Das Pariser Klimaschutz-Abkommen vor drei Jahren hatte weltweit die Hoffnung geschürt, den erwarteten Anstieg der Erdtemperatur auf unter zwei Grad zu begrenzen, um künftigen Generationen einen stabilen Meeresspiegel und die Aussicht auf eine ausreichende Nahrungsmittelproduktion zu bewahren. Und was ist wirklich passiert? Wichtige Staaten wie die USA sind aus dem Abkommen ausgestiegen, Deutschland gilt nicht mehr als absoluter Vorreiter in Punkto Klimaschutz.

Erschreckendes Beispiel: Bis 2050 dürfte Deutschland eigentlich nur noch 9,9 Milliarden Tonnen CO2 produzieren. Am 28. März diesen Jahres hatten wir die Menge CO2  produziert, die wir dem Pariser Abkommen zufolge jährlich produzieren dürften. Das nächste Dreivierteljahr leben wir also auf Pump. Und anstatt – wie geplant – bis 2020 die klimaschädlichen Emissionen im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent zu senken, haben wir die Ziele einfach auf 2030 verschoben.

Auch wenn es heute noch nicht so aussieht, die Rohstoff- und Energiepreise werden steigen.

Ein wesentlicher Grund für das Verfehlen der Klimaziele: Das Wirtschaftswachstum war höher als erwartet. Auch diese lang umjubelte Kennzahl hat ihre Schattenseiten. Etwa das stetig steigende Verkehrsaufkommen und der damit verbundene Schadstoffausstoß. Es gibt viel zu tun – und am besten alles gleichzeitig! Wir müssen uns um die Energiewende, Ressourceneffizienz, um neue Mobilitätsformen, um eine Wärmewende und auch um eine kritische Bestandsaufnahme unseres Wirtschaftssystems kümmern.

Eine der größten kommenden Herausforderungen für Unternehmen ist dabei die Entkopplung des Wirtschaftswachstums vom Ressourcenverbrauch. Diese ist nur über eine effizientere Nutzung der natürlichen Ressourcen zu erreichen. Auch wenn es heute noch nicht so aussieht, die Rohstoff- und Energiepreise werden steigen. Dann wird sich die Bedeutung einer effizienten Verwendung von Ressourcen maßgeblich erhöhen.

Unternehmen sollten die positiven Effekte der Steigerung der Ressourceneffizienz – nicht nur für Klima und Umwelt – sondern auch für ihre eigene Wettbewerbsfähigkeit erkennen und nutzen. Die Kosten für Materialaufwendung im verarbeitenden Gewerbe bilden mit über 40 Prozent den größten Kostenblock. Zum Vergleich: Die Kosten für Personal liegen hier bei unter 20 Prozent, Energie spielt mit unter zwei Prozent keine wesentliche Rolle.

Die digitale Transformation spielt dabei eine wesentliche Rolle: Künstliche Intelligenz gilt zu Recht als Schlüsseltechnologie der digitalen Transformation. Big Data allein liefert keinen Mehrwert. Nur in Verbindung mit intelligenter Analyse können Prozesse und Geschäftsmodelle innovativ gestaltet werden. Die erfolgreiche Gestaltung dieser vierten industriellen Revolution ist einer der wichtigsten Voraussetzungen für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschlands. Auch hier sollten nachhaltige Kriterien angelegt werden. Denn Mensch und Umwelt sind durch nichts zu ersetzen.