Wie stellen Sie sich eine lebenswerte Zukunft für uns alle vor, wie wollen Sie leben?

Die Grundzutaten für ein gutes Leben sind doch eigentlich ganz simpel: Klare Luft, sauberes Wasser, gesunde Nahrungsmittel. Ein Leben im Einklang mit der Natur. Und doch fällt es uns Menschen so wahnsinnig schwer, diesen Planeten zu erhalten. Wir vergessen - oder verdrängen - dass wir nur diesen einen Planeten haben. Und dass es unsere Pflicht ist, ihn für kommende Generationen zu erhalten.

Es ist bekannt, dass Sie sich stark für Themen des Umweltschutzes einsetzen. Was war der Auslöser für Ihr Engagement bzw was war der „Turning-Point“?

Ich bin im wunderschönen Sauerland in Nordrhein-Westfalen aufgewachsen, in einer der grünsten Regionen Deutschlands: Viel Wald, klare Seen, gute Luft. Wenn man mitten in der Natur groß wird, braucht es keinen Turning-Point. Obwohl ich schon lange nicht mehr im Sauerland lebe, komme ich immer wieder gerne in die Heimat zurück. Und als offizieller Botschafter des Naturparks „Arnsberger Wald“, mache ich gerne Werbung: Wer gerne stundenlang durch sattgrüne Wälder wandert, der wird den Arnsberger Wald lieben. 

Gibt es bestimmte Aspekte des Umweltschutzes die Ihnen besonders am Herzen liegen bzw. für die Sie sich besonders einsetzen? (Und warum?)

Mir ist wichtig, den Menschen die Scheu vor dem Thema Umweltschutz zu nehmen. Viele denken, man müsse ein Umweltengel sein, sein Leben komplett umkrempeln, um etwas Gutes für die Umwelt zu tun. Aber das ist doch realitätsfremd. Niemand von uns wird ab morgen nie wieder ein Auto oder Flugzeug benutzen. Es geht darum, dass wir in unserem Alltag achtsamer werden. Muss ich jetzt wirklich das Auto nehmen, oder geht’s auch mit dem Rad? Muss ich wirklich den Plastikverpackungs-Wahnsinn unterstützen? Oder entscheide ich mich bewusst für eine umweltbewusstere Verpackung. Nicht ein einziger Mensch muss die gesamte Welt retten. Aber wenn möglichst viele Menschen achtsamer leben, können wir gemeinsam viel erreichen.

Unter dem Slogan „#savethefuture präsentieren Sie nun auch Fernsehformate die sich den Themen Klimaschutz und der Ökologie widmen. Sie bereisen die Welt und klären u.a. über die verheerenden Folgen des Klimawandels auf. Wie äußert sich der Klimawandel auf unserer Erde?

Um das vorweg zu schicken: Mein persönlicher ökologischer Fußabdruck ist ziemlich sicher schlechter als im deutschen Durchschnitt. Das liegt leider in der Natur der Sache, wenn man zum Beispiel in die Arktis reist, um über den Klimawandel zu berichten. Denn besonders an den Polen ist er schon jetzt deutlich sichtbar. Gebiete, die noch vor wenigen Jahrzehnten verlässlich zugefroren waren, sind mittlerweile eisfrei. Mit verheerenden Folgen, nicht nur für den Lebensraum der Eisbären. Denn die Auswirkungen sind nicht lokal begrenzt. Alles hängt mit allem zusammen: Wenn am Nordpol das Eis schmilzt, verliert in der Südsee so mancher Inselstaat den Boden unter den Füßen. Das hat Migrationsbewegungen zur Folge und Verteilungskämpfe… Klimawandel ist viel mehr als die bloße Eisschmelze. Der Wandel des Klimas wird eine der größten Herausforderungen der Zukunft.

Was hat Sie besonders schockiert?

Wenn ein amerikanischer Präsident den Klimawandel als Erfindung der Chinesen bezeichnet und vor kurzem bei der extremen Kältephase in den USA per Twitter fragt: „Was ist bloß aus der globalen Erderwärmung geworden“, dann möchte man eigentlich laut lachen, obwohl es zum Weinen ist. Politiker müssen jetzt die richtigen Weichen stellen, in globaler Zusammenarbeit, weil der Klimawandel eben kein lokal begrenztes Phänomen ist.

… eventuell auch was gefreut?

Der „Aufstand der Jugend“ ist spürbar. Greta Thunberg aus Schweden ist das Gesicht einer Jugend, die politischer wird, sich einmischen will. Eine Jugend, die nicht mehr nur drauf warten will, dass Politiker irgendwas ausdealen - in Hinterzimmern, wo die Umwelt keine Lobby hat. Die Jugend, oder zumindest in immer größerer Teil der Jugend, hat erkannt, dass das Leben keine Generalprobe ist. Dass es nur diesen einen Planeten gibt, den wir pfleglich behandeln müssen, wenn er auch noch für die nächsten Generationen lebenswert sein soll.

Greta Thunberg ist radikal konsequent, sie fährt mit dem Zug nach Davos weil sie Flugzeuge als Klimakiller ablehnt, sie übernachtet im Zelt und lebt ein kompromissloses Leben. Es ist zwar wichtig, dass es solche Aktivistinnen und Aktivisten gibt, die uns wachrütteln. Aber es wäre realitätsfremd, so einen radikalen Lebensstil von allen zu fordern. Das hätte eine Abwehrhaltung zur Folge, nach dem Motto: Ich lasse mir doch nicht alles verbieten, ich lasse mir nicht den Spaß am Leben nehmen. Deshalb glaube ich fest daran, dass wir ein größeres Bewusstsein für die Umwelt schaffen müssen - mit Ideen, die für alle im Alltag umsetzbar sind.

Was sind Ihre Top 3 Tipps zum Klimaschutz im Alltag (die wirklich jeder problemlos einbinden kann?) ?

Gerade für Menschen in der Großstadt ist das Fahrrad eine super Alternative zum Auto: Man verliert keine Nerven bei der Parkplatzsuche, die Waden werden trainiert und man ist komplett emissionsfrei unterwegs. Eine Win-win-win-Situation. Energiesparlampen sind eine einfache und nachhaltige Möglichkeit, Energie zu sparen und Ressourcen zu schonen. Wichtig: Lampen und Leuchten gehören nicht in den Hausmüll, sondern müssen gesondert entsorgt werden, damit die Rohstoffe recycelt werden können. sammelstellensuche.de zeigt eine Sammelstelle ganz in der Nähe. Das Flugzeug ist ein Klimakiller, kann ich also häufiger die Schiene nutzen? Kann ich mich bewusst gegen Plastikmüll entscheiden, gibt es Verpackungsalternativen?

Müssen die Elektrogeräte wirklich immer im Standby-Modus bleiben und so unnötig Energie fressen? Es gibt viele Fragen, die wir uns jeden Tag stellen können. Und wenn sich möglichst viele Menschen bei diesen Fragen für die umweltfreundliche Alternative entscheiden, dann wird es einen Effekt haben - auf dem Weg zu einer lebenswerten Zukunft. Umweltschutz und gesundes Lebens können übrigens auch richtig Spaß machen und Lebensfreude bringen: In vielen Großstädten ist das „Urban Gardening“ schon seit einiger Zeit im Trend. Ich habe selten glücklichere Großstädter gesehen als die, die ihr eigenes Gemüse anbauen.