen Design-Consultancy – kreislauffähige Produkte und Systeme zusammen mit Modelabels um. Hierfür entwickele ich die Extended-Closed-Loop-Plattform: Diese Innovation vernetzt Labels und Designer mit ihren Kunden und den Recyclingfirmen, um die Rückholung und das sortenreine Recycling zu organisieren.

Wir wollen in jedes Kleidungsstück einen Code integrieren, der zu einer produktspezifischen Webseite führt. Diese verrät den Kunden alles über den nachhaltigen Lebensweg des Produktes. Dem Recycler ermöglicht es erstmalig, das Material automatisiert und verlässlich zu identifizieren, um hochwertiges Recycling zu neuen Textilfasern zu gewährleisten. Weitere Partner und Investoren sind eingeladen, Teil unserer Plattform zu werden – für Vernetzung und Transparenz in einer zirkulären Zukunft der Mode.

Was inspirierte Sie, grüne Mode zu kreieren?

Meine Motivation entspringt meiner Perspektive als Designerin: Meine Leidenschaft für Design liegt im Erschaffen von ästhetischer und funktionaler Qualität für gesunde Mode mit unendlichem Wert. Erschreckenderweise musste ich feststellen, dass ich für eine Industrie designe, die es kaum zulässt, langlebige Qualität zu nutzen und den Wert zu erhalten.

Inspiriert vom „Cradle to Cradle “-Prinzip ist in meinen Augen die einzig richtige Lösung, direkt am Ursprung anzusetzen. „Cradle to Cradle“ heißt, das Design von Produkten und Systemen von Anfang an für das Wiederverwenden und -verwerten zu gestalten, damit erst gar kein Müll entsteht.

Kreislauf Kleidung