Die Branche stellt sich heute als eine wichtige Industrie mit ausgeprägten Wertschöpfungsketten dar, bei der die moderne Rohstoffwirtschaft im Vordergrund steht. Insbesondere die kleinen und mittelständischen Unternehmen haben sich dabei als Schrittmacher einer Philosophie bewiesen, die den Fokus auf die Verwertung der Wertstoffe, im Gegensatz zur reinen Abfallbeseitigung, legt.

Sekundärrohstoffe als Teil der industriellen Wertschöpfung

Es geht aber um mehr. Angesichts der relativen Rohstoffarmut Deutschlands einerseits und einer starken Industrieproduktion andererseits, muss das Ziel sein, den Anteil von Sekundärrohstoffen für die Produktion stetig zu erhöhen.  

„Das Recycling hat aber leider immer noch nicht den nötigen Stellenwert.“

Sekundärrohstoffgewinnung aus Abfällen darf daher nicht als Entsorgungsproblem gesehen werden, sondern als Teil der Rohstoffversorgung für wichtige Industriezweige, zum Beispiel für die Papierindustrie, für die Stahlindustrie, für die Glas- und Kunststoff- oder Textilindustrie. Das garantieren gewerbliche Sammlungen von Altpapier, Schrotten, Kunststoffen oder auch Altkleidern. 

Wertstoffgesetz für mehr Recycling 

Das Recycling hat aber leider immer noch nicht den nötigen Stellenwert. Die stoffliche Verwertung wird praktisch der thermischen Verwertung gleichgesetzt. Das geplante Wertstoffgesetz kann hier wertvolle Impulse geben. Bisher werden über den Gelben Sack beziehungsweise die Gelbe Tonne 27,7 Kilogramm pro Einwohner und Jahr an Verpackungen inklusive der Fehlwürfe gesammelt.

Deshalb sollen zukünftig zusätzlich die stoffgleichen Nichtverpackungen gesammelt und dem Recycling zugeführt werden. Dadurch könnte die Sammelmenge auf etwa 35 Kilogramm pro Einwohner im Jahr gesteigert werden. Zusätzliche 570.000 Tonnen werthaltiger Abfälle pro Jahr würden so der Beseitigung entzogen und stünden dem Recycling zur Verfügung.

Mehr Recycling ergibt mehr Klimaschutz 

Das ist aber noch nicht alles, denn wenn das Wertstoffgesetz kommt und die Recyclingquoten erhöht werden, könnten zusätzlich bis zu 750.000 Tonnen pro Jahr CO2 eingespart werden. Denn grundsätzlich gilt: Je mehr Sekundärrohstoffe aus Abfällen gewonnen werden und Primärrohstoffe in der Industrieproduktion ersetzen, desto weniger Energie und Wasser wird verbraucht und desto geringer sind die Eingriffe in die Natur, die nötig sind, um Rohstoffe zu fördern.

Gleichzeitig können durch die Verwendung von Sekundärrohstoffen erhebliche Mengen des klimaschädlichen Kohlendioxyds vermieden werden. Eine echte Win-Win-Situation für Ökologie und Ökonomie!