Trotz bisheriger Erfolge bei der Verwertung von Abfällen stagniert das deutsche Abfallaufkommen in den letzten Jahren auf hohem Niveau. 2013 fielen in Deutschland im Durchschnitt 617 Kilogramm Siedlungsabfall je Einwohner an. Damit lag die Abfallmenge deutlich über dem EU-Durchschnitt von rund 481 Kilogramm je Einwohner.

Es sind daher große Anstrengungen für eine verbesserte Vermei­dung sowie die ökologisch hochwertige Verwertung von Abfällen zur Schonung der natürlichen Ressourcen erforderlich. Ich begrüße daher die Initiative zu Recycling und Ressourcen.

Weltweit zunehmender Konsum macht es notwendig, beim Umgang mit natürlichen Ressourcen umzudenken.

Weltweit zunehmender Konsum macht es notwendig, beim Umgang mit natürlichen Ressourcen umzudenken. Eine Kreislaufwirtschaft, die alle Aspekte vom ökologischen Produktdesign über nachhaltige Produktions- und Konsumweisen bis zum Recycling ganzheitlich integriert, trägt maßgeblich zur Ressourcenschonung bei.
Mit steigender industrieller Produktion und mehr Dienstleistungen gehen Umweltbelastungen ein­her.

Diese ließen sich in vielen Bereichen reduzieren oder eindämmen, weil sich die Umwelt­technik weiterentwickelte, die Betriebe selbst etwas für den Umweltschutz in Unternehmen taten und mit Energie und Rohstoffen effizienter umgingen.

Bei ansteigenden Produktmengen und gleichzeitig vergrößerter Produktvielfalt sowie zunehmender Verlagerung von Produktion ins Ausland werden viele Erfolge im Umweltschutz in Deutschland wieder aufgezehrt oder die Umweltinanspruchnahme ist sogar wieder gestiegen. Ein Beispiel sind elektrisch betriebene Geräte.

Während die Effizienz zwar pro Gerät gesteigert wurde, sind aber auch deutlich mehr Geräte gekauft worden. Effizienzgewinne gehen daher aufgrund der Menge an Gerä­ten verloren oder fallen nicht mehr so groß aus.

Würden die Produktions- und Konsummuster der industrialisierten Welt zukünftig von mehr als neun Milliarden Menschen übernommen, wäre das für Natur und Umwelt mit katastrophalen Folgen weltweit verbunden. Es reicht daher nicht, wenn die Rohstoffproduktivität und die Beanspruchung von Um­welt und Natur relativ pro Wirtschaftsgut sinken – der Ressourcenverbrauch muss absolut sinken, also vom Wirtschaftswachstum entkoppelt werden.

Das von der Bundesregierung verabschiedete Ressourceneffizienzprogramm hat dazu ein zentrales Ziel formuliert: Ressourcenverbrauch und die damit verbundenen Umweltbelastungen reduzieren und so Wohlstand und Entwicklungsmöglichkeiten sichern.

Herausragende Bedeutung dafür hat die Kreislaufwirtschaft, das heißt, dass Materialien in der Produktion effizienter und sparsamer einzusetzen, Produkte umweltfreundlich zu gestalten und zu nutzen sowie Abfälle in erster Linie zu vermeiden und in zweiter Linie hochwertig zu verwerten sind. Das erfordert, die globalen Wertstoffketten zu betrachten und in Stoffströmen zu denken: beginnend beim Abbau der Rohstoffe, etwa von Edelmetallen, bis hin zum Recycling des Produkts.

Damit Stoffe ressourcensparsam genutzt werden, müssen die in Produkten enthaltenen Materialien möglichst in einem Materialkreis­lauf gehalten und es muss eine Anreicherung von Schad- und Störstoffen verhindert werden.

Mit der im Kreislaufwirtschaftsgesetz festgelegten fünfstufigen Abfallhierarchie wurden wichtige Leitplanken gesetzt, die das Handeln vorrangig auf Abfallvermeidung, die Vorbereitung zur Wieder­verwendung und das Recycling ausrichten, wozu auch die im Gesetz verankerte Produktverantwor­tung der Hersteller beiträgt, das heißt die Verantwortung der Hersteller für das Recycling und die schadlose Entsorgung beispielsweise von Verpackungen, Batterien oder etwa Elektro- und Elektronikgeräten.

Neben der Weiterentwicklung des rechtlichen Rahmens sowie der Innovationsförderung ist eine verstärkte Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger wichtig. Das Kennenlernen und Ausprobieren neuer, umweltschonender Konsummuster und neuer Formen des Teilens, Tauschens, Reparierens sowie Selbermachens spielt dabei eine Rolle.

Damit die Kreislaufwirtschaft ein Erfolg wird, bedarf es des Mitwirkens aller. Nur so können das Recycling und der Ressourcenschutz gelingen.