Ein nachhaltiger Lebensstil kann zur Besserung beitragen und dabei zugleich das eigene Leben bereichern. Als Konsumenten haben wir eine nicht zu unterschätzende Macht, die wir deutlich besser nutzen können. Der private Konsum und die damit einhergehende Produktion von Gütern haben einen großen Anteil an den eingangs genannten Entwicklungen.

Im ersten Schritt bieten sich der Umstieg auf den Konsum nachhaltiger Produkte an und das Ersetzen ausgedienter konventioneller Produkte durch nachhaltige Alternativen. Je mehr Menschen ihr Einkaufsverhalten in diese Richtung ändern, desto größer wird der Druck auf die Hersteller und deren Motivation, Produkte herzustellen, die ökologisch, langlebig, recycelbar, schadstofffrei und ressourceneffizient sind.

Das Umschwenken allein auf nachhaltigen Konsum im Sinne von „dasselbe in Grün“ reicht allerdings nicht aus, um die aberwitzigen Warenströme und Produktionsberge und damit einhergehend die absoluten globalen Umweltbelastungen wirksam zu reduzieren. Hier kommt der Lösungsansatz der „Suffizienz“ ins Spiel, einer Strategie des Weniger. Der Begriff Suffizienz leitet sich aus dem Lateinischen ab; das Verb „sufficere“ bedeutet „ausreichen“, „genügen“. Es geht um die Frage nach dem rechten Maß, darum, so viel zu haben, wie es die eigenen Bedürfnisse tatsächlich erfordern.

Immer mehr Menschen finden ihr Glück im Selbermachen, Kochen, Einkochen, Handwerkeln, Reparieren

Was bedeutet das konkret? Wie kann man auf individueller Ebene das eigene Konsumverhalten beziehungsweise den eigenen Lebensstil so verändern, dass weniger Ressourcen verbraucht werden? Und wie verbessert sich zugleich die Lebensqualität des Einzelnen, ohne dass mehr konsumiert wird, sondern im Gegenteil sogar weniger? Im Laufe der letzten Jahre haben sich einige Ansätze herauskristallisiert und mindestens in der Nische etabliert, wie man selbst besser leben kann, ohne mehr zu verbrauchen. Es geht um Zeitwohlstand statt Güterfülle, um Alternativen für einen Lebensstil des Anders, Besser und Schöner.

Der Druck, immer mehr kaufen zu müssen, um sich kurzzeitig glücklich zu fühlen oder zu belohnen, wofür man immer mehr Geld benötigt, also mehr arbeiten muss und dadurch aufgrund der steigenden Arbeitszeit und zugleich sinkenden Freizeit immer weniger Gelegenheit hat, die gekauften Dinge zu nutzen, entfällt bei einem suffizienten Lebensstil. Was für eine Befreiung!

Immer mehr Menschen finden ihr Glück im Selbermachen, Kochen, Einkochen, Handwerkeln, Reparieren – alleine oder gemeinsam mit Gleichgesinnten. Damit einher gehen positive Gefühle von Selbstwirksamkeit und Gemeinschaft. Sich selbst versorgen durch Gärtnern oder Urban Gardening sind weitere Ansätze. Langlebigkeit von Produkten, Upcycling und Müllvermeidung (Zero beziehungsweise Low Waste, plastikfrei leben) spielen ebenfalls eine große Rolle. Weitere Themenfelder im Bereich der Suffizienz sind Mobilität, Wohnen, Energieverbrauch, Teilen und Tauschen sowie die bewusste Nutzung digitaler Medien.

Durch reduzierten Konsum steigern wir also unsere Lebensqualität und tragen gleichzeitig zum Schutz unseres Planeten bei. Eine Win-win-Situation.