Produzieren und Konsumieren muss so erfolgen, dass Ressourcen nicht mehr verbraucht, sondern gebraucht werden. Dies umzusetzen ist die Verpflichtung, die unsere Branche täglich erfüllt, mit mehr als 290.000 Beschäftigten in über 10.000 Unternehmen.

Kaum eine Branche leistet einen so vorbildlichen Beitrag zur Eindämmung des Klimawandels wie die Kreislaufwirtschaft: Bundesweit gingen die Treibhausgasemissionen insgesamt bis 2015 gegenüber 1990 um knapp 350 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente zurück, wie aus dem aktuellen Nationalen Inventarbericht der Bundesregierung zum Deutschen Treibhausgasinventar hervorgeht.

Die deutlichste Minderung trat dabei im Bereich der Abfallwirtschaft auf: Von 38 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten in 1990 sind die Emissionen zum Jahr 2015 um 67% auf 12 Millionen Tonnen gesunken. Damit macht die heutige Kreislaufwirtschaft nur noch einen Anteil von etwa 1% an den Gesamtemissionen Deutschlands aus. Laut Analysen des Bundesverbandes der Industrie ist bis 2050 mit einem weiteren Rückgang von 2,5 Millionen Tonnen C02-Äquivalenten zu rechnen.

Auch der Beitrag der Kreislaufwirtschaft zur Energiewende ist eine wichtige Größe. Rund 26 Terrawattstunden beziehungsweise 3,7% des Endenergieverbrauchs sind 2015 durch die energetische Nutzung von Abfällen entstanden. Gewonnen wird diese Energie aus Altholz, Restabfällen, Ersatzbrennstoffen (EBS) sowie Bio- und Grünabfällen. Die in Müllverbrennungsanlagen und EBS-Kraftwerken erzeugte Energie macht dabei circa 50% der Gesamtmenge aus.

Der Gesetzgeber muss hier kluge Regelungen schaffen, um Ökonomie und Ökologie miteinander in Einklang zu bringen.

Dieser Beitrag erneuerbarer Energien ist konstant verfügbar und insofern gegenüber der schwankenden Strombereitstellung aus Wind- und Solarenergie klar im Vorteil.

Außerdem lässt sich durch den Einsatz von Recyclingrohstoffen auch viel Energie einsparen: So wird für die Herstellung von Aluminium auf Basis von Sekundär-Aluminium nur 5% des Energieaufwandes benötigt, der bei der Herstellung von Aluminium aus dem Primärrohstoff Bauxit erforderlich wäre.

Für ein rohstoffarmes Industrieland wie Deutschland ist es also von elementarer Bedeutung, weniger Primärrohstoffe zu verbrauchen und verstärkt auf Recyclingrohstoffe zu setzen. Ein aktuelles Beispiel dafür ist die Diskussion um Plastikabfälle. Es muss klar sein, dass wir in unserer modernen Welt nicht auf den Einsatz von Kunststoffen verzichten können, aber auch nicht verzichten müssen. Wichtig ist vielmehr, dass dieser Kunststoffeinsatz nachhaltig angelegt ist.

Auf der einen Seite beginnt das schon bei der Herstellung des Materials. Der Produzent muss mit einem intelligenten Produktdesign für eine weitgehende Recyclingfähigkeit des verwendeten Materials sorgen, damit die Recyclingrohstoffe – die Rezyklate ­– wieder in den Produktionskreislauf gelangen können. Auf der anderen Seite bedarf es aber eines Marktes für Rezyklate. Hochwertig hergestellte Rezyklate nützen niemanden, wenn keine Anreize für ihren Einsatz geschaffen werden – und das gilt nicht nur für Kunststoffe, sondern beispielsweise auch für recycelte Baustoffe.

Der Gesetzgeber muss hier kluge Regelungen schaffen, um Ökonomie und Ökologie miteinander in Einklang zu bringen. Warum nicht als leuchtendes Beispiel vorangehen und das öffentliche Beschaffungswesen verstärkt auf Recyclingrohstoffe ausrichten? Wenn Fuhrparks im Sinne der Nachhaltigkeit elektrifiziert werden, Gebäude energieeffizient saniert werden, warum dann nicht die Erfolgsgeschichte des Recyclings weiterschreiben?