Zu diesem Zeitpunkt betrieb er einen Plattenladen in Berlin-Prenzlauer Berg. „Händler bin ich ja bereits, warum importiere ich den Schuh nicht selbst?“, dachte sich Willenberg damals – kurz darauf stand zwischen all dem Vinyl ein Paar Sneakers, das ganz ohne Sweat Shop oder Verschwendung von natürlichen Ressourcen produziert wurde.

Aus dem Initiator in Eigenregie ist ein Unternehmer und aus den eigenen vier Wänden sind Büroräume mit Platz für sieben Mitarbeiter geworden.

Bei dem Paar Turnschuhe sollte es aber nicht bleiben, denn nun war Willenbergs Entdeckergeist geweckt: Er machte sich auf die Suche nach weiteren Produkten und stellte fest, dass es in fast allen Lebensbereichen ökologisch und sozial verträgliche Alternativen zu den herkömmlichen Konsumgütern gab: Angefangen bei Bio-Lebensmitteln über Gürtel aus alten Fahrradreifen bis hin zu Versicherungen.

Um diese neuen Entdeckungen auch seinen Mitmenschen präsentieren zu können, dafür fehlte schlicht der Platz im Plattenladen. Da dämmerte es ihm: Es musste eine Plattform her, auf der Produzent*innen ihre umweltfreundlichen und unter fairen Bedingungen produzierten Waren einer breiten Öffentlichkeit präsentieren können. Die Idee zum Heldenmarkt war geboren.

Ein Unternehmen entsteht

Neben dem eigentlichen Beruf und oftmals bis spät in die Nacht am Laptop sitzend organisierte Willenberg den ersten Heldenmarkt mit 65 Ausstellern im Berliner Postbahnhof. Das war vor fünf Jahren. Seitdem hat das Projekt eine enorme Entwicklung durchgemacht: Aus dem Initiator in Eigenregie ist ein Unternehmer und aus den eigenen vier Wänden sind Büroräume mit Platz für sieben Mitarbeiter geworden. Seitdem war der Heldenmarkt nicht nur in der Hauptstadt, sondern auch in Hamburg, München, Stuttgart, Düsseldorf, Bochum, Leipzig und Frankfurt zu Gast.

Nachhaltig zu konsumieren ist kein Zustand sondern ein Weg.

Trotz Weiterentwicklung und Wachstum, der Antrieb hinter dem Heldenmarkt ist immer noch derselbe: Willenberg und sein Team möchten eine Lebensweise aufzeigen, die den Einklang mit den ökologischen und sozialen Ressourcen der Erde anstrebt. Es geht nicht darum komplett auf Konsum zu verzichten, sondern deutlich zu machen, dass es zahlreiche Alternativen zum konventionellen Überangebot gibt – Produkte, die biologisch, fair und meist regional erzeugt werden und durch hohe Qualität überzeugen.

Klasse statt Masse.

„Nachhaltig zu konsumieren ist kein Zustand sondern ein Weg“ Beim Besuch des Heldenmarktes erwartet die Besucher*innen die Welt en miniature: fast alle Lebensbereiche werden abgedeckt – von Ernährung über Mode und Beauty bis hin zu Bauen und Immobilien. Dabei ist es allein den Besucher*innen überlassen, welche persönlichen Schwerpunkte sie setzen wollen: Sei es der vegane Lebensstil, ein plastikfreies Leben, die Rückkehr zum Regionalen, ein minimalistisches Leben oder von allem etwas – die Besucher*innen werden umfassend informiert und treffen auf Händler*innen und Aussteller, die zum Kennenlernen, Probieren und Kaufen einladen.

Praktische Alltagstipps inklusive.

Im Rahmen von Fachvorträgen, Workshops und Ausstellungen werden einzelne Sichtweisen vertieft und genauer beleuchtet, wobei stets genügend Raum für einen intensiven Austausch und Diskussionen geboten ist. „Wir möchten Anregungen liefern und zeigen, wie es sich im Alltag nachhaltiger und bewusster leben lässt – ganz ohne erhobenen Zeigefinger! Wir wollen keine einzige ‚Wahrheit‘ propagieren, sondern vielmehr das ganze Spektrum nachhaltiger Lebensweisen aufzeigen.

Nachhaltigkeit ist für viele immer noch ein sehr großer, respekteinflössender Begriff. Wir möchten Hemmschwellen abbauen und bei den Besucher*innen ein Bewusstsein dafür schaffen, dass tatsächlich jeder nachhaltig(er) leben kann. Nachhaltig zu konsumieren ist kein Zustand sondern ein Weg“, so Willenberg.

Die nächsten Termine

Die nächsten Termine vom Heldenmarkt sind:

  • 09./10. September in Düsseldorf
  • 04./05. November in Stuttgart
  • 11./12. November in Berlin