Der damit verbundene hohe Energieverbrauch der Industrieländer hat die Energiepreise in den letzten Jahren auf ein bisher unbekanntes Niveau gehoben und die Verknappung der Energieressourcen beschleunigt.   

Hinzu kommen die ökologischen, ökonomischen und sozialen Folgen des Klimawandels, die bereits jetzt zu großen Teilen auf die Energieerzeugung aus fossilen Quellen zurückzuführen sind. Dementsprechend ist die Entwicklung neuer, nachhaltiger Systeme zur Energieversorgung erforderlich. Weltweit wird aktuell über die grundlegende strategische Ausrichtung der Energiewirtschaft diskutiert.

Im Kern muss eine derartige Energiewirtschaft Energieressourcen schonen und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Ökologie, Ökonomie und Gesellschaft herstellen. 

Deutschland hat sich vor diesem Hintergrund für einen Lösungsweg entschieden, der verstärkt auf erneuerbare Energien sowie die Energie- und Rohstoffgewinnung aus Abfall setzt. Denn insbesondere Abfall ist bei Weitem mehr als nur „Müll“, er ist Ressource und Sekundärrohstoff zugleich. Die damit verbundene stoffliche und energetische Verwertung prägt die Abfallwirtschaft.

Deponierungsverbot für unvorbehandelte Abfälle

Ein Meilenstein auf diesem Weg war das Deponierungsverbot für unvorbehandelte Abfälle. Der Gesetzgeber entschied, dass Abfälle so weit wie möglich zu verwerten sind. In der Folge setzten die Unternehmen der Abfallwirtschaft verstärkt auf die stoffliche und energetische Abfallnutzung. 

Bereits 2006 gelang es dadurch, das Klima um knapp 18 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente zu entlasten. Parallel entstanden Aufbereitungs- und Verbrennungskapazitäten für aus Abfällen gewonnene Ersatzbrennstoffe (EBS), die fossile Primärenergieträger in der Mit- und Monoverbrennung ersetzen. 

Insgesamt verwendete Deutschland im Jahr 2010 Rohstoffe im Wert von circa 138 Milliarden Euro. Die deutsche Sekundärrohstoffwirtschaft substituierte dabei Primärrohstoffe im Wert von 10 Milliarden Euro. Dabei darf nicht vergessen werden, dass auch die Substitutionseffekte der stofflichen Abfallverwertung den Energieverbrauch senken.

In Deutschland gibt es 69 klassische Müllverbrennungsanlagen und circa 30 Ersatzbrennstoffanlagen. In nahezu allen Anlagen entstehen elektrische Energie, Wärme oder Prozessdampf. Die Kapazitäten zur Verbrennung von Abfällen und Ersatzbrennstoffen belaufen sich derzeit auf insgesamt etwa 27,5 Millionen Tonnen pro Jahr.

Die Aufbereitung der Abfälle zu hochwertigen EBS erfolgt zum großen Teil in der mechanischen Aufbereitung (MA), der mechanisch-biologischen Abfallbehandlung (MBA) und der mechanisch-physikalischen Stabilisierung (MPS). Durch diese neu geschaffene Struktur wird Abfall nicht mehr nur einfach verbrannt, sondern es werden die heizwertreichen Fraktionen von den thermisch uninteressanten Fraktionen abgetrennt und als hochwertige Ersatzbrennstoffe verwendet. 

„Waste-to-Energy“

Zwar beläuft sich der Anteil der Abfallwirtschaft an der gesamtdeutschen Stromerzeugung auf nur drei Prozent, die effiziente energetische Nutzung von Abfällen nach dem Prinzip „Waste-to-Energy“ leistet dennoch einen Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz. Neben der Volumen- und Schadstoffreduzierung ermöglichen die technologischen Entwicklungen der letzten Jahre gezielt fossile Energieträger und damit auch CO2-Emissionen einzusparen.