Vorteile vom Recycling

Wir müssen mit Rohstoffen haushalten, sie in einen Kreislauf bringen und dort bewahren. Die Verpackung ist hier seit über 25 Jahren Pionier und Vorreiter. Auf ökonomischer Ebene ergeben sich durch das Recycling Vorteile für Unternehmen, wenn beispielsweise benötigte Packstoffe wie Karton günstiger aus Recyclingfasern gewonnen werden können als aus Frischfasern.

Ein ökonomischer Vorteil für die Gesellschaft sind zum Beispiel neue Jobs. Angestoßen durch die Verpackungsgesetze Anfang der 90er-Jahre, hat sich rund um die dualen Systeme eine dynamisch wachsende, innovative Branche mit guten Karrieremöglichkeiten entwickelt. Auf sozialer Ebene bringt Recycling da Vorteile, wo es den bewussten und verantwortungsvollen Umgang jedes Einzelnen mit Produkten fördert und schult.

Dabei dürfen wir uns aber nicht länger auf den Aufklärungsarbeiten aus den Frühzeiten des Recyclings ausruhen. Diese haben zwar zu einem im internationalen Vergleich sehr hohen Verbraucherbewusstsein geführt. Auf der anderen Seite zeigt jedoch eine repräsentative Umfrage des Deutschen Verpackungsinstituts, dass speziell in den jüngeren Altersgruppen (unter 24 Jahren) das Wissen darüber verloren gegangen ist, was wo und wie gesammelt werden soll. Hier muss dringend mehr getan werden.

Was haben Lebensmittelunternehmen davon?

Unternehmen können reale Kostenvorteile generieren. Der Energieeintrag beim Recycling von Aluminium beträgt beispielsweise nur noch bis zu fünf Prozent der benötigten Energie für die Produktion von neuem Aluminium. Bei Glas sieht es ähnlich aus, bei Karton ebenfalls.

Ein anderer Aspekt sind (Marken-)Image und Werbung. Studien belegen, dass die Verpackung im Konsumbereich der wichtigste Faktor für die Glaubwürdigkeit einer Nachhaltigkeitsstrategie ist. Sowohl beim Kauf als auch zu Hause ist die Verpackung der wichtigste, glaubwürdigste und effizienteste Botschafter. Andere Medienkanäle können da nicht mithalten. Allerdings funktioniert die Verpackung als Botschafter nur, wenn sie nicht als reines Feigenblatt herhalten soll. Es muss schon eine ganzheitliche Nachhaltigkeitsstrategie sein, bei der die Verpackung zum Produktportfolio und zum Unternehmensprofil passt. Ein gutes Beispiel dafür ist etwa Werner & Mertz (Frosch-Produkte).

Was können Verbraucher mit Recycling verändern?

Verbraucher können einen aktiven Beitrag zu Umweltschutz und Ressourcenschonung leisten. Sie müssen sogar – denn in unserem System geht es nur mit dem Verbraucher, niemals ohne oder gar gegen ihn. Verbraucher müssen nachhaltige Ziele bei der Wahl von Produkten berücksichtigen, durch aktive Wahl oder zumindest durch Akzeptanz. Wichtig auch: Wir können nur recyceln, was vorher eingesammelt wurde. Noch bewegen wir uns hier auf einem relativ hohen Niveau. Wie oben bereits erwähnt, drohen uns gerade die jüngeren Generationen aber wegzubrechen.

Die Fortschritte vom Recycling in den letzten Jahren

Auch wenn noch viel mehr getan werden kann und muss: Die Fortschritte sind deutlich. Im Jahr 2016 – als letztem Jahr, für das aktuell vollständige Zahlen ausgewertet wurden – lag die Quote der stofflichen Verwertung bei 79,3 Prozent, ein Zuwachs von 1,2 Prozent zum Vorjahr. 1991 lag diese Quote übrigens bei nur 48 Prozent. Man sieht also, dass Recycling ein Erfolgsmodell ist. Durch das neue Verpackungsgesetz mit seinen Zielquoten für Recycling wird es weiteres, deutliches Wachstum geben.