Denn nachhaltiges Bauen ist mehr als grün, sprich: mehr als Energieeffizienz und Ressourcenschonung. Ob im Büro, in dem wir uns acht Stunden am Tag aufhalten, oder zu Hause, wo wir unsere Freizeit verbringen und schlafen – im Fokus der Nachhaltigkeit sollten immer auch der Komfort der Nutzer und ihre Gesundheit stehen.

Ein Aspekt, der sich positiv auf unser Wohlbefinden auswirken kann, ist beispielsweise eine hohe Qualität der Innenraumluft, die sich durch den Einsatz emissionsarmer Materialien sowie eine angemessene Luftwechselrate beeinflussen lässt. Barrierefreiheit, ein gutes thermisches Raumklima sowie ein geringer Geräuschpegel sind weitere wichtige Faktoren.

Nachhaltiges Bauen hilft zudem dabei, unseren strapazierten Geldbeutel zu schonen. So stehen nachhaltig geplante, gebaute und betriebene Gebäude für Wertsicherung, finanzielle Planbarkeit und geringe Instandhaltungskosten, etwa durch die Nutzung reinigungsunempfindlicher Produkte.

Im wirtschaftlichen Sinne spielt gleichsam die flexible Umnutzungsfähigkeit eines Gebäudes – etwa bei einem Mieterwechsel oder dem Auszug der erwachsenen Kinder – eine Rolle. Eine Immobilie sollte sich bestmöglich ohne großen Aufwand an veränderte Arbeits-, Wohn- oder Lebenssituationen anpassen lassen.

Eine nachhaltige Bauweise ist aus vielen Gründen notwendig. So wird in Deutschland gut ein Drittel des Ressourcenverbrauchs durch den Bau und Betrieb von Gebäuden verursacht. Für das Abfallaufkommen und CO2-Emissionen gilt Ähnliches. Ein echter Handlungsauftrag also, wenn wir nicht die Augen vor den Herausforderungen der Zukunft verschließen wollen.

Genau hier setzt die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen, kurz DGNB, an. Ziel der 2007 gegründeten Non-Profit-Organisation ist es, die Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren, dass nachhaltiges Bauen erforderlich, vor allem aber auch möglich ist. Es geht darum, positive Effekte für Gesellschaft und Natur zu verstärken und negative zu minimieren.

Das geht nur, wenn man konsequent hohe Qualitätsansprüche bei der Erstellung und Nutzung von Bauwerken verfolgt. Qualitätsansprüche, wie sie im DGNB Zertifizierungssystem verankert sind, das sich in den vergangenen Jahren zum anerkannten Gütesiegel für nachhaltige Gebäude entwickelt hat.

Immer mehr Bauvorhaben werden nach Prinzipien der DGNB umgesetzt. So fließt bei Gewerbeimmobilien heute bereits jeder fünfte Euro in sogenannte Green Buildings. Doch nachhaltiges Bauen geht nicht nur Investoren von Großprojekten etwas an. Wie in so vielen Bereichen unseres täglichen Lebens gilt: Je mehr mitmachen – auch im Kleinen –, umso mehr können wir bewegen.

Angesprochen sind all jene, die ihr Eigenheim planen und umsetzen, genauso wie die, die ihr Bestandsgebäude sanieren. Schließlich ist auch für sie die Variante „schnell und günstig“ oft nur auf den ersten Blick lukrativ. Raum mit Zukunft entsteht auf andere Weise.