Einfach mal ein paar Jahre „Pause machen“ ist allerdings keine Option: Für schätzungsweise eine Milliarde Menschen bildet Fisch die Nahrungsgrundlage, etwa zehn Prozent der Weltbevölkerung lebt von der Fischerei. In einer dezentralen, globalisierten Industrie könnten Umweltstandards das wirksamste Werkzeug sein, um eine weltweit nachhaltige Fischerei zu realisieren.

Nur wer implementiert diese Standards? Die Politik? NGOs wie der MSC? Die Industrie? 70 Prozent unseres Planeten sind von Ozeanen bedeckt. Über viereinhalb Millionen Fischfangboote sind täglich auf der Jagd – das Geschäft mit Fisch ist eine Schlüsselindustrie, die jedes Jahr hunderte Milliarden umsetzt. Diese vielleicht „globalisierteste“ Industrie wirksam zu regulieren und nachhaltig zu gestalten, ist eine der größten und schwierigsten Herausforderungen, vor denen die Menschheit steht.

Im „Hoheitsgebiet“ vieler westlicher Industrienationen greifen bereits seit vielen Jahren teils drastische Fangquoten, viele Bestände sind auf einem guten Weg oder konnten sich bereits erholen. Global gesehen – vor allem auf der Südhalbkugel – sieht die Sache allerdings anders aus. Denn erstens lassen Richtlinien und Gesetze sich „vor Ort“ nur schlecht durchsetzen, wenn dieser Ort ein endloser Ozean ist; und zweitens werden Dinge wie Fangquoten und Artenschutz tendenziell zu „Luxusproblemen“, wo der tägliche Fang schlicht und einfach die Nahrungsgrundlage bildet.

Doch obwohl das Bild vom „Sägen am Ast, auf dem man sitzt“, vielleicht nie schiefer war als in Bezug auf die Fischerei,  wissen alle Beteiligten, dass man dabei ist, sich die Existenzgrundlage zu entziehen. Die globale Fischerei nachhaltig zu organisieren, ist längst mehr als ein idealistisches Ziel von Naturschützern, sondern liegt im ureigensten Interesse auch der größten Unternehmen.

Non-Profit-Organisationen, die weltweit Daten sammeln, strenge Richtlinien aufstellen und direkt mit den Fischereien zusammenarbeiten, sind ein absolut unverzichtbarer Bestandteil jeder Strategie, um dieses Ziel zu erreichen.