Frau Ahrens, was verbinden Sie mit dem Wort „grün“?

Umweltbewusstsein und Ökologie.

Wie gestalten Sie den Alltag umweltbewusst?

Ich achte darauf und sage es auch immer meinen Kids, dass sie alle Lichtquellen ausmachen sollen, wenn sie aus dem Haus oder Zimmer gehen. Wenn wir wegfahren, wird alles ausgeschaltet. Beim Wasser – wir lassen keins laufen, wenn man es nicht braucht, und baden viel. Es ist wassersparender als duschen und gemütlicher - und dazu noch Kerzen, was auch noch Energie spart (lacht).

Es ist wichtig, verantwortungsbewusst mit der Umwelt umzugehen.

Und das Auto?

Das wird auch nur dann benutzt, wenn längere Fahrten anstehen wie zur Schule. Die Wege mal eben zum Bäcker, Spielplatz oder Café um die Ecke laufen wir oder benutzen das Fahrrad. Nur so kann ich meinen Töchtern vermitteln, wie wichtig es ist, mit der Umwelt verantwortungsbewusst umzugehen. 

Achten Sie in Ihrem Familienleben auch auf ökologische Ernährung? 

Wir führen ein ganz normales Familienleben. Im Haushalt mache ich viel selber, da ich meinen Töchtern ein Vorbild sein möchte. Wir versuchen, möglichst immer in Bioläden einzukaufen und gemeinsam zu kochen. Dabei achte ich darauf, dass die Lebensmittel aus der Region kommen und kaufe auch öfter beim Bauern ein.

Ich bin nicht der klassische Öko-Typ, doch da, wo es Sinn macht, mache ich auch mit. Beispielsweise kaufe ich Tetra-Pak-Getränkekartons die umweltfreundlich sind, weil sie überwiegend aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen. Wir achten auch darauf, dass wir nur Pfandflaschen und möglichst auch welche aus Glas kaufen.

Wie wichtig ist Ihrer Meinung nach ein gezieltes Abfallmanagement?

Mülltrennung ist sehr wichtig, aber leider gibt es nicht immer für alle Abfälle die passende Tonne in Mietshäusern.

Verantwortung spielt in Ihrem Leben eine wichtige Rolle. Sie setzen sich seit vielen Jahren aktiv im Verein Lebensherbst e. V. ein. Wie kam es dazu?

Ich selbst bin bei meinen Großeltern in Bulgarien aufgewachsen, deshalb habe ich wahrscheinlich auch einen besonderen Bezug zu alten Menschen. Ich fand es einfach immer schon traurig,  wie einsam viele Senioren in den Pflegeeinrichtungen leben.

Die meisten  von ihnen bekommen weniger als 100 EUR Taschengeld im Monat,  da bleibt kein Geld übrig für einen Cafébesuch oder besondere Anschaffungen. Deshalb habe ich den Verein 2005 gegründet. Inzwischen sind es 38 Heime, die wir in verschiedenen Bundesländern unterstützen.

Bitte erzählen Sie uns etwas mehr von diesem Projekt.

Wir erfüllen den Senioren Herzenswünsche und versuchen, ihnen den Lebensabend zu verschönern. Lebensherbst finanziert Heim -Kinoanlagen, Theaterbesuche, Blumenbeete, Aquarien, Gartenmöbel und vieles mehr aber auch größere Projekte, bei denen auch allein lebende alte Menschen einbezogen werden. So richten wir Ü-70-Partys aus oder errichten Seniorentreffpunkte in Parks.

Dort stellen wir altersgerechte Sportgeräte zur Schulung der Beweglichkeit und Motorik auf. Natürlich gibt es an den Treffpunkten auch immer Tische und Bänke, da wir ja etwas gegen die Vereinsamung alter Menschen tun wollen. Unsere Lebensherbst-Senioren-Treffpunkte gibt es bisher in Berlin, Solingen und Wolfsburg, weitere sind in Planung. Die Erfüllung von Herzenswünschen ist uns auch ganz wichtig.

So haben wir beispielsweise 30 betagte Fußballfans aus einer Gelsenkirchener Einrichtung ins Schalke-Stadion eingeladen, haben einen Fischbrötchenstand auf einem Heimgelände errichtet, weil die Senioren darauf schon lange mal Appetit hatten oder haben für eine blinde alte Dame die ersehnte Kutschfahrt organisiert. Vor allem aber schenken wir den Senioren Zeit, indem wir Besuchsdienste vermitteln.

Wie glücklich sie sind, wenn ihnen einfach mal zugehört wird oder man sie zum Lachen bringt. Das macht das Leben doch gleich viel schöner. Infos über meinen Verein erfahren die Leser unter www.lebensherbst.de.

Haben Sie besondere Pläne für das neue Jahr 2014?

Ja.  Wir als Vereinsvorstand möchten Lebensherbst weiter ausbauen und suchen hierfür Sponsoren, Fördermitglieder und engagierte Unterstützer in den Städten. Außerdem werde ich ab März eine Serie für die ARD drehen.