Seit Jahren ziert sie unzählige Cover und läuft auf internationalen Laufstegen. Und das Beste: Franziska Knuppe ist total normal. Und genau das macht sie so besonders.

Keine Spur von Arroganz und Attitüden – und ganz viel Liebe zur Nachhaltigkeit. Ein Gespräch mit dem natürlichsten Supermodel Deutschlands.

Es ist eher untypisch, dass sich Models, die für Schönheit und Ästhetik stehen, mit Recycling, also im Grunde mit Abfall, beschäftigen. Warum ist Ihnen die Thematik wichtig?

Es ist doch egal, welchen Beruf man hat, um sich mit dem Thema Abfall auseinanderzusetzen. Jeder produziert Abfall und sollte sich deshalb auch Gedanken machen, was damit geschieht.

Bitte nennen Sie uns ein Beispiel.

Es fängt schon beim Einkaufen an. Alles ist dreifach verpackt – warum müssen zum Beispiel Bananen oder Gurken in Plastik verpackt werden? Wenn der Verbraucher das so kauft, brauchen wir uns auch nicht wundern, dass die Industrie das weiter so herstellt und die Müllberge wachsen. Ich finde dieses neue Konzept des ersten verpackungsfreien Supermarktes in Berlin fantastisch. Davon sollte es viel mehr geben.

Sie engagieren sich, sind unter anderem auch für die GreenTec Awards als Botschafterin tätig. Was ist in dieser Funktion Ihr Appell an die deutsche Wirtschaft?

Wir als Verbraucher sollten uns mehr Gedanken darüber machen, was wir einkaufen, wie es hergestellt wurde, woher es kommt. Wenn man keine Dinge mehr einkauft, die umweltschädlich hergestellt wurden, mehrfach verpackt sind oder die ganze Welt bereist haben, obwohl regional produzierte Waren viel kürzere Wege brauchen, dann werden sie von der Wirtschaft auch so nicht mehr hergestellt. Ich unterstütze gerne innovative Firmen, die sich darüber Gedanken machen, wie man die Umwelt nicht mehr belastet.

„Wir als Verbraucher sollten uns mehr Gedanken darüber machen, was wir einkaufen, wie es hergestellt wurde, woher es kommt.“

Bitte nennen Sie uns ein Beispiel, wie Sie das in Ihrem Leben umsetzen. 

Wir haben beispielsweise bewusst bei unserem Hausbau vor sechs Jahren mit einer Firma zusammengearbeitet, die sich intensiv mit gesundem Bauen und Wohnen beschäftigt und ökologische Baumaterialien und Naturbaustoffe benutzt.

In den Medien wird der Einsatz von Schauspielern und Models für die Umwelt oft als Green Glamour bezeichnet. Wie denken Sie darüber?

Wenn es dazu beiträgt, dass Menschen sich deshalb mit dem Thema Umwelt auseinandersetzen, finde ich es gut. Schließlich profitieren alle Seiten davon, wenn Prominente ihren Bekanntheitsgrad dazu nutzen, um auf Missstände – seien es Umweltthemen, Krankheiten, Armut oder Krieg – aufmerksam zu machen. So werden schneller Spenden gesammelt und Denkanstöße angeregt.

In Kalifornien werden ab 2015 Wegwerftüten aus Plastik in Supermärkten und Drogerien verboten. Braucht es solche Verbote in Deutschland auch? 

Dafür, dass wir in Deutschland auch in puncto Recycling Weltmeister sind, wundert es mich, dass Plastiktüten noch nicht längst verboten wurden. Allerdings können sich die USA auch eine Scheibe bei uns abschneiden. Dort hat das Thema Umwelt noch weitaus mehr Defizite. Amerika als Vorreiter beim Recycling hinzustellen, wäre falsch. Sie kaufen sich bei anderen Ländern doch eher frei, gerade weil sie mit ihrer Industrie zu den größten Umweltverschmutzern der Welt zählen.

Würden Sie Kleidung aus Recycling oder Secondhandkleidung tragen?

Klar! Warum nicht? Ich selbst gebe viele Stücke, die wir nicht mehr tragen, in Kleidersammlungen oder Mutter-Kind-Hilfsprojekte. Außerdem kenne ich schon einige talentierte Jungdesigner, die aus getragenen Sachen wieder ganz tolle Designs zaubern, Mode also recyceln.

Welches Engagement wünschen Sie sich von Ihren Fans und Lesern in Sachen Recycling?

Ich wünsche mir, dass jeder mehr nachdenkt, zum Beispiel beim Einkaufen: Woher kommt es? Muss es verpackt sein? Oder beim eigenen Abfall: Was kann ich wie trennen?