Im Interview spricht sie über das Retten der Welt.

Auf die klassische Frage „Was willst du denn werden, wenn du groß bist“ hast du schon immer geantwortet: „Die Welt retten!“ Wie weit bist du bis jetzt gekommen?

Nicht annähernd weit genug! Ich stehe noch ganz am Anfang mit meinen ganzen Ideen. Im nächsten Jahr wird einiges passieren. Zum Beispiel werde ich eine eigene Kollektion kreieren, die nach dem Cradle-to-CradlePrinzip produziert wird.

Erzähl uns doch etwas über dein Engagement bei dem Cradle-to-Cradle- Verein.

Cradle-to-Cradle ist ein ganzheitlicher Lösungsansatz für alle Arten von Produktion. Wir leben in einer Welt nach dem Muster: Take  – Make – Waste. Wir nehmen Rohstoffe, kreieren was daraus und schmeißen das Produkt dann weg. Beim Cradle-to-Cradle wird von Anfang bis Ende verantwortlich produziert – ohne Giftstoffe, ohne Verschwendung, ohne Müll zu kreieren.

Am Ende soll das Produkt auch wieder in die Produktion aufgenommen werden – also auch eine Art Kreislaufwirtschaft. Es sind viele noch fremde Ansätze drin – von der Industrie aus gesehen – aber je mehr wir Konsumenten nach dem C2C verlangen, desto mehr wird sich die Industrie darauf einstellen müssen. C2C ist eine echte Chance für uns und unsere Erde.

Wie können wir als Konsumenten Einfluss auf eine gerechte Verteilung der globalen Ressourcen nehmen?

Als Konsumenten haben wir alle Macht in der Hand – uns ist das nur nicht bewusst. Mit unserem Einkauf steuern wir die Weltmärkte, die Produktion. Selbst die Verteilung der Ressourcen liegt auch in unserer Hand - ganz simpel dadurch, dass wir auf Fair-Trade-Artikel achten. Wenn wir hier vor Ort Sachen kaufen, die so produziert worden sind, dass ein Mensch tatsächlich davon leben kann, das für uns herzustellen, dann bekommt dieser Mensch auch eine Kaufkraft und wird dadurch auch einen Teil der Ressourcen verlangen und kaufen.

Allerdings glaube ich nicht, dass Kapitalismus jemals human funktionieren kann. Es ist ein inhumanes und antisoziales, ja sogar antidemokratisches System. Es sollte die Pflicht unserer Volksvertreter sein, auch das Volk zu repräsentieren und die Menschenrechte zu achten. Die Politiker sollten das kapitalistische System zu humanem Verhalten zwingen – wie zum Beispiel die Verteilung der Ressourcen.

Die Landwirtschaft von heute ist zu 100 Prozent in der Lage, alle Münder der Welt zu füttern. Und trotzdem sterben Leute in aller Welt an Hunger und grober Fehlernährung. In einer utopischen Welt, wo jeder Verbraucher Fair Trade verlangt, würden sich solche Probleme legen, aber solange dies eine Utopie bleibt, muss die Politik für uns aktiv werden.